Literatur

Breckerfelderin plant öffentlichen Bücherschrank Heider Kopf

Elke Link-Holtermann aus Breckerfeld möchte in ihrem Vorgarten am Heider Kopf einen öffentlichen Bücherschrank aufstellen.

Elke Link-Holtermann aus Breckerfeld möchte in ihrem Vorgarten am Heider Kopf einen öffentlichen Bücherschrank aufstellen.

Foto: Jens Stubbe

Breckerfeld.  Einen öffentlichen Bücherschrank will Elke Link-Holtermann in Breckerfeld aufstellen. Und da an einem ungewöhnlichen Ort.

Es war eine Erfahrung, ein Lese-Erlebnis. Eines, das sie unter normalen Umständen wohl nicht gemacht hätte. Wer geht schon in einen Bücherladen und erkundigt sich nach Zsolt von Harsanys „Und sie bewegt sich doch“ über Galileo Galilei? Dieser Schinken taucht in keiner Bestseller-Liste mehr auf. „Und doch“, sagt Elke Link-Holtermann, „hat es Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen.“

Elke Link-Holtermann, die oft und gerne schmökert, hat für dieses Buch keinen Cent bezahlt. Sie hat es aus einem öffentlichen Bücherschrank genommen und hat dafür ein anderes, das sie selbst bereits gelesen hatte, hineingestellt.

Einfaches Prinzip für Bücherschrank

Denn so einfach ist das Prinzip: Bücherschrank öffnen, Buch einfach mitnehmen, nichts bezahlen und wenn man möchte oder kann entweder sofort oder bei nächster Gelegenheit ein anderes Werk hinterlassen. „Ich habe Bücherschränke schon in vielen Städten gesehen und selbst genutzt“, sagt Elke Link-Holtermann. „Ich habe auch selbst schon Bücher reingestellt. Es kommt wirklich nur selten vor, dass ich ein und dasselbe Buch zweimal lesen.“

Jetzt will sie selbst einen Anlauf in Breckerfeld nehmen, einen Schrank aufstellen und befüllen. Nicht auf irgendeinem öffentlichen Platz, nicht so, dass es eine Genehmigung braucht und sie sich lange mit Behörden auseinandersetzen muss. Die Breckerfelderin, die im Baugebiet Heider Kopf in der Straße am Eiskeller wohnt, bietet ihren eigenen Vorgarten an. Der Vorteil: „Da habe ich den Bücherschrank selbst jeden Tag im Blick, kann schauen, ob noch alles in Ordnung ist.“

Vandalismus vor Johanniskirche

Dass das durchaus von Nöten sein kann – diese leidvolle Erfahrung hat die Mercator-Stiftung vor der Johanniskirche in Hagen gemacht. Der dort einst aufgestellte Schrank ist mittlerweile wieder abgebaut worden. Der Grund: Vandalismus. Und: Er war sogar als Drogen-Depot missbraucht worden. Immerhin: Die Gemeinde selbst bietet mittlerweile im Vorraum der Kirche ein Regal, das nach gleichem Prinzip funktioniert.

Vandalismus, so glaubt auch Elke Link-Holtermann, drohe in einer Siedlung in Breckerfeld nun nicht. „Wir wollen ein Fundament gießen und eine kleine Hütte mit Plexiglasfenstern aufstellen. Daran hängen wir eine Tafel auf, auf der wir das Prinzip erklären wollen“, sagt die Breckerfelderin, „wir freuen uns natürlich über jeden, der uns bei der Umsetzung des Projektes unterstützen möchte. Ganz egal, ob er vielleicht beim Bau mithelfen kann oder einen Beitrag zu den Kosten leisten will.“

Aufruf über Facebook bringt große Resonanz

Zumindest ein Aufruf über die Facebook-Seite „Du bist Breckerfelder, wenn ...“ hat schon für große Resonanz gesorgt. „Das hat mich wirklich gefreut“, sagt Elke Link-Holtermann, „mit so viel Zuspruch hätte ich nicht gerechnet.“

In einem zweiten Schritt geht es dann darum, den Schrank auch zu befüllen. Und das mit guter Literatur. „Egal, in welcher Stadt ich in einem Bücherschrank geschaut habe“, sagt Elke Link-Holtermann, „bislang habe ich immer etwas interessantes gefunden. Und da war durchaus anspruchsvolle Literatur dabei. Auch schöne Kinderbücher habe ich immer wieder entdeckt.“

Wer das Projekt Bücherschrank Breckerfeld unterstützen möchte, kann sich per E-Mail an Elke Link-Holtermann wenden: e.link-holtermann@web.de

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