Verkehr

Bürger beschweren sich über verdreckten Busbahnhof in Hagen

Der Busbahnhof in Hagen hat ein Sauberkeitsproblem: An und unter den Abfallkörben klebt Unrat, die Betonpfeiler sind trist und an den Sitzbänken blättert die Farbe ab.

Der Busbahnhof in Hagen hat ein Sauberkeitsproblem: An und unter den Abfallkörben klebt Unrat, die Betonpfeiler sind trist und an den Sitzbänken blättert die Farbe ab.

Foto: Michael Koch

Hagen.   Bürger beschweren sich über verdreckten Hagener Busbahnhof, doch Stadt macht wenig Hoffnung auf mehr Reinigung. Dafür könnte Fernbus-Halt kommen.

Etwa 1500 Busse passieren ihn Tag für Tag. Und rund 23 000 Menschen steigen dort ein und aus. Der Zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) am Hauptbahnhof ist einer der belebtesten Orte in ganz Hagen. Aber sein Zustand ist nicht unbedingt vorzeigbar. So sieht es zumindest Renate Sasse. „Der Busbahnhof ist für alle Reisenden, die dort mit einem Bus weiterfahren oder umsteigen, eine Zumutung“, ärgert sich die Hagener Bürgerin.

Ob sich daran etwas ändern wird, ist aber fraglich. Die Hagener Straßenbahn, so ihr Sprecher Dirk Thorbow, räumt zwar ein: „Die Sauberkeit ist verbesserungswürdig.“ Doch die Stadt Hagen, die letztlich die Reinigung zahlen muss, macht wenig Hoffnung, dass die Reinigungsintervalle erhöht werden. „Das würde wieder zusätzliche Kosten auslösen, und das zu finanzieren wird schwierig“, so Baudezernent Thomas Grothe.

Verunreinigung durch Taubenkot

Für Renate Sasse eine unbefriedigende Antwort. Sie sieht in dem Busbahnhof inzwischen einen „Schandfleck“: „Der Schmutz ist dermaßen groß, dass er mit normalen Mitteln kaum noch zu beseitigen ist. Die Trennwände sehen verheerend auch. Die Abfallbehälter sind total versifft und zum Teil fehlen welche. Die Säulen haben jahrelang keine Farbe gesehen, nur schmutzig sind sie. “

Und in der Tat zeigt der Ortstermin: Unter den Mülleimern klebt eine undefinierbare Masse, Müll fliegt umher und auf den metallenen Sitzbänken sind nur noch Reste der blauen Farbe zu sehen.

Gerd Homm, früherer Bundesbahner und lange für die SPD in der Bezirksvertretung Mitte aktiv, spricht ebenfalls von „einem miserablen Zustand“ des Busbahnhofs: „Die Sitzbänke, die Anzeigetafeln und der Boden innerhalb des Durchgangs zur Innenstadt sind mit Taubenkot verdreckt und die abgebauten Bänke sind nicht ersetzt worden.“ Er fordert: „Dieser unerträgliche Zustand muss schnellstens beseitigt werden.“ Eine Grundreinigung des gesamten Bereichs und ein neuer Anstrich, insbesondere der Betonklötze, die die Dachkonstruktion tragen, sei dringend erforderlich.

Für die Sauberkeit und den Zustand des im Jahr 2000 eingeweihten Busbahnhofs ist in allererster Linie die Hagener Stadtverwaltung zuständig. Zwar säubert die Hagener Straßenbahn einmal monatlich die Trennscheiben der Wartehallen und die Vitrinen mit den Fahrplänen. Den Rest muss aber die Stadt besorgen, beziehungsweise der von ihr beauftragte Hagener Entsorgungsbetrieb (HEB).

Keine Umgestaltung geplant

„Wir haben das Thema auf dem Schirm und reagieren auch, wenn es größere Verschmutzungen gibt, so wie etwa mit dem Taubenkot“, so Baudezernent Thomas Grothe im Gespräch mit der WESTFALENPOST. Eine generelle Erhöhung der Reinigungsintervalle sei aber nur möglich, wenn auch mehr Geld investiert werde. Und damit sieht es schlecht aus.

Eine generelle Sanierung oder eine Umgestaltung des Busbahnhofs stünden nicht an – auch nicht, wenn sich bei Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung die Verkehrsströme am Graf-von-Galen-Ring verringern werden: „Das ginge auch gar nicht. Der Busbahnhof funktioniert so gut und er ist mit Fördergeldern gebaut worden, da läuft eine Bindung von 25 Jahren.“ Auch die Straßenbahn, so Dirk Thorbow, sehe derzeit keinen Handlungsbedarf, die Verkehre anders zu führen.

Renate Sasse würden ja auch schon Kleinigkeiten freuen, um den Busbahnhof etwas attraktiver zu machen: „Könnten nicht an den Enden kleine Blumenkübel aufgestellt werden. Oder man könnte Blumenampel an den Säulen anbringen wie im unteren Teil der Elberfelder Straße.“

>> HINTERGRUND: Fernbus-Halt möglich

  • Auch wenn nach Fertigstellung der Bahnhofshinterfahrung keine generelle Umgestaltung des Busbahnhofs geplant ist, könnte sich eine neue Option für den Bereich ergeben. „Wir prüfen, ob sich durch die verminderten Verkehre eine Option ergibt, vor dem Hauptbahnhof doch die Fernbusse halten zu lassen“, so Baudezernent Thomas Grothe.
  • Bislang haben die Haltepunkte der Fernbusse in Hagen für große Diskussionen gesorgt: Am Hauptbahnhof dürfen sie nicht halten, die zugewiesen Haltepunkte am Loxbaum und am Konrad-Adenauer-Ring in Kückelhausen werden aber von Fahrgästen und von den Fernbusunternehmen abgelehnt.

  • Grothe will die Zufahrt für die Fernbusse am Hauptbahnhof gerne kostenpflichtig machen. „Die Fahrer müssen dann – wie in Dortmund – ein Ticket ziehen.“

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