Kinder- und Jugendprojekt

Camp-Ferien haben ihren eigenen Reiz

Quamboni verbindet: Lea Schwensow ist Expertin in Sachen Feuernummern, Emil Blauschke trainiert mit dem Diabolo.

Foto: Michael Kleinrensing

Quamboni verbindet: Lea Schwensow ist Expertin in Sachen Feuernummern, Emil Blauschke trainiert mit dem Diabolo. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Der Kinder- und Jugendzirkus Quamboni hat sein Sommercamp bezogen. Die 40 Kinder schlafen in Bauwagen.

In diesem Jahr ist bei Quamboni vieles anders. Die ­Leitung hat gewechselt, das Außengelände wurde aufgehübscht, es gibt weniger Vorstellungen, mittags wird nicht mehr selbst gekocht.

„Wir mussten etwas Dampf raus nehmen“, sagt Julia Schmidt. Die Theaterpädagogin leitet gemeinsam mit Kollege Patrick Rösener seit Januar den Kinder- und Jugendzirkus der evangelischen Jugend im Kirchenkreis Hagen.

Doppelspitze eingesetzt

Nachdem der langjährige Zirkusdirektor Carsten Reichelt im letzten Jahr ausschied, wurden die Karten neu gemischt und eine Doppelspitze eingerichtet.

Auch der beliebte Koch, der über Jahre seinen Sommerurlaub für die Quamboni-Kinder opferte und im Camp kochte, ist ausgeschieden.

Die veränderten Gegebenheiten erforderten ein Umdenken bei Julia Schmidt und Patrick Rösener. „Ausschließlich mit den Kindern – also ohne Profi – mittags selbst zu kochen, schaffen wir nicht. Vielleicht im nächsten Jahr“, sagen die beiden. Heißt: Mittags liefert ein Catering-Unternehmen warmes Essen an, „aber Frühstück und Abendessen machen wir weiterhin selbst“, unterstreicht Julia Schmidt. Abends wird häufig gegrillt.

Eigenes Geschirr und Besteck

Die Kinder haben auch zum ersten Mal Geschirr und Besteck von zu Hause mitgebracht, „jeder ist für seine Sachen verantwortlich; das schafft Ordnung“.

In den vergangenen Wochen hat sich auf dem Gelände an der Dödterstraße viel getan.

Die Remise – früher ein ungemütlicher Unterstand – wurde umgestaltet zu einem gemütlichen Lounge-Bereich. Überall auf dem Areal stehen nun Pflanzkübel mit blühenden Blumen, die insgesamt elf Wohnwagen erstrahlen in frischem Gelb.

Am vergangenen Freitag, 4. August, wurde das große, in der Spitze acht Meter hohe Leihzelt aufgebaut, ab Anfang der Woche wurden die 20 Teamer (junge Trainer) eingewiesen, und vorgestern rückten die 40 Zirkuskinder und -jugendlichen an. Zweieinhalb Wochen Camp mit jeder Menge Proben, kleinen Arbeitsdiensten, gemeinsamem Essen und schlafen – Sommerferien der anderen Art.

Vierer- und Achterwohnwagen

Es gibt Jungen - und Mädchen-, Vierer- und Achter- Wohnwagen, außerdem werden die Schlafplätze altersentsprechend vergeben, sprich, jüngere Kinder „hausen“ zusammen. Eine spannende Sache und für viele eine neue Erfahrung.

Emil ist zum ersten Mal Camp-Kind. Der Zwölfjährige ist ein „Wartelistenkind“. „Ja, Quamboni ist bei den Hagenern beliebt. Auf der Warteliste stehen momentan 300 Namen“, sagt Zirkusleiterin Julia Schmidt.

In der Grundschule hat der Junge an einem Zirkusprojekt teilgenommen und in den Vorjahren war Emil mit seinen Eltern stets bei einer Quamboni-Vorstellung. Jetzt ist er selbst dabei, als junger Akrobat. Diabolo und Zigarrenkisten sind die Utensilien, mit denen Emil hantiert. „Und ich bin beim Pyramidenbau dabei – in der vierten von insgesamt sechs Etagen“, erzählt der Junge begeistert.

Die 16-jährige Lea hingegen kennt das Camp-Leben schon recht gut. „Mein Bruder Lars ist 19 und mittlerweile Teamer. Ich bin jetzt zum vierten Mal als Quamboni-Artist dabei. Aber im Sommer 2019 werde auch ich hier Teamerin sein“, freut sich das junge Mädchen, die Luftnummern am Vertikaltuch sowie Feuernummern vorführt.

400 Besucher finden im Zelt Platz

„Hai 5“ heißt das neue, zweieinhalb stündige Programm, das Quamboni im Zelt, das 400 Besuchern Platz bietet, zeigt. Früher gab es pro Tag fast immer zwei Vorstellungen, in diesem Jahr (außer am 20. August) täglich nur noch eine Vorstellung. „Zwei Auftritte pro Tag – das war für Teamer und Kinder schon echt stressig. Dieses Mal lassen wir es etwas ruhiger angehen“, sagt die Doppelspitze Schmidt/ Rösener.

>>>HINTERGRUND

  • Quamboni wurde vor 28 Jahren gegründet; seit drei Jahren wird auf dem Elbersgelände geprobt. Dort steht seitdem auch das Sommercamp.
  • Vorstellungen finden täglich von Samstag, 19. August, bis Samstag, 26. August (außer am 24. August) statt.
  • Tickets zu 4 Euro (Kinder) bzw. 8 Euro (Erwachsene) gibt’s u.a. auf dem Gelände selbst und online unter quamboni@ev-jugend-hagen.de
  • Im Rahmen des Springefestes tritt am Sonntag, 13. August, gegen 13 Uhr die Quamboni-Gauklertruppe auf; auf dem Springeplatz gibt’s auch Zirkuskarten im Vorverkauf.

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