Einzelhandel

Breckerfeld: Ein Tante-Emma-Laden für den Ortskern

Kirsten Piepenstock und Claudia Berker wollen zusammen mit weiteren Mitstreitern die Direktvermarktung in einem Laden in Breckerfeld voranbringen.

Kirsten Piepenstock und Claudia Berker wollen zusammen mit weiteren Mitstreitern die Direktvermarktung in einem Laden in Breckerfeld voranbringen.

Foto: Michael Kleinrensing

Breckerfeld.  In einem Tante-Emma-Laden sollen in Breckerfeld im Ortskern Produkte angeboten werden, die die Landwirte vor Ort produzieren.

Es ist eine Frage, auf die es keine passende Antwort gibt: „Wenn nicht hier, wo sonst?“, fragt Claudia Berker. Hier, wo Landwirtschaft und Natur den Menschen so nahe sind. Hier, wo man das, was die Bauern jeden Tag produzieren, noch wertschätzt. Hier in Breckerfeld, wo viele vielleicht auch das nötige Kleingeld haben, um nicht jedes Produkt beim Discounter zu Günstigpreisen erramschen zu müssen.

Also gibt es diesen Plan, diesen Traum, den Claudia Berker und Kirsten Piepenstock schon seit einiger Zeit in sich tragen und der jetzt Wirklichkeit wird: ein klassischer Tante-Emma-Laden für Breckerfeld. Ein Geschäft, in dem die Menschen genau das einkaufen können, was die Landwirte direkt vor ihrer Haustür produzieren. Zentral gelegen in einem Ladenlokal im Ortskern mit frischen Produkten der Saison. Mit dem, was Mutter Natur gerade bereitstellt.

Faire Preise für die Breckerfelder Erzeuger

„Wir glauben fest daran, dass das hier in Breckerfeld wirtschaftlich möglich ist“, sagt Claudia Berker, die als Afrika-Referentin für das Hilfswerk „terre des hommes“ arbeitet und erst vor kurzem wieder nach Breckerfeld gezogen ist. Und dabei hegt sie keineswegs eigene kommerzielle Interessen, sondern blickt auf die Preise, die die Erzeuger erzielen müssen, damit Landwirtschaft nicht mehr länger der tägliche Kampf um die eigene Existenz bleibt. „Wir denken, dass es durchaus eine Nachfrage gibt.“

Für Landwirte, die ihre Produkte auch direkt vermarkten, ist Kirsten Piepenstock mit ihrem „Huxhardter Milchhäusel“ auf Stöcken und mehreren Milchautomaten in Supermärkten der Region ein Paradebeispiel. „Unsere Erfahrung ist: je ländlicher der Automat gelegen ist, desto besser wird er auch angenommen“, sagt Kirsten Piepenstock. „Es gibt in Breckerfeld und Umgebung Landwirte, die auf Direktvermarktung setzen. Aber wer sich für den täglichen Bedarf allein darüber versorgen will, der muss weite Wege in Kauf nehmen.“

Zentrale Verkaufsstelle mitten in Breckerfeld

Deshalb, so schwebt es Claudia Berker und Kirsten Piepenstock vor, soll jetzt eine zentrale Verkaufsstelle entstehen. Am liebsten in einem der leerstehenden Ladenlokale in der Breckerfelder Innenstadt. „Das wäre gleichzeitig ein guter Beitrag, um auch das Breckerfelder Zentrum wiederzubeleben.“

Eine Vision, mit der die beiden engagierten Frauen längst nicht alleine dastehen. Erste Gespräche mit dem landwirtschaftlichen Ortsverein haben sie schon geführt, Mitstreiter angesprochen, den Stadtmarketingverein ins Boot geholt. „Unser Ziel ist es, dieses Projekt auf möglichst breite Füße zu stellen“, sagt Claudia Berker, „welche Rechtsform da am Ende die beste ist, müssen wir noch prüfen. Aber klar ist schon jetzt, dass wir besonders in der Anfangsphase auch ein hohes Maß an ehrenamtlichem Engagement brauchen. Der Laden kann ein richtiges Bürgerprojekt werden.“

Dabei geht es am Anfang beispielsweise darum, ein Ladenlokal herzurichten. Aber auch darum, das Team bei anstehenden Formalitäten zu unterstützen. Und letztlich braucht es ein gut aufgestelltes Verkaufsteam, dass eine durchgehende Öffnungszeit des Geschäfts gewährleisten kann.

Laden kann für die Breckerfelder zum Treffpunkt werden

Daneben können sich Kirsten Piepenstock und Claudia Berker durchaus vorstellen, dass auch Breckerfelder Kreative ihre Produkte in dem Laden anbieten. Und: Das Geschäft könnte – vielleicht mit ein paar Stühlen und Tischen davor – zu einem Treffpunkt werden, in dem wiederum auch kleine Veranstaltungen stattfinden könnten.

Auf keinen Fall wollen Claudia Berker und Kirsten Piepenstock einheimischen Händlern im Ortskern Konkurrenz machen. „Es wird beispielsweise kein Brot und keine klassischen Fleischwaren geben“, sagt Kirsten Piepenstock. „Wir sind ja froh, dass es noch heimische Bäcker und Metzger in Breckerfeld gibt.“

Einen Informationsabend für alle Interessierten – sowohl Produzenten als auch Helfer – findet am Donnerstag, 1. Oktober, 20 Uhr, im Haus Mähler statt. Fragen beantwortet Claudia Berke auch unter 0170/8018481

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