Straßenverkehr

Blitzer am Hagener Autobahnzubringer wird versetzt

Der Blitzer am Autobahnzubringer dient für viele Autofahrer als Startlinie, hinter der mit lautstarken Motorengeräuschen wieder beschleunigt wird. Foto:TS

Der Blitzer am Autobahnzubringer dient für viele Autofahrer als Startlinie, hinter der mit lautstarken Motorengeräuschen wieder beschleunigt wird. Foto:TS

Hagen.   Der Blitzer am Hagener Autobahnzubringer wird in Fahrtrichtung Autobahnkreuz um etwa 150 Meter versetzt. Hier die Motive der Politik.

Der Blitzer an der Saarlandstraße (Autobahnzubringer) in Fahrtrichtung Hagener Kreuz soll etwa 150 Meter weiter in Richtung Feithstraße versetzt werden. Mit dieser Maßnahme möchte auf Anregung der SPD-Fraktion der Hagener Umweltausschuss dafür sorgen, dass sämtliche Anwohner entlang der Beethovenstraße von dem aus Lärmschutzgründen etablierten Tempolimit von 60 km/h profitieren. Die Verlagerung soll bei der in diesem Jahr ohnehin geplanten Sanierung der Fahrbahn gleich miterledigt werden.

Der 90-60-90-Effekt

Bislang steht die Messsäule in Höhe der Brahmsstraße, was nach den Worten von Ordnungsamtsleiter Thomas Lichtberg in Anlehnung an die vielzitierten weiblichen Ideal-Körpermaße zu einem „90-60-90-Effekt“ führe. Gemeint ist, dass das Gros der Autofahrer mit Tempo 90 an den Blitzer heranrauscht, kurz vor dem Messpunkt auf die Bremse tritt und die Geschwindigkeit auf 60 km/h drosselt, um direkt im Anschluss wieder kräftig aufs Gaspedal zu treten.

Dies alles zum Leidwesen jener Anwohner, die entlang der Beethovenstraße mit aufheulenden Motorengeräuschen bedröhnt werden. „Die Blitzanlage wirkt wie eine Startlinie“, beschrieb Ausschussvorsitzender Hans-Georg Panzer (Grüne) die Situation.

Verkehrsplaner Jörg Winkler gab zu bedenken, dass die Wiederherrichtung der Fahrbahn nichts mit dem Starenkasten zu tun habe. Für eine Verlagerung müssten neue Stromleitungen verlegt, neue Anschlüsse geschaffen und ein neues Fundament gegossen werden, so dass Kosten von etwa 20.000 Euro entstehen würden. „Dieses Geld dürfte durch zusätzliche Verwarngelder schnell wieder drin sein“, zeigte sich CDU-Vertreter Jörg Klepper zuversichtlich, dass die Lärmschutzmaßnahme schnell refinanziert sei.

Blitzer als Beitrag zum Lärmschutz

Aufkommende Bedenken, dass der Blitzer mit dem neuen Straßenbelag ohnehin seine rechtliche Grundlage verliere und somit abgebaut werden müsse, haben sich derweil zerschlagen. Zwar werden mit dem neuen Splitt-Mastix-Asphaltbeton, der mit seinem höherem Bitumenanteil für höher belastete Straßen besonders geeignet ist, die Abrollgeräusche der Fahrzeuge um etwa zwei Dezibel reduzieren.

Dennoch geht das der Stadt vorliegende Lärmgutachten davon aus, dass „eine 60er-Begrenzung einen erheblichen Beitrag zum Lärmschutz“ leistet. Damit ist die Legitimation für die stationäre Anlage weiterhin gegeben.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben