Medizin

Bürgermeister will weiteren Arzt nach Breckerfeld locken

In Breckerfeld gibt es zu wenig Ärzte.

In Breckerfeld gibt es zu wenig Ärzte.

Breckerfeld.   Breckerfeld ist unterversorgt mit Hausärzten. Bürgermeister Dahlhaus verhandelt mit der KV, er will weitere Mediziner in die Stadt locken.

Nachdem die WESTFALENPOST zuletzt berichtet hatte, dass Breckerfeld unterversorgt mit Hausärzten ist, erklärt Bürgermeister André Dahlhaus, dass die Verwaltung schon länger in Gesprächen mit der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) stehe. „Dass wir nur drei Arztsitze in Breckerfeld haben, ist zwar schon länger so. Aber das Ziel muss es sein, noch einen Arzt oder eine Ärztin in die Hansestadt holen.“

Die Stadt Breckerfeld ist ins Frühwarnsystem der KVWL gerutscht. Die Prognose ist schlecht. Es fehlen nicht nur jetzt schon Ärzte, auch die Altersstruktur ist langfristig bedenklich – ohne den amtierenden Medizinern damit Qualität absprechen zu wollen.

Hoher Bedarf

Dr. Gabriella Gratkowski, Dr. Klaus-Dieter Böhm und Uta Wünnemann sind die praktizierenden Hausärzte in Breckerfeld. Wobei Gratkowski und Böhm am selben Standort an der Frankfurter Straße behandeln. Wünnemanns Praxis ist an der Neue Straße zu finden. „Im besten Fall würde es noch mal so laufen, wie bei Frau Wünnemann“, findet André Dahlhaus. Die Medizinerin war laut Dahlhaus von Hagen nach Breckerfeld gewechselt. Die KVWL hatte erklärt, die Praxis gefördert zu haben, um den hohen Bedarf in Breckerfeld zu decken.

Mit so einer Förderung könnte auch ein weiterer Mediziner rechnen, wenn er sich denn für Breckerfeld entscheiden würde. Dazu gehören die Einrichtungskosten, der Umzug oder die Gewährung eines Darlehens zum Praxisumbau. „Wir müssen das im Auge behalten“, sagt Dahlhaus. Prinzipiell fände er es aktuell am besten, wenn sich die drei Praxen an drei unterschiedlichen Standorten befinden würden, um weitere Anlaufpunkte und Vielfalt für Breckerfelds Patienten zu schaffen.

Breckerfelder Altersstruktur

Breckerfeld hat knapp 9000 Einwohner. Der Anteil der Hansestädter ab 65 Jahren beträgt laut Demographiebericht der Bertelsmannstiftung knapp 30 Prozent. Das Durchschnittsalter beträgt 48 Jahre. Breckerfeld gilt zum Beispiel auch für viele Hagener als attraktive Option für den Bau eines Eigenheims – bis zu 16 000-Euro Zulage kann es geben, wenn man mit vier Kindern herzieht. „Und die medizinische Versorgung ist ein wichtiger weicher Standortfaktor“, sagt Dahlhaus.

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