Tötungsdelikt Breckerfeld

Breckerfeld: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage nach Bluttat

| Lesedauer: 3 Minuten
Ermittler der Mordkommission bringen den Tatverdächtigen zum Amtsgericht in Hagen. Er soll in Breckerfeld einen Mann mit einem Messer abgestochen haben.

Ermittler der Mordkommission bringen den Tatverdächtigen zum Amtsgericht in Hagen. Er soll in Breckerfeld einen Mann mit einem Messer abgestochen haben.

Foto: Alex Talash

Breckerfeld.  Drei Monate nach der tödlichen Messerattacke auf einen Werkstattbesitzer geht es in dem Fall voran. Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage.

Etwas mehr als drei Monate nach der brutalen Bluttat in Breckerfeld sind die Ermittlungen abgeschlossen: Die Staatsanwaltschaft Hagen hat nach einem Tötungsdelikt in einer Werkstatt in Breckerfeld nun Anklage wegen Totschlags erhoben, wie Staatsanwältin Miriam Strunk bestätigt: „Die Anklageschrift liegt bereits beim Landgericht.“ Der Fall wird voraussichtlich vor der Jugendkammer verhandelt, da der Tatverdächtige noch nicht 21 Jahre alt ist. Der Tatverdächtige, Ruslan K., war nach wochenlanger Flucht Anfang August nach einer großangelegten Suche mit Polizeihunden und Hubschrauber im Kreis Coesfeld in Dülmen in einem Keller gefasst worden.

Mit einem Messer soll der junge Mann einen 57-jährigen Werkstattinhaber mit mehreren Stichen so schwer verletzt haben, dass er nur kurz später starb. Die alarmierten Rettungskräfte – der verletzte Mann hatte noch selbst den Notruf gewählt und sich in seiner Werkstatthalle eingeschlossen – konnten nur noch den Tod des 57-Jährigen feststellen. In akribischer Ermittlungsarbeit machte die Polizei Ruslan K. als möglichen Täter aus – er ist mit einem Werkstattkunden verwandt und hatte zuvor in dem Betrieb einen Tag lang zur Probe gearbeitet, sollte aufgrund seiner nicht ausreichenden Arbeitsleistung jedoch nicht noch ein zweites Mal wiederkommen.

Am späten Abend muss es dann zu der Auseinandersetzung vor der Werkstatt gekommen sein. Ob der Probearbeitstag letztlich das Motiv für die brutale Tat war? Dazu ist noch nicht mehr bekannt.

Ruslan K. befand sich nach besagtem Abend jedenfalls wochenlang auf der Flucht. Er wurde in Dortmund gesehen. Und am 14. Juli am Iserlohner Bahnhof, als er Passanten nach Zigaretten fragte. Die Polizei hatte unmittelbar eine europaweite Fahndung auf den Weg gebracht, damit sich der junge Mann nicht ins Ausland absetzen kann. Letztlich gelang den Behörden aber ein Zufallstreffer: Der Tatverdächtige war im Kreis Coesfeld einer aufmerksamen Tankstellen-Mitarbeiterin aufgefallen, weil er Kunden ansprach und belästigte. Ein Streifenwagen rückte aus und kontrollierte den Mann, der zunächst falsche Personalien angab.

Der 20-Jährige nutzte einen kurzen Moment zur Flucht. Aufgrund der laufenden Fahndung bemerkten die aufmerksamen Beamten, dass es sich um Ruslan K. handelt. Nach einer großangelegten Suche in der gesamten Stadt konnte er widerstandslos in einem Keller verhaftet werden. Ein Haftrichter ordnete am nächsten Tag Untersuchungshaft an.

Verhandlung könnte 2022 starten

Der Angeklagte befindet sich auch weiterhin in Untersuchungshaft. „Verhandlungstermine stehen noch nicht fest. Sollte die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen werden, ist jedoch wegen der laufenden Haftprüfungsfristen mit einem Beginn der Hauptverhandlung spätestens Anfang Februar 2022 zu rechnen“, so Marcus Teich, Vorsitzender Richter am Landgericht.

Sollte es zu einer Verurteilung wegen Totschlags kommen, beträgt der gesetzliche Strafrahmen bei der Anwendung von Erwachsenenstrafrecht zwischen 5 und 15 Jahren Freiheitsstrafe. Bei der Anwendung von Jugendstrafrecht drohen dem Angeklagten zwischen 6 Monaten und 10 Jahren Jugendstrafe.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hagen

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben