A 46

Brückensanierung in Hagen wird teurer als vorgesehen

Die Autobahnbrücke von 1966 an der Berchumer Straße.

Foto: Michael Kleinrensing

Die Autobahnbrücke von 1966 an der Berchumer Straße. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Die Brücke über die Berchumer Straße wird 2017 nicht fertig: Geplant wird mit 3,6 Mio. Euro. Die Arbeiten an der Saarlandstraße starten später.

Sie sieht schon so gut wie fertig aus: Die vielen Tausende Autofahrer, die derzeit täglich die Autobahnbrücke über die Berchumer Straße passieren, schöpfen Hoffnung, dass schon bald wieder vier statt nur zwei Fahrbahnen in beide Richtungen befahrbar sein werden. Doch die Brückensanierung wird sich noch bis ins nächste Jahr ziehen.

Und wenn dann irgendwann die Vierspurigkeit wieder erreicht ist, wird die Freude wohl nur kurze Zeit andauern, denn die nächste Großbaustelle auf einer der Haupteinfallstraßen in Richtung Innenstadt folgt schon bald: Die Sanierung der Saarlandstraße mit erheblichen Verkehrseinschränkungen soll nun 2018 starten – und damit rund zwei Jahre später als ursprünglich geplant.

1,95 Millionen vom Bund

Die Brückensanierung an der Berchumer Straße wird erheblich teurer als vorgesehen. Schon im Mai hatte die Stadt auf WP-Anfrage 300 000 Euro Mehrkosten prognostiziert und eine Gesamtsumme von 3 Millionen Euro genannt. Jetzt wird mit 3,6 Millionen Euro kalkuliert – etwa 30 Prozent mehr als die Ausgangssumme. Immerhin: 1,95 Millionen Euro davon werden vom Bund bezuschusst.

Ein maßgeblicher Grund für die Mehrkosten: Im Verlauf der Arbeiten wurden weitere Schäden an dem Bauwerk entdeckt. Das sei nicht vorhersehbar gewesen. „Es waren dadurch zusätzliche Betonsanierungsarbeiten erforderlich“, so Stadtsprecher Karsten-Thilo Raab.

50 Jahre altes Bauwerk

Von Experten war bereits zu Beginn der Planung ein kompletter Neubau ins Spiel gebracht worden. Doch bei der Stadt ist man weiter sicher, dass die Sanierung des gut 50 Jahre alten Bauwerks die wirtschaftlichste Variante bleibt. 2012 seien zwei Sanierungsvarianten dem Neubau in einer Vergleichsrechnung den politischen Entscheidungsträgern präsentiert worden . „Die wirtschaftlichste Variante war die Sanierung“, so Raab.

Dass es nun doch nichts wird mit dem geplanten Abschluss der Bauarbeiten zum Jahresende, führt die Stadt auf die Witterungsbedingungen zurück. Es seien noch Gussasphaltarbeiten auf der Brücke notwendig – ebenso wie der Bau der Lärmschutzwände an den Brückenrändern und Markierungsarbeiten. Die gute Nachricht: Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten wird die Brücke wieder uneingeschränkt nutzbar sein: Seit 2012 galt ein Tempo-60-Limit und ein Verbot für Schwertransporte.

Viel befahrene Straße

Im Spätsommer/Herbst diesen Jahres könnte es nun im besten Fall losgehen – so lautete im Mai noch die optimistische Prognose der Stadt zur Sanierung der vierspurigen und viel befahrenen Saarlandstraße zwischen Landgericht und Autobahnzubringer. Doch jetzt heißt es nur noch vage: 2018 und 2019 solle die aufwändige Sanierung stattfinden.

Zur Erinnerung: Ursprünglich hätten schon 2016 die Bagger anrollen sollen. Flüsterasphalt sollte unter anderem zur Lärmminderung beitragen. Und zwar mit Mitteln aus dem so genannten Konjunkturprogramm III, mit dem der Bund Kommunen unterstützt.

240 m lange Lärmschutzwand

Doch zunächst stand der nicht genehmigte Haushalt der Stadt Hagen dem Ganzen im Weg: Denn auch wenn die rund 2,6 Millionen Euro teure Maßnahme hauptsächlich vom Bund finanziert wird, hätte die Kommune zehn Prozent Eigenmittel leisten müssen. Dann wurde noch eine 240 Meter lange Lärmschutzwand im Bereich zwischen der Brücke „Im Alten Holz“ und der Brücke „Berchumer Straße“ geplant, die nun auch ab nächstem Jahr gebaut werden soll.

Zeitdruck gibt es nach Auskunft von Stadtsprecher Karsten-Thilo Raab nicht: „Die Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket III müssen bis Ende 2020 abgeschlossen und abgerechnet sein.“

>>Hintergrund: Brücke gehört der Stadt

  • Obwohl eine Autobahn über die Brücke Berchumer Straße führt, gehört sie der Stadt. Bei der Planung der A 45 war der Anschluss nicht geplant. Um nicht abgeschnitten zu sein, baute die Stadt die Brücke auf eigene Kosten und musste sie unterhalten.
  • Jetzt würde die Stadt die Brücke gerne an den Bund übergeben. „Das gilt aber derzeit als unwahrscheinlich“, so Stadtsprecher Raab. Nichtsdestotrotz: „Die Stadt wird nach Beendigung der Baumaßnahme die Gespräche wieder aufnehmen.“

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