Finanzen

Bundesbank verlässt Hagen nach mehr als 150 Jahren

Andrea Kind und Markus Schlimm von der Bundesbank in Hagen.

Andrea Kind und Markus Schlimm von der Bundesbank in Hagen.

Foto: Heuel

Hagen.   Ein großes Kapitel Hagener Wirtschafts- und Finanzgeschichte geht seinem Ende entgegen: Die Bundesbank schließt ihre Filiale in der Innenstadt.

Zum wohl letzten Mal in ihrer Geschichte präsentierte die Bundesbank in Hagen am Freitag neue Banknoten: Filialleiter Markus Schlimm und Andrea Kind, Expertin für Falschgeld, stellten die überarbeiteten 100- und 200-Euro-Scheine vor, die am Dienstag erstmals ausgegeben werden.

Melancholie war dabei keine zu spüren, obwohl die Bank mit ihren 75 Beschäftigten Hagen möglicherweise schon im kommenden Jahr verlässt.

Kurz vor Fertigstellung

Bekanntlich baut die Bundesbank in Dortmund-Aplerbeck eine neue Filiale, die kurz vor der Fertigstellung steht. Schon im Herbst soll dort der Münzgeldbereich in Betrieb genommen werden.

Zwar konnte oder wollte Schlimm noch keinen konkreten Umzugstermin nennen, doch die Tage der Hagener Filiale sind gezählt (auch die Filialen in Essen, Düsseldorf und Dortmund werden geschlossen und gehen in Aplerbeck auf). „Die Akzeptanz unter den Kollegen für den Umzug ist groß“, sieht Schlimm keine Wehmut aufkommen.

Traditionsreicher Standort

Dabei endet mit der Schließung des Hauses an der Grabenstraße ein über 150-jähriges Kapitel Hagener Wirtschaftsgeschichte. 1862 als Reichsbankagentur in Haspe gegründet und 1909 in die Hagener Innenstadt verlegt, blieb der Standort über alle Inflationen und Währungsreformen hinweg unangetastet.

Heute versorgt das Institut nicht nur Hagen und sein Umland, sondern auch große Teile des Sauer-, des Sieger- und des Bergischen Landes mit Bargeld. „Alle Hagener Bürger haben das Geld, das sie in Händen halten, vermutlich über unser Haus erhalten“, so Schlimm.

Täglicher Geldumtausch

Doch nicht nur für die Ausgabe von frischem Bargeld ist die Bundesbank verantwortlich. Jeder Bürger kann in der Grabenstraße beschädigtes Geld umtauschen, sofern die Hälfte der Banknote noch vorhanden ist. Und nahezu täglich kommt jemand mit der guten, alten D-Mark ins Haus, um sie gegen Euro einzutauschen.

Das alles wird in Hagen demnächst nicht mehr möglich sein. Die Sicherheitsvorrichtungen in dem trutzigen Bankgebäude sollen nach dem Umzug zurückgebaut und die Immobilie auf dem freien Markt zum Verkauf angeboten werden.

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