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Breckerfeld: Pony Pumuckl bringt Senioren wieder zum Lachen

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Pony Pumuckl

Pony Pumuckl

Das Mini-Pony "Pumuckl" von Carola Weidemann aus Breckerfeld soll Therapiepferd im Altenheim werden.

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Breckerfeld.  Das Therapie-Pony Pumuckl ist kleiner als viele Hunde. Mit Carola Weidemann ist es in Seniorenheimen unterwegs und sorgt für schöne Erinnerungen.

„Pumuckl ist eine Laune der Natur“, sagt Carola Weidemann und lacht. Pumuckl ist kleiner als ihre beiden Hunde. Und das ist besonders ungewöhnlich, weil Pumuckl ein Pony ist. Besonders ist auch, dass das Mini-Mini-Pony in Breckerfeld mit ins Haus darf und in der Küche sein „Frühstück“ bekommt – und dass Pumuckl angeschnallt auf dem Beifahrersitz des Geländewagens von Carola Weidemann Altenheime im Umkreis ansteuert und dort den Senioren in der Corona-Zeit ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Denn: Pumuckl ist ein Therapie-Pony.

„Viele der Senioren, die wir besuchen, hatten früher einen Bezug zu Pferden oder zur Landwirtschaft. Es kommen dann viele Emotionen hoch. Gerade in der Zeit, in der die Bewohner keinen Besuch empfangen durften und ihre Familien nicht sehen konnten, war es eine schöne Abwechslung im tristen Alltag. Die Reaktionen und die Rückmeldungen, die ich bekomme, machen den Trainings- und Ausbildungsaufwand um Längen wieder wett. Das ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Carola Weidemann und lächelt.

Ausbildung dauert anderthalb Jahre

Carola Weidemann lebt auf einem 38 Hektar großen Hof in Breckerfeld. Neben ihrer Familie – und Pumuckl – leben hier noch Collie Luna, der blinde Rüde Blake, acht Pensionspferde und fünf weitere Mini-Shettys. Eigentlich – so dachte zumindest Carola Weidemann vor gut einem Jahr, als sie das Pony gekauft hat – sollte Pumuckl auch ein normales Mini-Pony sein. Die haben ab 80 Zentimetern Stockmaß, Pumuckl aber gerade einmal 50. Eine große Nummer ist er trotzdem.

„Das habe ich vorher so auch noch nie gesehen“, sagt die 57-Jährige, die früher Springreiterin war und auf ihrem Hof jetzt noch Pony-Reiten anbietet. Außerdem bildet sie bei sich Therapie-Ponys aus. „Das ist zeitaufwendig. Die Tiere müssen ganz verschiedene Sachen lernen: Das geht vom Gehen am Rollator, am Stock oder am Rollstuhl bis hin zum Stillhalten beim Streicheln und einer problemlosen Autofahrt oder dem Laufen auf verschiedenen Untergründen“, erklärt die Breckerfelderin. Pumuckl steckt mitten in dieser Ausbildung.

Dass er schon vorbildlich Rampe laufen und Autofahren kann, zeigt Pumuckl bei einem Besuch auf dem Hof, nachdem er in der Küche ein paar Apfelstücke als Leckerlis abgestaubt hat. Ein Pony auf dem Beifahrersitz kann dabei durchaus für viele verwunderte Blicke sorgen: „Einmal wurde ich schon von der Polizei angehalten, die Beamten trauten ihren Augen kaum“, erinnert sich Carola Weidemann und lacht.

Natürlich ist Pumuckl während der Fahrt gesichert – über ein Geschirr und den Anschnallgurt, wie es auch für Hunde zur Sicherheit vorgeschrieben ist. „Und Pumuckl ist ja schließlich nicht größer als ein Hund“, sagt Weidemann und zuckt mit den Schultern. Ebenso verwunderte Blicke erntet sie im Raiffeisenmarkt oder Fressmarkt, wenn sie für Pumuckl shoppen geht. „Normale Pferdesachen passen ihm nicht.“

Unterwegs in mehreren Einrichtungen

Aber zurück zur Ausbildung, die gut anderthalb Jahre dauert: Täglich werden kurze Übungseinheiten eingelegt, „bis das Pferd sicher ist. Irgendwann merken sie von ganz allein, was die Senioren brauchen“, so Weidemann. Den Pferden, die extra dafür ausgebildet sind, machen die Besuche Spaß: „Zwischen den Besuchen in den Einrichtungen haben die Ponys Pause und können ein ganz normales Pferdeleben auf den Wiesen und Weiden hier auf dem Hof leben.“

Mehreren Häusern hat die Breckerfelderin schon einen oder mehrere Besuche abgestattet. Bis Dortmund ist Weidemann mit ihren Ponys unterwegs – aber auch in Hagen, Breckerfeld oder Halver.

In Halver übrigens gab es den ersten Pony-Besuch: „Ich habe meine Tante und meine Mutter damals gepflegt und sie mit einem der Ponys – Megan, wie die Herzogin – besucht. Ihre Reaktionen waren damals der Anstoß, dieses Projekt anzugehen“, erinnert sich Weidemann an den Moment vor einigen Jahren. Ihre Tante besuchte sie dann, samt Pony im Auto, im Seniorenheim. Und die Reaktionen, fast egal wo Carola Weidemann mit den Mini-Pferden hinkommt, sind gleich: „Die Leute freuen sich einfach. Die Tiere zaubern ihnen ein Lächeln ins Gesicht. Und das ist genau das, was ich mit meiner Arbeit erreichen möchte.“

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