Nahverkehr

Bürger-Wut über neue Busspur an der Körnerstraße in Hagen

Aktuelles Bild aus der Nachmittagszeit: Stau auf der Pkw-Spur, daneben die Busspur.

Aktuelles Bild aus der Nachmittagszeit: Stau auf der Pkw-Spur, daneben die Busspur.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.  Die neue Busspur an der Körnerstraße erhitzt die Gemüter. Ordnungsamt und Straßenbahn sehen sie bislang positiv.

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Die neue Busspur an der Körnerstraße sorgt für eine intensive Debatte in der Hagener Bevölkerung. Mehrheitlich sorgt sie für Ablehnung und Unverständnis. Die Hagener Straßenbahn und das Ordnungsamt hingegen betonen die Sinnhaftigkeit der Maßnahme, die nur ein Vorbote weiterer verkehrstechnischer Veränderungen in der City ist.

Die Körnerstraße ist seit Ende November zunächst in Fahrtrichtung Bahnhof einspurig. Markiert wurde in einem ersten Schritt nämlich eine neue Busspur zwischen den Bushaltestellen „Neumarktstraße“ und „Arbeitsamt“. Künftig soll es darüber hinaus durchgehend Busspuren von der Schwenke bis zur Körnerstraße geben. Vor allem, um Verspätungen einzudämmen, aber auch, um dem öffentlichen Nahverkehr sichtbar mehr Platz einzuräumen. Es soll ein Schritt in Richtung einer Verkehrswende sein.

„Nach unseren Informationen läuft die Busspur erfolgreich“, erklärt Thomas Lichtenberg, Leiter des Hagener Ordnungsamtes. „Die Straßenbahn ist begeistert, weil Verspätungen entfallen. Ansonsten läuft der Verkehr reibungslos.“ Am vergangenen Freitag habe Chaos geherrscht, allerdings hätten der „Black Friday“, die Klima-Demo „Fridays for Future“ und eine Kurdendemo parallel zum allgemeinen Weihnachtsverkehr stattgefunden. Lichtenberg: „Zudem gab es einige Anfragen von Anliegern bezüglich des Überfahrens der Busspur zu den Grundstücken. Das konnte aber geklärt werden. Von daher von uns ,Daumen hoch’ zur aktuellen Regelung.“

Die Hagener Straßenbahn bestätigt den Eindruck des Ordnungsamtsleiters. „Nach den ersten Tagen können wir sagen, dass unsere Busse diese Strecke wesentlich schneller passieren und größere Verspätungen, die wir uns öfters auf diesem Teilstück einfuhren, ausblieben. An einer Stelle in Höhe der Einfahrt zur Haltestelle „Altenhagener Brücke“ ist die Markierung für die Busse etwas eng geworden. Hier bessert die Markierungs-Firma noch nach“, sagt Straßenbahn-Sprecher Dirk Thorbow. Und die Hagener Polizei sieht auf der Körnerstraße aktuell auch keine Probleme. „Ein Unfallschwerpunkt ist es nicht. Ansonsten gibt es dort von unserer Seite keine weiteren Erhebungen“, so Polizei-Sprecher Sebastian Hirschberg.

Bürger sind verärgert

Die Bürger sehen das nach einer Online-Umfrage unserer Zeitung nahezu komplett anders. Hunderte negative Stimmen erreichen die Redaktion. „Sie ist sehr schlecht organisiert, diese Busspur. Am Nachmittag ist es der reinste Horror. Wenn man um 17 Uhr Feierabend hat und nach Hause möchte, kann man sich mindestens 15 Minuten in der Schlange anstellen. Und im Frühjahr noch auf der anderen Seite. Das geht überhaupt gar nicht“, ärgert sich Bürgerin Melanie Böning. „Wer mir erzählen will, das sei jetzt umweltfreundlich, der ist fernab der Realität. Es herrscht nur noch Stau, Hunderte Autos stehen minutenlang sinnlos herum. Das verpestet die Luft mehr als vorher“, sagt David Petermann. Zu den wenigen positiven Stimmen gehört die von Sven Heinrich: „Gute Initiative. Der ÖPNV muss gestärkt werden. Natürlich wird dann so etwas geplant! Was sonst? Noch eine Spur mehr für Autofahrer? Das wäre ein Schritt in die falsche Richtung.“

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