Interview

Chefin von Ebro-Armaturen versichert: Hagen bleibt Stammsitz

Lydia Bröer ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma Ebro Armaturen in Hagen-Haspe.

Lydia Bröer ist Inhaberin und Geschäftsführerin der Firma Ebro Armaturen in Hagen-Haspe.

Foto: Michael Koch / WP Michael Koch

Hagen.  Der Armaturen-Hersteller Ebro produziert auch in China und Thailand. Aber Chefin Lydia Bröer gibt ein klares Bekenntnis zu Hagen ab.

Lydia Bröer ist Inhaberin von Ebro Armaturen in der Karlstraße in Haspe. Sie hat das Unternehmen 2012 von ihrem Vater Peter übernommen und führt den Traditions-Familienbetrieb nun in der vierten Generation.

Frau Bröer, wie geht es Ihrem Unternehmen?

Lydia Bröer: Gut, wir haben im vergangenen Jahr mit etwa 174 Millionen Euro Umsatz das beste Jahr in der Firmengeschichte erreicht. Wir haben uns als Spezialist im Armaturenbereich zum europaweit führenden Anbieter entwickelt. Dazu trägt sicherlich bei, dass wir alles aus einer Hand liefern. Bei unseren Armaturen stammen 80 bis 90 Prozent aus unserer eigenen Produktion. Und: Wir haben weltweit rund 1000 Mitarbeiter, hier in Hagen rund 360. Bislang gibt es auch keine Anzeichen, dass sich die Auftragslage wesentlich eintrüben könnte.

Wird trotz der Internationalisierung Hagen weiter Ihr Stammsitz bleiben?

Ja, wir haben in den 90er-Jahren ja – durch meinen Vater Peter voran getrieben – die internationale Expansion begonnen. Wir haben heute Werke in Italien, Thailand, China und durch Zukauf eines mehr als 350 Jahre alten Unternehmens auch einen Standort in Schweden. Hier in Hagen werden aber die Produkte entwickelt und hier ist auch unsere Produktion von Spezialartikeln.

Digitalisierung ist in aller Munde. Wie betrifft diese ein metallverarbeitendes Unternehmen wie Ihres?

Das ist natürlich ein großes Thema. Wir arbeiten an der Digitalisierung von Prozessen, wobei insbesondere die Montage unserer Armaturen wohl weiter lange Handarbeit bleiben wird. Aber schon der Datenaustausch zwischen unseren Konstrukteuren hier in Haspe und unseren Standorten in der Welt wird durch eine zunehmende Digitalisierung einfacher. Vor allem aber werden auch unsere Produkte digitaler. Wir können heute einen Chip in die Armatur einbauen, der ständig Daten liefert. Musste sonst bei Störungen gleich die ganze Armatur ausgebaut werden, um einen Fehler zu finden, liefern das heute in den meisten Fällen diese Daten. Das spart Zeit und Geld in Produktionsabläufen.

Stichwort Fachkräftemangel: Fällt es Ihrem Unternehmen schwer, Nachwuchs zu finden?

Wir bilden selbst aus: Aktuell Industriekaufleute, Fachinformatiker für Systemintegration, Technische Produktdesigner und Zerspanungsmechaniker. Wir beschäftigen auch Lackierer, Logistiker und Ingenieure. Natürlich ist es eine Herausforderung, genügend Fachkräfte zu finden. Aber Ebro ist schon bei vielen Bewerbern ein Begriff, da haben wir einen guten Ruf. Wir arbeiten auch mit der Fachhochschule eng zusammen. Und wir werden uns bei dem geplanten neuen Technikzentrum auf dem Elbersgelände engagieren, mit dem Jugendliche für technische Berufe begeistert werden sollen.

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