Freizeit

Breckerfelder will im selbstgebauten Wohnmobil durch Afrika

05. Juni 2018, Breckerfeld. Bastian Kröhnert (Bastian Ferron) hat einen Landrover Defender 110 SW zu einem Wohnmobil umgebaut. Reisemobil.

05. Juni 2018, Breckerfeld. Bastian Kröhnert (Bastian Ferron) hat einen Landrover Defender 110 SW zu einem Wohnmobil umgebaut. Reisemobil.

Foto: Michael Kleinrensing

Breckerfeld.   Bastian Kröhnert hat sich seinen Traum auf vier Rädern verwirklicht: In einem zum Wohnmobil umgebauten Landrover will er durch Afrika fahren.

Berghausen bis Kapstadt – 13 218 Kilometer errechnet der Routenplaner im Internet. Fahrzeit: 178 Stunden. Aber welche Rolle spielt das, wenn der Weg doch das Ziel der Träume ist?

„Ich bin niemand, der eine Pauschalreise in ein Hotel bucht“, sagt Bastian Kröhnert, „ich bin mal von Istanbul bis Berlin getrampt. Ich mag es einfach zu reisen, Menschen zu treffen, Länder zu entdecken. Ich muss morgens nicht wissen, wo ich abends ankomme.“

Ein Traum mit Dieselmotor und Dusche

Der Weg ist das Ziel seiner Träume. Und diesen Weg will der 31-Jährige aus Breckerfeld in seinem Traum zurücklegen. Diesem Traum hat er den Namen Kitai gegeben. Kitai hat vier Räder, einen Dieselmotor und – dank Eigenbau – eine kleine Küche, einen Kühlschrank, eine Dusche und ein Bett.

Der Traum ist blau mit weißem Dach: ein Landrover Defender TD5 Station Waggon – Baujahr 2005. Ehemals Neunsitzer, jetzt Wohnmobil.

Mit Freundin Nora nach Italien

Der erste Traum-Urlaub im Traum-Auto hat Bastian Kröhnert und seine Freundin Nora nach Italien geführt. In diesem Sommer geht es nach Skandinavien, vielleicht zurück über Moskau. Und im nächsten Jahr, so ist es sein Traum, soll es einmal quer durch Afrika gehen. „Auf der Westroute bis Kapstadt“, sagt Kröhnert. „Dafür planen wir rund vier Monate ein. Wir wollen uns die Freiheit nehmen, die Dinge, die wir erleben, zu genießen.“

Diese Träumerei vom großen Traum – sie begann vor ein paar Jahren. „Ich hab mir mal einen VW T3 und einen T4 für ein paar Touren geliehen“, sagt Bastian Kröhnert, der Betriebswirtschaftslehre studiert, in Berlin gelebt und einen Online-Sekretariatsservice als Start-up gegründet hat, „als ich dann einen Mercedes G bei Mobile.de entdeckt habe, war ich angefixt: Ich wollte meinen eigenen Camper bauen.“

Auf der Suche nach dem Traum-Wagen

Bastian Kröhnert durchforstet das Netz. Erstes Ergebnis: ein Geländewagen der dänischen Armee in Holland. „Der war in einem fürchterlichen Zustand“, sagt er, „und trotzdem wollte der Besitzer noch 20 000 Euro haben.“

Bis nach Stockholm führt den Breckerfelder seine Suche. „Da waren wir uns mit dem Verkäufer schon einig“, sagt der 31-Jährige, „aber im letzten Moment hat der einen Rückzieher gemacht. Der Wagen sah super aus. Das war traurig.“

Das Auto gehört, gefühlt und gerochen

Irgendwann schiebt Kröhnert diesen Traum beiseite. „Aber als ich einen Podcast für die Homepage ­,Walkamile’ produziert habe, habe ich jemanden getroffen, der mit einem Landrover unterwegs war“, sagt Kröhnert. „Als wir mit dem Defender durch Berlin gefahren sind, habe ich das Auto gehört, es gerochen, es gefühlt. An diesem Abend habe ich bei Ebay nach Landrovern gesucht. Zwei Tage später mir den ersten angesehen.“

Auf der Rückfahrt von einem Mammutmarsch (100 Kilometer gehen in 24 Stunden), den er mit Freunden organisiert hat, stoppt Bastian Kröhnert in Regensburg. Im August 2017 findet und kauft er sein Traumauto. „Von einem Jäger und Zahnarzt“, sagt er, „ich bin am Tag darauf sofort wieder runter und hab den Defender abgeholt.“

Landrover Defender wird gebaut wie vor 70 Jahren

Schritt eins: Alles muss raus. „Im Grunde ist das Fahrzeug einfach aufgebaut, wird seit 70 Jahren auf dieselbe Art zusammengesetzt“, sagt Bastian Kröhnert, „es besteht eigentlich nur aus Blech.“ In einer Scheune seines Stiefvaters ­­Uli ­Ferron macht er sich ans Werk. „Die Schrauben waren teilweise so korrodiert, dass wir sie mit einer Stange herausbrechen mussten.“

Dann entwirft und baut er die Möbel, haucht dem Landrover Defender neues Leben ein. Schränke, ein Kühlschrank, ein Wassertank, eine Spüle, eine Dusche. „Ich bin eigentlich kein Typ, der zum Improvisieren neigt“, sagt Kröhnert, „ich bin eher Perfektionist.“ Einer, der beim Defender auch mal Abstriche machen muss.

Aufstelldach und Liegefläche

Perfekt wird das geländegängige Wohnmobil durch ein Aufstelldach mit Liegefläche. „Das ist am Ende das Einzige, an das ich mich nicht selbst herangetraut habe“, sagt Bastian Kröhnert, der viele Kniffe mit Youtube-Videos gelernt hat, „das haben wir einbauen lassen.“

Für ruhige Momente unter dem italienischen Sternenhimmel, für die hellen Nächte in Skandinavien. Und für den großen Traum von Afrika.

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