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Bürgerinitiative sorgt sich um die Zukunft der Emster Ladenzeile

Die Zukunft der Emster Ladenzeile beschäftigt viele Emster Bürger.

Die Zukunft der Emster Ladenzeile beschäftigt viele Emster Bürger.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Emst.  Die Bürgerinitiative setzt sich für die Sanierung des maroden Gebäudekomplexes ein. 1000 Emster Sympathisanten haben sich bereits auf Unterschriftenlisten eingetragen.

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Die Fronten sind verhärtet, obwohl beide Seiten betonen, dass sie keinen Krieg wollen und übertriebene Polemik aus der Diskussion ­heraushalten wollen. Doch damit scheint es mit den Gemeinsamkeiten des Wohnungsvereins und der Bürgerinitiative Emster Ladenzeile auch schon vorbei zu sein.

Der Hagener Wohnungsverein als Eigentümer der Emster Ladenzeile Am großen Feld 30 reißt den aus seiner Sicht nicht sanierungsfähigen Komplex Anfang 2015 ab und will einen Gebäudehof mit neuem Nutzungskonzept errichten, die Bürgerinitiative zum Erhalt der Ladenzeile plädiert für die Instandsetzung der Immobilie.

Zweimal hat die Bürgerinitiative in die ebenfalls betroffene Gaststätte Emster Quelle eingeladen; an einer Unterschriftenaktion haben sich bislang 1000 Sympathisanten beteiligt. „Am liebsten wäre es den Emstern, wenn alles so bliebe wie bisher, wobei die einzelnen Ladenlokale natürlich saniert werden müssten“, fasst Jörg Meier, Vorsitzender der Vereinsgemeinschaft Emst-Bissingheim, zusammen. Meier vermutet, dass die Begründung des Wohnungsvereins, das Objekt sei total marode, nur eine vordergründige Ausrede sei, „die Emster Fläche gilt als lukratives Entwicklungsprojekt, und das will der Wohnungsverein für sich optimieren.“ Friseur und Kiosk kommen nach eigenen Angaben Am großen Feld gut zu Recht, das rund 500 Quadratmeter große ehemalige Schlecker-Ladenlokal steht seit der Insolvenz der Drogeriemarktkette seit eineinhalb Jahren leer. Doch, so Meier, gäbe es für die Ex-Schlecker-Fläche bereits Interessenten.

Schließung der Emster Quelle

Besonders schockiert seien die Emster über die angekündigte Schließung der Emster Quelle und die Entscheidung des Vorstandsvorsitzenden des Wohnungsvereins, Matthias Lüdecke, keine Gastronomie an gleicher Stelle wieder errichten zu wollen. „Das würde das Leben im Stadtteil tief treffen“, prophezeit Bernd Schürmann, Sprecher der Bürgerinitiative. In der alteingesessenen Gaststätte finden seit Jahrzehnten Familienfeiern statt, treffen sich Nachbarschafts- und Stammtischrunden, außerdem 16 Vereine – von den Taubenzüchtern bis zum Tennisverein, vom Siedlerbund bis zu Kirchengemeinden.

Unmut regt sich auch bei vielen Mietern der 500 Wohneinheiten des Wohnungsvereins auf Emst. Sie sind mit dem Erwerb von Genossenschaftsanteilen nicht nur Mieter, sondern auch Eigentümer der Gesellschaft. Doch der Wunsch nach einer Mitgliederversammlung wurde seitens des Wohnungsvereins mit dem Hinweis, die Presse würde ja über alles informieren, abgetan.

Meier kündigt an, das Thema Emster Ladenzeile auch in die Politik zu tragen. Man wolle (unabhängig der Parteizugehörigkeit) das Thema im Rahmen eines Bebauungsplanverfahrens begleiten, damit interessierte Bürger die Möglichkeit hätten, Einfluss zu nehmen.

Das nächste Treffen der Bürgerversammlung findet am 9. Oktober in der Emster Quelle statt.

Auch Emster Ladenhof in Sorge

Übrigens: Die Sorge vor Abriss und Nichtwiederaufbau im alten Stil und mit gleichem Besatz macht sich langsam auch im Emster Ladenhof an der Emster Straße/Cunostraße breit. Auch der Post-und Lottoshop Pierschke und die übrigen Pächter der Ladenlokale, die ebenfalls im Besitz des Hagener Wohnungsvereins sind, fürchten um ihren Standort.

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