Ruhrtal-Radweg

Brücke über die Hagener Volmemündung hinweg kommt erst 2020

An der Mündung der Volme in die Ruhr an der Stadtgrenze zwischen Hagen und Herdecke soll die neue Radfahrer-Brücke entstehen. Allerdings wird die Verbindung voraussichtlich erst im Jahr 2020 eröffnet. Dennoch hat die Stadt an beiden Flussufern bereits die Bäume fällen lassen, um die Brückenwiderlager gründen zu können. Foto:Michael Kleinrensing

An der Mündung der Volme in die Ruhr an der Stadtgrenze zwischen Hagen und Herdecke soll die neue Radfahrer-Brücke entstehen. Allerdings wird die Verbindung voraussichtlich erst im Jahr 2020 eröffnet. Dennoch hat die Stadt an beiden Flussufern bereits die Bäume fällen lassen, um die Brückenwiderlager gründen zu können. Foto:Michael Kleinrensing

Vorhalle.   Radfahrer, die bereits von der gemütlichen Umrundung der beiden Hagener Ruhrseen träumen, müssen sich gedulden: Die Volmebrücke kommt erst 2020.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Die neue Volmebrücke für Fußgänger und Radfahrer, die auf Hagener Seite als zentraler Mosaikstein des Ruhrtalradwegs gilt, lässt weiter auf sich warten. Ursprünglich hatte Stadtbaurat Thomas Grothe im November 2016 im Stadtentwicklungsausschuss angekündigt, dass das 2,3-Millionen-Euro-Projekt bereits im Jahr 2017 fertiggestellt sein solle.

Doch bis heute ist noch nicht einmal ein Grundstein gelegt worden. Inzwischen zeichnet sich ab, dass sich die Eröffnung noch bis ins Jahr 2020 hinziehen dürfte – pünktlich zum dann anlaufenden Kommunalwahlkampf.

Mit der Querung im Schatten der A 1 direkt an der Mündung der Volme in die Ruhr soll sich für Hagen die Chance eröffnen, das Südufer des Harkortsees für Radtouristen attraktiver zu erschließen. Mit dem Bauwerk ergibt sich zudem die Gelegenheit, die beiden Ruhrseen komplett zu umrunden und damit den Freizeitwert auf diesem Abschnitt des Ruhrtals erheblich zu erhöhen.

Vier Stützpfeiler im Flussbett

Die etwa drei Meter breite Querung – vorgesehen ist eine sogenannte Rohrfachwerk-Konstruktion – soll auf vier Stützpfeilern ruhen, die eines Tages im Flussbett stehen sollen. Die entsprechenden Bodenuntersuchungen haben bereits stattgefunden. Außerdem hat die Stadt Hagen in den Uferzonen schon reichlich Bäume fällen lassen, um dort die Widerlager für die Konstruktion entstehen zu lassen.

Ziel bleibt es, vom Laufwasserkraftwerk am Hengsteysee entlang der Autobahn (Köln-Bremen) eine direkte Verbindung zur Herdecker Straße zu schaffen. Von dort aus, so das mittelfristige Ziel, sollen attraktive Ziele wie die Kaisberg-Aue, der Geo-Pfad, Haus Baukey oder auch das Wasserschloss Werdringen künftig von einem Besucherschub profitieren.

Dabei hofft Hagen natürlich auch darauf, dass Teile der Spaziergänger-, Jogger- und Radfahrer-Heerscharen, die regelmäßig am Herdecker Ruhrufer für Vitalität sorgen, künftig auch mal einen Blick auf die Hagener Attraktionen werfen.

Viele Ideen – keine Fördermittel

Allerdings fehlt nach dem vergeblichen Ringen der Stadt um Fördertöpfe des Landes weiterhin jegliche konzeptionelle Planung, wie das Ruhrtal zwischen Vorhaller Kreisel und dem Werdringer Wasserschloss als touristischer Pfad mit zeitgemäßen Verlockungen gestaltet werden könnte. Ideen dafür gibt es reichlich, allerdings bleibt weiterhin völlig unklar, wie die Finanzierung mit Hilfe des Landes sich gestalten könnte. Auch eine Mittelbereitstellung im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027 erscheint im Moment weitgehend ungewiss.

Für die Volmebrücke ist die Finanzierung hingegen gesichert. Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat das Projekt bereits beim Ministerium in Düsseldorf angemeldet und die Stadt Hagen die erforderlichen Anträge über die Bezirksregierung gestellt. Vorgesehen dafür sind Landesmittel im Rahmen der Tourismusförderung aus dem Topf „Regionales Wirtschaftsförderungsprogramm“. 90 Prozent des 2,3-Millionen-Invests kommen aus Düsseldorf, den kommunalen Eigenanteil von zehn Prozent übernimmt der RVR, so dass die Stadt sich lediglich um die organisatorischen Aspekte kümmern muss.

Baubeginn erst im Jahr 2019

Im Rathaus geht man davon aus, dass der Bewilligungsbescheid des Landes im Frühsommer dieses Jahres vorliegt. Erst dann kann die Ausschreibung der Arbeiten erfolgen, so dass mit einem Baubeginn vor 2019 nicht zu rechnen ist. Die Eröffnung soll dann 2020 gelingen – drei Jahre später als ursprünglich avisiert.

>>HINTERGRUND: DIREKT IN DIE INNENSTADT

  • Die geplante Radbrücke über die Volmemündung hinweg schafft neben der Ruhrtalverbindung parallel einen wichtigen Anknüpfungspunkt, um mit dem Fahrrad künftig auf sicherem Wege die Hagener Innenstadt zu erreichen.
  • Eine Arbeitsgruppe im Rahmen der Zukunftsschmiede um den Paten Ex-Stadtbaurat Johann Dieckmann hatte zuletzt einen interessanten Vorschlag erarbeitet, wie sich von Vorhalle aus relativ risikolos der Hagener Hauptbahnhof erreichen lässt.
  • Herzstück dieser Routenführung wären neue Radtrassen entlang der Volme, die letztlich auf der Rückseite des Hauptbahnhofes in Höhe der Bahnhofshinterfahrung den Anschluss zur Innenstadt bilden.
  • Für die Tourismus-Förderer bei der Hagen-Agentur gilt es als eines der wesentlichen Ziele, die Sehenswürdigkeiten der Hagener Innenstadt enger mit den Touristenströmen entlang des Ruhrtalradweges zu verbinden.
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik