ÖPNV in Hagen

Bislang wurden in Hagen 89.000 9-Euro-Tickets verkauft

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Mit dem 9-Euro-Ticket kann jedermann sehr günstig Bus und Bahn fahren.

Mit dem 9-Euro-Ticket kann jedermann sehr günstig Bus und Bahn fahren.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  Das günstige Ticket kommt auch in Hagen gut an. Doch Ende August könnte mit dem Sparen Schluss sein. Und was sagt die Hagener Straßenbahn dazu?

Das 9-Euro-Ticket befindet sich – zumindest vorerst – auf der Zielgeraden. Seit vier Tagen gilt das günstige August-Ticket. Das Angebot, das deutschlandweit von jedem Bürger angenommen werden kann, ist in Hagen seit dem 23. Mai auf dem Markt. Nach mehr als zwei Monaten ist deutlich erkennbar, dass das sehr preisgünstige Ticket auch an der Volme positiv wahrgenommen und auch angenommen wird. Insgesamt wurden bislang 89.000 9-Euro-Tickets verkauft.

Fahrgastzahlen im August im Vergleich zu Juni und Juli um 20 Prozent gestiegen

„Erfreulich ist, dass die Fahrgastzahlen in den Monaten Juni und Juli gegenüber Mai um rund 20 Prozent angestiegen sind“, unterstreicht Christoph Köther, Vorstand der Hagener Straßenbahn (HST). Inwieweit dieser Anstieg allerdings dem 9-Euro-Ticket zuzuschreiben sei, ließe sich allenfalls abschätzen, da auch andere Faktoren wie Einflüsse der Corona-Pandemie oder fehlender Schulbusverkehr in der Sommerzeit die Fahrgastzahlen beeinflussen würden. Grundsätzlich sei es aber sicherlich zutreffend, dass der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) umso attraktiver für Hagener Bürger sei, je günstiger das Angebot sei.

Vergleicht man die Fahrgastzahlen in den Hagener Bussen mit dem letzten Vor-Corona-Jahr – also 2019 – so beläuft sich die Steigerung im relevanten Zeitraum auf lediglich rund 8,5 Prozent, was recht moderat erscheint.

„Insofern hat es durch das 9-Euro-Ticket auch keine operativen Probleme gegeben“, resümiert Köther. Die Auslastung in den Bussen sowie des gesamten Fuhrparks habe somit in den beiden letzten Monaten kein ungewöhnliches Ausmaß erreicht.

Erhebliche Einnahmeverluste

Und wie sieht es aus wirtschaftlicher Sicht aus? „Betrachtet man das 9-Euro-Ticket aus wirtschaftlicher Perspektive, so ist festzuhalten, dass es hierdurch zu erheblichen Einnahmeverlusten gekommen ist, was zu einem entsprechenden Anstieg der Finanzierungslücke im ÖPNV führt“, so Christoph Köther weiter.

Nahezu gleichzeitig seien bekanntlich die Kraftstoffpreise drastisch angestiegen, was zu einer zusätzlichen wirtschaftlichen Belastung der Hagener Straßenbahn führe und für alle Nahverkehrsunternehmen eine große Herausforderung darstelle.

Auf die Finanzierung kommt es an

Ob auch künftig ein günstiges Angebot aufgelegt wird und und wenn ja, wie dieses aussehen könnte? Derzeit kann vermutlich niemand diese Fragen verbindlich beantworten. „Wie es nach dem Auslaufen des 9-Euro-Tickets und hinsichtlich neuer möglicher Tarife weitergeht, ist schließlich auch eine politische Entscheidung, die allenfalls durch den Bund und die zuständigen Gremien für die beteiligten Verkehrsunternehmen getroffen wird“, so Köther. Und weiter: „Eine wesentliche Frage wird dabei die der Finanzierung sein.“

Ticket per App zu kaufen

Eine Empfehlung hat das Unternehmen Hagener Straßenbahn auch parat: Es empfiehlt allen Ticket­-Besitzern, das Ticket nicht zu laminieren, da es bei Verfärbungen seine Gültigkeit verliert. Ebenso sei natürlich weiterhin darauf zu achten, dass der Vor- und Zuname des jeweiligen Ticketnutzers vor Antritt der Fahrt auf dem Ticket vermerkt wird. Wer auf bequemstem Wege an das im August gültige 9-Euro-Ticket kommen möchte, wird empfohlen, sich das Ticket am einfachsten über die kostenlose Straßenbahn-App zu kaufen.

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