So isst Hagen

Bockwurst oder Frikadelle zum Pils bei Hagenern beliebt

Fritz Hilker (links) und Gerhard Hensel genießen ihr Pils in der Braustube an der Rembergstraße. Ein klassisches Gericht zum Bier ist der Kartoffelsalat mit einem Bockwürstchen.

Fritz Hilker (links) und Gerhard Hensel genießen ihr Pils in der Braustube an der Rembergstraße. Ein klassisches Gericht zum Bier ist der Kartoffelsalat mit einem Bockwürstchen.

Foto: Kerstin Wördehoff

Hagen.   Rainer Huerkamp bietet seit 1970 in der Braustube traditionelle deutsche Küche. Als bierbegleitende Speise mögen die Hagener etwas Kleines.

„Wenn ich mein Bier trinke, dann will Tradition essen, dann gibt es einfach nichts anderes als deutsche Küche auf dem Teller.“ Der, der dies sagt, muss es wissen: Seit 1970 betreibt Rainer Huerkamp die Braustube an der Rembergstraße 5. Von morgens bis abends schenkt er gemeinsam mit seinem Bruder Uwe das kühle Blonde und noch vieles mehr aus. Die Braustube ist für seine Stammgäste dabei Kneipe und Gaststätte in einem. Ein Pils und dazu etwas zu Essen – eine in Deutschland unschlagbare Kombination. Aber was heißt nun für Rainer Huerkamp „etwas Traditionelles“?

„Ich würde sagen, für den Biertrinker an der Theke gibt es eigentlich erst einmal immer etwas Kleines: eine Frikadelle mit ein bisschen Senf. Oder ganz klassisch der Kartoffelsalat mit einem Bockwürstchen“, erläutert der 65-Jährige. Das sei eigentlich schon immer so gewesen, daran habe sich nicht viel geändert.

Ursprünge der Familie

Und führt indirekt auch wieder zurück auf die Ursprünge der Familie Huerkamp in der Braustube. Als seine Mutter in der 1960er-Jahren die Braustube geführt habe, „gab es erst einmal nur die Bockwurst mit Kartoffelsalat – und als Alternative eine Hausplatte mit Aufschnitt und in der Mitte ein paar Kartoffeln.“

Heute sei der Anspruch der Gäste natürlich gestiegen. Deshalb habe die Braustube als Gaststätte ihr Angebot natürlich erweitert. Eines sei aber dennoch gleich geblieben: Die Leidenschaft der Gäste für die traditionelle Küche.

Gulasch, Rinderroulade, Jägerschnitzel, Spargel, Wild aus dem heimischen Wald, Pfifferlinge aus der Region: „Die deutsche Küche ist nicht tot, ganz im Gegenteil“, betont Rainer Huerkamp. „Und Pils passt zu allem, oder?“, meint Rainer Huerkamp und blickt zu Stammgast Fritz Hilker hinüber. „Klar, das und ein gutes Gespräch“, entgegnet dieser lachend.

Pils und die heimische Spezialitäten nach alten Rezepten. „Auch die jungen Leute Mitte zwanzig aus den Sportvereinen, die regelmäßig bei uns sind, bekommen nicht genug von den alten deutschen Sachen.“

Da sei quasi eine Rückbesinnung auf die Küche der Oma vorhanden. Gebratene Blutwurst auf der Karte werde deshalb ebenso mit großer Freude quittiert wie die saure Niere mit Püree, der Schweine- oder Sauerbraten oder Rainer Huerkamps Favorit: Reibeplätzchen mit Rübenkraut.

Eigenheiten der Stammgäste

„Das ist das Schöne an der Sache: mit meiner traditionellen Küche spreche ich mittlerweile nicht nur die Alten an, sondern auch wieder die Jungen. Denen ist Tradition nämlich genauso wichtig.“

Wie sehr Rainer Huerkamp seine Stammgäste am Herzen liegen, zeigt sich auch an den Eigenheiten, die er ihnen gewährt, wenn sie zu ihrem Pils zum Beispiel nach einer Frikadelle verlangen. „Der eine will sie mit Zwiebeln drin, der andere mit sauren Gürkchen. Diese Individualität geben wir jedem Kunden und machen die Frikadelle für ihn so, wie er sie gerne haben möchte.“

Bei so vielen Stammkunden lasse sich einfach zielgerichteter einkaufen. Eine Einschränkung gebe es dabei allerdings: Hin und wieder verlange einer der Gäste schon morgens zum ersten Pils nach einer Frikadelle. „Der muss sich dann mit einer aufgewärmten zufriedengeben, denn frisch machen wir sie immer erst abends.“

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