Fahndungserfolg

Brutaler Raubüberfall auf Goldschmiedin in Hagen aufgeklärt

Samstagvomittag, 20. August: Die Polizei sichert den Tatort am Bergischen Ring in Hagen.

Foto: Alex Talash

Samstagvomittag, 20. August: Die Polizei sichert den Tatort am Bergischen Ring in Hagen. Foto: Alex Talash

Hagen.   Der brutale Überfall auf eine Goldschmiedin (77) in Hagen ist geklärt. Die Ermittler sind sich sicher: Es war ein 35-Jähriger Serbe.

Er sitzt bereits in Haft: Der 35-jährige Serbe, der dringend tatverdächtig ist, die Hagener Goldschmiedin überfallen zu haben, ist auch für einen brutalen Überfall auf einen Juwelier in Hamburg verantwortlich. Zu acht Jahre Haft ist er bereits verurteilt worden. Letztlich war es auch diese Tat, die ihn in dem Hagener Fall überführte.

Eben jener Fall hatte weit über Hagen hinaus für Schlagzeilen gesorgt: Am 20. August vergangenen Jahres war die 77-jährige Goldschmiedin, die seit Jahrzehnten ihr kleines Geschäft am Bergischen Ring in der Hagener Innenstadt nahe der Staatsanwaltschaft betreibt, brutal überfallen worden. Eine Zeugin hatte sie blutüberströmt an jenem Samstagvormittag gegen 11 Uhr gefunden. Mit lebensgefährlichen Verletzungen musste sie ins Krankenhaus gebracht werden. Goldschmuck im Wert von 300 000 Euro erbeuteten der oder die Täter. Auch wenn die 77-Jährige heute wieder genesen ist: Sie hatte keine Erinnerung an den oder die Täter.

„Juwelier-Warndienst“ gibt Polizei entscheidenden Tipp

Eine zehnköpfige Ermittlungskommission arbeitete mit Hochdruck an dem Fall. Doch lange sah es so aus, als ob der oder die Täter vielleicht nie gefasst werden könnten. Doch dann brachte die Spur mit der Nummer 107 den entscheidenden Ermittlungserfolg. Durch einen Hinweis des in Hagen gegründeten, nun aber europaweit aktiven Präventionsnetzwerk „Juwelier-Warndienst“ von Martin Winckel und schließlich durch den bundesweiten polizeilichen Informationsaustausch waren die Hagener Ermittler auf den Hamburger Überfall aufmerksam gemacht worden.

Am 3. Dezember 2016 hatten zwei männliche Täter – auch an einem Samstagvormittag – ein etwas abseits gelegenen kleines Juweliergeschäft betreten und den dort allein anwesenden Juwelier brutal zusammengeschlagen. Erstaunliche Parallelen also zu dem Fall in Hagen. Und auch hier raubten die Täter hochwertigen Goldschmuck und flüchteten mit einer U-Bahn vom Tatort.

Allerdings gab es hier aufmerksame Zeugen, die der Polizei Hinweise auf die Fluchtrichtung geben konnten. Die beiden Männer – der 35-jährige Serbe und ein 27 Jahre alter Landsmann, – konnten in der U-Bahn festgenommen werden.

Täter DNA passt zu Blutspuren am Tatort in Hagen

Nachdem die Hagener Ermittler auf die Parallelen aufmerksam wurden, baten sie die Hamburger Kollegen um eine DNA-Entnahme bei den Tätern. Und zumindest bei dem 35-Jährigen gab es eine Treffer. Seine DNA passte zu den vielen Blutspuren, die die Ermittler am Tatort am Bergischen Ring sicher konnten. Offensichtlich hatte sich der Serbe bei dem brutalen

Überfall Verletzungen zugezogen.

Die DNA des zweiten Hamburger Täters wurde dagegen nicht am Hagener Tatort gefunden. Ihm können die Ermittler also keine Beteiligung an dem Überfall auf die Goldschmiedin nachweisen. Ingo Scheid, Erster Kriminalhauptkommissar und Leiter der Mordkommission, geht weiter davon aus, dass in Hagen mehrere Täter am Werke waren. Vermutlich gebe es Hintermänner, die auch die Tatziele ausspioniert hätten: „Aber wir haben derzeit keine objektiven Spuren, die zu weiteren Beteiligten führen könnten.“

Erbeuteter Goldschmuck wohl eingeschmolzen

Der tatverdächtige 35-jährige Serbe war offensichtlich gezielt zur Begehung der Taten eingereist, ansonsten hat er keinen Bezug zu Deutschland. Die Staatsanwaltschaft Hagen wird vermutlich in Kürze Anklage erheben, der Prozess wird dann vor dem Hagener Landgericht stattfinden.

Die bei der Hagener Goldschmiedin geraubten Schmuckstücke sind übrigens nicht wieder aufgetaucht. Die Polizei geht davon aus, dass diese auch längst eingeschmolzen wurden.

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