Verkehr

Breckerfeld: Anwohner-Ärger über rücksichtslose Raser

Laut Anwohnern wird der Bereich zwischen Zurstraße und Hagen-Haspe regelmäßig zur Rennstrecke. Auch die Stadt wünscht sich weitere Kontrollen durch die Polizei.

Laut Anwohnern wird der Bereich zwischen Zurstraße und Hagen-Haspe regelmäßig zur Rennstrecke. Auch die Stadt wünscht sich weitere Kontrollen durch die Polizei.

Foto: Fabian Pfaffendorf / WP

Breckerfeld.  Die Kettelbachstraße in Breckerfeld im Fokus: Die Stadt wünscht sich mehr Kontrollen. Die Polizei beobachtet „unauffälliges Unfallgeschehen“.

Sind auf der Kettelbachstraße übermäßig viele Raser unterwegs? Wenn es nach Meinung der Anwohner geht, dann machen Verkehrs-Rowdys den Bereich zwischen Zurstraße und Hagen-Haspe regelmäßig zur Rennstrecke. Die Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis sieht das aber anders.

Die Tempo-Limits auf der oberen Kettelbachstraße sind für die motorisierten Verkehrsteilnehmer klar ersichtlich ausgeschildert. Am Teilstück zwischen Hauptstraße und Ortsausgangsschild weisen Schilder auf Tempo-30 hin, auf dem folgenden Stück gilt Tempo-50. Aber beide Geschwindigkeitsbegrenzungen werden nur allzugern von Auto-, Quad- und Motorradfahrern ignoriert.

Anwohner leiden unter Rasern

Der Eindruck entsteht jedenfalls, wenn man sich nur wenige Minuten ansieht, was in dem Bereich auf Breckerfelder Stadtgebiet so passiert. Da werden Autofahrer bedrängt und überholt, die sich an die Richtgeschwindigkeiten halten, da springen Anwohner wild gestikulierend vor Quads, um den Fahrern „einen Vogel zu zeigen“.

Dass hier regelmäßig viele am Tag viel zu schnell unterwegs sind, bestätigen auch die Anwohner. „Das geht hier den ganzen Tag lang so“, sagt Rüdiger Ilgenstein-Schülken. Und seine Frau stimmt zu: „Das hier ist die inoffizielle Rennstrecke nach Hagen-Haspe!“. Es grenze an ein Wunder, dass vor der Tür ihrer Schmiede nicht schon Schlimmeres passiert sei, aufgrund der rücksichtslosen Raserei. Besonders schlimm wäre laut dem Ehepaar die Zeit morgens zwischen 6 und 7 Uhr, denn da gelte mutmaßlich das Recht des Schnelleren auf der Straße.

Problem bei Stadtverwaltung bekannt

Ein Problem, das bei der Stadtverwaltung schon länger bekannt ist. „Die Stadt Breckerfeld hat sich bereits im Jahr 2007 mit den Anwohnern dafür eingesetzt, dass von der Kreuzung Hauptstraße bis zur Kuppe kurz hinter der Rosenstraße die Geschwindigkeit von Tempo 50 auf Tempo 30 reduziert wird“, sagt Bürgermeister André Dahlhaus. Das Straßenverkehrsamt des Ennepe-Ruhr-Kreises sah es damals genauso und entsprach dem Vorhaben.

Gebracht hat es, sofern man den Anwohnern Glauben schenkt, nicht wirklich viel. Ebenso wenig konnten dauerhaft die Anwohner der Höfe am Schöpplenberg eine Entspannung feststellen. Obwohl auf den Höfen zumeist kinderreiche Familien leben, gilt hier weiterhin Tempo-50. Vom Rasen hält das manchen auch nicht ab. Die Konsequenzen daraus: zwei Unfälle in den vergangenen zwei Jahren.

Aus Sicht der Polizei „ist das ein unauffälliges Unfallgeschehen. Ein Kradfahrer verlor auf Grund überhöhter Geschwindigkeit in einer Kurve die Kontrolle über sein Fahrzeug und kam von der Fahrbahn ab, dabei verletzte er sich leicht. Ein anderer Quadfahrer kam auf Grund eines Fahrfehlers von der Fahrbahn ab und verletzte sich schwer“, erklärt Polizeisprecherin Sonja Wever.

Stadt wünscht sich weitere Messungen

Auch was Raser angeht, ist man bei der Polizei im Ennepe-Ruhr-Kreis der Meinung, dass die Kettelbachstraße „keinen Schwerpunkt, was Geschwindigkeitsverstöße angeht“ darstelle. „Die Schwerpunkte der Polizei liegen hier vielmehr auf den typischen Durchfahrtsstraßen, wie L 528 oder B 483, die insbesondere von Zweiradfahrern als beliebte Durchfahrtsstrecken genutzt werden“, sagt Sonja Wever. Deshalb fänden die Lasermessungen der Polizei auf der Kettelbachstraße auch eher in größeren Abständen statt.

Im Februar 2019 wurde hier „geblitzt“ und dann im August 2020 (nach der Anfrage durch unsere Zeitung). Die Messergebnisse bei den Geschwindigkeitsüberschreitungen seien laut der Polizeisprecherin nicht übermäßig auffällig gewesen.

Bei den Anwohnern herrscht allerdings die Meinung vor, die Polizei würde außerhalb der Hauptverkehrszeiten „blitzen“. Auch Breckerfelds Bürgermeister Dahlhaus wünscht sich mehr Geschwindigkeitsmessungen. „Grundsätzlich würde ich es befürworten, würde die Polizei mehr Kontrollen durchführen. Dies gilt sowohl für Geschwindigkeitskontrollen als auch für Kontrollen im Rahmen von Fahrten, bei denen Verkehrsteilnehmer verkehrswidrig Anliegerstraßen nutzen.“

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