Stadtentwicklung

„Block 1“ in Hagen: NRW-Petitionsausschuss greift nicht ein

Geblieben ist lediglich ein prächtiger Baum, dessen Zukunft ganz wesentlich von den weiteren Planung für das Areal abhängt. Ansonsten liegt das Ensemble des „Block 1“ in Wehringhausen inzwischen komplett am Boden. Bagger sortieren den entstandenen Schutt.

Geblieben ist lediglich ein prächtiger Baum, dessen Zukunft ganz wesentlich von den weiteren Planung für das Areal abhängt. Ansonsten liegt das Ensemble des „Block 1“ in Wehringhausen inzwischen komplett am Boden. Bagger sortieren den entstandenen Schutt.

Foto: Panoramafoto: Michael Kleinrensing / WP

Hagen.  Der Petitionsausschuss des NRW-Landtages sieht keinerlei Veranlassung, die Grundlagen für den „Block 1“-Abriss zu rügen. Hier die Gründe.

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Der vom Initiativkreis Wehringhausen kritisierte Abriss des „Block 1“-Komplexes in Wehringhausen ist auf einer juristisch korrekten Grundlage genehmigt und umgesetzt worden. Zu diesem Ergebnis kommt der Petitionsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtages, den die engagierten Bürger um Gabriele Hassler und Johann Dieckmann um Unterstützung angerufen hatten.

„Der Petitionsausschuss hat die vorgetragenen Argumente in Bezug auf die denkmalschutzrechtlichen sowie die kommunalpolitischen Aspekte sorgfältig abgewogen und kommt nicht zu dem Ergebnis, dass der Landesregierung Maßnahmen zu empfehlen sind“, heißt es im Abschlussbericht des Petitionsausschusses, der der WP-Stadtredaktion vorliegt. Mögliche Konsequenzen wären beispielsweise notwendige Gesetzesänderungen, aber auch direkte Eingriffe durch das zuständige NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung.

In dem Wehringhauser Fall sah Düsseldorf allerdings keinerlei Veranlassung, in das grundgesetzlich geschützte eigenverantwortliche Handeln der Kommune oder in das Nutzungsinteresse des Grundstückseigentümers – in dem Fall der in Haspe ansässigen Gemeinnützigen Wohnstätten-Genossenschaft (GWG) – einzugreifen.

Ausschuss fordert Bürgerbeteiligung

Mit Blick auf die Idee, auf dem frei werdenden Areal eine Kita und eine Grundschule entstehen zu lassen, appelliert der Petitionsausschuss an alle Verfahrensbeteiligten, „eine ausreichende Beteiligung seitens der Bürger bei der Planung der weiteren Nutzung des Areals zu gewährleisten.“ Der Abschlussbericht endet mit dem Hinweis: „Der Petitionsausschuss sähe es mit Freude, wenn sich auch der Eigentümer des Grundstücks dem nicht verschlösse.“

Der Initiativkreis Wehringhausen hatte auch im Namen des Vereins „Wir in Wehringhausen“ sowie der Händler- und Handwerkergemeinschaft vorgetragen, dass es sich bei dem Karree Minerva-/Gustav-/Ewald-/Lange Straße um einen erhaltenswerten Wohnblock im Sinne des Denkmalschutzes handele. Die Wehringhauser hatten angeführt, dass es sich um ein architektonisch erhaltenswertes Ensemble handele, das vom ersten genossenschaftlichen Verein in Hagen um die Jahrhundertwende erbaut worden sei. Die Planung belege, so die vom Dortmunder Professor Wolfgang Sonne (Technische Universität) untermauerte Petition, dass der „Block 1“ als prägnantes Beispiel der Reformarchitektur gelte, der aufgrund seiner Größe und seines Alters seinesgleichen suche.

Eine Einschätzung, der die Stadt Hagen – sie stützt sich dabei auf eine Stellungnahme der Münsteraner Denkmalpfleger beim Landschaftsverband Westfalen Lippe (LWL) – ausdrücklich widerspricht. Und auch der Petitionsausschuss sieht nach seiner Prüfung des Falls – „mangels eigener Expertise und der Kürze der Zeit“ – keinerlei Veranlassung, den weisungsunabhängigen Denkmalpflegern zu misstrauen.

Keine Bedenken gegen Planungen

Der Initiativkreis Wehringhausen zeigt sich derweil enttäuscht, dass die GWG durch den Abriss Fakten geschaffen habe, bevor der Petitionsausschuss eventuell eine Verständigung zwischen den Parteien herbeiführen konnte. „Zumindest die Baugruppe an der Lange Straße hätte nach Abstimmung mit der GWG ohne Probleme erhalten werden können“, meinen Gabriele Hassler und Johann Dieckmann und betonen ausdrücklich, dass der Initiativkreis keinerlei Bedenken gegen die Errichtung einer Kita und einer Schule habe. Aber: „Um Fakten zu schaffen und das Anliegen der Bürger, schützenswerte Bausubstanz zu erhalten, zu unterlaufen, wurde mit dem Abbruch bewusst in den Ferien und vor der Beratung des Petitionsausschusses begonnen“, so die These der Initiatoren.

Weitere Petition aus Wehringhausen

Enttäuscht ist der Initiativkreis zudem, weil der Petitionsausschuss sich nur unzureichend mit der ebenfalls aufgeworfenen Frage beschäftigt habe, dass eine ausreichende Beteiligung und Anhörung der betroffenen Bürger gar nicht stattgefunden habe. „Da die Klärung dieses Sachverhaltes entscheidenden Einfluss auf die Glaubwürdigkeit weiterer Beteiligungsverfahren in Hagen hat (ISEK-Prozess, Soziale Stadt), ist eine weitere Petition eingeleitet worden“, möchte die Gruppe um Gabriele Hassler und Johann Dieckmann mit diesem Schritt überprüfen lassen, ob Oberbürgermeister Erik O. Schulz gezielt eine rechtzeitige inhaltliche Diskussion im Beschwerdeausschuss der Stadt verhindert und sich somit rechtswidrig verhalten habe.

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