Stromtrasse

Hagener favorisieren Reh für neue Hochspannungs-Trasse

Sabine Jochheim und Anne Stamm informierten bereits im Jahr 2015 über die geplanten Trassenführungen des Netzbetreibers Amprion.

Sabine Jochheim und Anne Stamm informierten bereits im Jahr 2015 über die geplanten Trassenführungen des Netzbetreibers Amprion.

Foto: Christian Rasche

Hohenlimburg.   Wo führt zukünftig die 380-kV-Höchstspannungstrasse her? Über Reh oder durch Elsey? Das wird in den kommenden Wochen diskutiert.

Wo wird die geplante neue 380-kV-Höchstspannungsleitung herführen? Wie sich die Stadt hier positionieren wird, wird bei der Beantwortung der Frage eine nicht unwichtige Rolle spielen. Die Federführung hat letztlich jedoch der Regierungspräsident in Arnsberg.

Aktuell hat die Verwaltung eine Beratungsdrucksache erstellt. In den politischen Gremien muss diese in den kommenden Wochen beraten werden – um weiter dem Netzbetreiber Amprion eine Marschrichtung der Hagener Politik vorgeben zu können.

Von Dortmund nach Rheinland-Pfalz

Die „Gefechtslage“ sieht derzeit so aus: Die neuen Höchstspannungsleitungen sind Teil der bundesweiten „Energiewende“ im Zuge des Atomausstiegs. Durch Hohenlimburg wird eine der Trassen führen, die Strom aus erneuerbaren Energien von Dortmund-Krukel nach Dauersberg in Rheinland-Pfalz bringen soll. Und das mit 380-kV-Höchstspannungsleitungen.

Die beiden in Hohenlimburg dafür in der Diskussion stehenden Trassen sind, so der Netzbetreiber Amprion, grundsätzlich raumverträglich, sprich: planerisch somit machbar.

Bislang hatte Amprion die Variante Elsey in der bestehenden 220-kV-Bestandstrasse (in der Grafik rot eingezeichnet) aufgrund der größeren Rechtssicherheit favorisiert. Aktuell genießt jedoch bei den heimischen Politikern – und insbesondere bei den Bürgern aus Elsey – die Variante Reh-Nord (in der Grafik gepunktet eingezeichent) – die größere Beachtung.

Dabei sollen zwei Mastenreihen nördlich der Wohnbebauung Reh vorbeigeführt werden. Auf einer Mastenreihe befinden sich die 220-kV-Leitungen der Enervie und der Deutschen Bahn (110-kV), auf der anderen die 380-kV-Leitungen der Amprion und der Westnetz (110 kV.). Eher zurückhaltend äußerte sich bislang die Bürgerinitiative Reh zu diesen Planungen. Deshalb sehen die Anwohner der Verwaltungsdrucksache mit Spannung entgegen.

Vor dem Gericht standhalten

So auch Claudia Scholten (Bürgerinitiative Elsey) und Umweltberaterin Anne Stamm. Die Garenfelderin, die inzwischen bundesweit als Mediatorin fast ein Dutzend Bürgerinitiativen in deren Dialogen mit den Kommunen unter anderem zum Energieleitungsausbaugesetz berät, kritisiert die zuletzt aus ihrer Sicht fehlende Transparenz der Stadtverwaltung.

Sie fürchtet, dass Umweltverbände wie der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und der Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland (Bund) bislang nicht genug in die Planungen zur Variante Reh-Nord einbezogen worden seien. Das könne Stoff für eine mögliche spätere Klage der Umweltschutzverbände gegen eine Variante Reh-Nord bieten, die dann die nach ihrer Meinung für die Menschen verträglichste Variante verhindern könnte.

Denn Netzbetreiber Amprion hatte immer wieder betont, eine Trassenführung anzustreben, die einer Prüfung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig standhalten werde.

Bezirksvertretung tagt am 11. Mai.

Am 11. Mai, beschäftigen sich Bezirksvertretung und Umweltausschuss mit dem Thema 380-kV-Höchstspannung. Der Rat tagt dazu am 18. Mai.

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