Hanfprodukte

Cannabis-Automat in Hagen: „Sind doch nicht bekloppt“

| Lesedauer: 3 Minuten
Erik Brenner und Luis Richter vor ihrem CBD-Automaten in Hagen. Die Jungunternehmer können die Kritik seitens der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen.

Erik Brenner und Luis Richter vor ihrem CBD-Automaten in Hagen. Die Jungunternehmer können die Kritik seitens der Stadtverwaltung nicht nachvollziehen.

Foto: Michael Kleinrensing / WP

Wehringhausen.  Andernorts würden sie mit ihren Produkten willkommen geheißen, nur in Hagen nicht, beklagen die Besitzer des Cannabis-Automaten in Wehringhausen.

Erik Brenner (23) versteht die Welt nicht mehr. Die Kritik, der Stadt Hagen an dem Automaten mit Hanfprodukten, den er und sein Geschäftspartner Luis Richter (23) in Wehringhausen aufgestellt haben, kann er nicht nachvollziehen.

Und dass nun die Staatsanwaltschaft in Hagen prüft, ob die beiden Jungunternehmer sich sogar strafbar gemacht haben könnten, sei noch weniger verständlich, so Brenner: „Wir vertreiben legale Produkte. Und in anderen Städten hat es an unserem Konzept auch keinerlei Missbilligung gegeben.“

Zur Erinnerung: Brenner und Richter haben im August an der Wehringhauser Straße einen Warenautomaten platziert, der Hanfprodukte mit dem Wirkstoff CBD enthält. Dabei handelt es sich um Cannabidiol, einen aus der Hanfpflanze gewonnenen Stoff, der keine berauschende Wirkung mit sich bringt und auch nicht abhängig macht. „Vielmehr ist der Effekt entspannend und wohltuend“, sagen Richter und Brenner.

Stadtverwaltung hat viele Kritikpunkte

Anders als die psychoaktive Substanz THC, die ebenfalls in der Hanfpflanze vorkommt und bei der Herstellung von Marihuana und Haschisch eine entscheidende Rolle spielt, habe CBD ein hohes Zukunftspotenzial, betonen die Jungunternehmer, zum Beispiel bei der optimalen Regeneration nach sportlichen Aktivitäten.

Doch der Hagener Stadtverwaltung ist der Pablomat, wie Brenner und Richter die Anlage getauft haben, ein Dorn im Auge. Von einer Stigmatisierung des ohnehin problembelasteten Viertels in Wehringhausen, von einem hohen Konfliktpotenzial und zusätzlichem Risiko für weitere Auseinandersetzungen und von einer möglichen Verwandtschaft zu Drogen war in einer Stellungnahme, in der mehrere städtische Ämter ihre Bedenken geltend gemacht hatten, die Rede.

Schließlich wurden Polizei und Staatsanwaltschaft eingeschaltet, die nun prüfen, ob das Aufstellen des CBD-Automaten strafrechtlich relevant sein könnte: „Diese Überprüfung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen“, so Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli.

Jungunternehmer halten an Geschäftsidee fest

Das Vorgehen der Behörden in Hagen sei einzigartig und für ihn und seinen Partner absolut ungerechtfertigt, beklagt Erik Brenner: „In anderen Städten war die Stimmung sogar positiv, nachdem unsere Automaten bekannt geworden waren.“ In den nächsten Wochen sollten deshalb weitere Pablomaten in verschiedenen Kommunen aufgestellt werden, kündigte er an.

Den Vorwurf, dass sein Automat dazu beitrage, den Ruf von Wehringhausen herabzusetzen, finde er einfach nur „lächerlich“, so Brenner. „Und außerdem wären wir doch bekloppt, wenn wir wirklich Rauschgift verkaufen würden.“

+++Lesen Sie auch: Alte Buche in Hagen auf der Abschussliste+++

Vielleicht, so vermutet er, habe man sich ja in Hagen noch nicht ausreichend mit dem Thema beschäftigt und wisse gar nicht, was es mit CBD-Produkten auf sich habe. Er und Richter seien aber gesprächsbereit und würden gern zur Aufklärung beitragen: „Und wer weiß, vielleicht dürfen wir ja irgendwann einen zweiten Automaten in Hagen aufstellen, am besten in der Innenstadt.“

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Hagen

Liebe Nutzerinnen und Nutzer:

Wir mussten unsere Kommentarfunktion im Portal aus technischen Gründen leider abschalten. Mehr zu den Hintergründen erfahren Sie
» HIER