Coronavirus

Corona in Breckerfeld: Stadt verschärft Maßnahmen weiter

Das Zentrum von Breckerfeld aus der Luft. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie gelten auch in Breckerfeld verschärfte Maßnahmen.

Das Zentrum von Breckerfeld aus der Luft. Aufgrund der dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie gelten auch in Breckerfeld verschärfte Maßnahmen.

Foto: Hans Blossey / www.blossey.eu

Breckerfeld.  Nach dem Todesfall wird im Altenzentrum St. Jakobus weiter getestet. Die steigenden Zahlen haben Auswirkungen auch in Breckerfeld. Ein Überblick.

Angesichts der weiterhin äußerst dynamischen Entwicklung der Corona-Pandemie im Ennepe-Ruhr-Kreis hat auch die Stadt Breckerfeld noch einmal ihre Vorsorgemaßnahmen verschärft. So sind nach Angaben von Bürgermeister André Dahlhaus ab sofort bei Beerdigungen in der Trauerhalle statt bislang 50 Personen nur noch 30 Besucher zugelassen. Die Zahl der Hochzeitsgäste bei standesamtlichen Trauungen im Heimatmuseum wurde sogar von 24 auf zehn Gäste reduziert.

Parallel wurden gestern in Altenzentrum St. Jakobus noch einmal im großen Stil Mitarbeiter und Bewohner auf das Covid-19-Virus getestet. Nachdem zuletzt ein 89-jähriger Bewohner an Corona verstorben war, möchten die Gesundheitsbehörden sicher gehen, dass das Virus nicht im Hause grassiert. Der Verstorbene verbrachte die letzten Tage seines Lebens nach Informationen der Stadtredaktion nämlich im Krankenhaus. Daher ist bis heute völlig unklar, wo sich das Pandemie-Opfer infiziert hat und ob der Ursprung in Breckerfeld liegt. „Mit der Testreihe geht der Kreis jetzt einfach auf Nummer sicher“, betont Dahlhaus.

Gute Nachrichten gibt es derweil aus der betroffenen Kita: Hier waren nach einem Corona-Fall sämtliche Nutzer der Einrichtung getestet worden. Die Ergebnisse zeigen inzwischen, dass alle 55 Abstrich-Ergebnisse negativ waren, so dass die Quarantäne Montag ausläuft und der Normalbetrieb anlaufen kann.

Keine Maskenpflicht in Grundschulen

Ab Montag startet parallel auch wieder der Schulbetrieb mit Maskenpflicht ab der 5. Klasse. Der Vorstoß der EN-Schulräte, mit diesem Instrument auch im Grundschulbereich zu arbeiten, wurde von der Bezirksregierung am Donnerstag abgelehnt. Hintergrund für den Vorstoß waren die steigenden Infektionszahlen. „

Wir haben es mit sehr vielen kleinen Infektionsherden zu tun“, blickt Amtsärztin Dr. Sabine Klinke-Rehbein auf die Entwicklungen. „Die meisten neuen Infektionen entstehen im Familienkontext oder durch private Kontakte. Und sie verteilen sich auf das gesamte Kreisgebiet.“ Zudem tragen Ausbrüche in zwei Krankenhäusern im Kreis zu den steigenden Zahlen bei: Im Marienhospital in Witten sind acht Mitarbeiter positiv getestet worden. Im Klinikum Niederwenigern in Hattingen gibt es zwölf Corona-Fälle. In beiden Krankenhäusern wurden in Absprache mit dem Gesundheitsamt Vorkehrungen getroffen, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Kaum Verstöße in der Hansestadt

Obwohl in Breckerfeld aktuell sogar der vierte positive Covid-19-Fall in der Statistik auftaucht, plant Dahlhaus keine weitergehenden Schutzmaßnahmen: „Wir erleben ja zurzeit noch das Infektionsgeschehen auf Grundlage der Ansteckungsquote von vor acht bis zehn Tagen. Jetzt gilt es erst einmal abzuwarten, was die jüngsten Verordnungen bewirken.“

Derweil sind die Anfragen von Vereinen im Rathaus nach der Durchführung von Veranstaltungen nahezu eingeschlafen. Zurzeit melden sich beim Ordnungsamt lediglich Bürger, die im privaten Rahmen Feiern veranstalten möchten. Ordnungsamtsleiter Andreas Bleck betont vor allem den präventiven Charakter der Arbeit: „Wir stehen mit Geschäften, Supermärkten und der Gastronomie permanent in Kontakt.“

Verstöße gegen Corona-Regeln hat die Stadt so gut wie keine zu beklagen: „Das liegt zum einen an der Disziplin der Bürger, sicherlich aber auch daran, dass es keine Ballungszentren gibt und die Bevölkerungsstruktur anders ist.“ Breckerfeld hat auch keinen Ordnungsdienst, der auf den Straßen unterwegs ist, „die Personalressourcen sind anders.“ Aber die Zusammenarbeit in allen Bereichen funktioniere hervorragend. Corona bedeute für die Verwaltung zwar eine erhebliche Arbeitsbelastung, „aber uns ist es wichtig, hier einen größtmöglichen Infektionsschutz zu bieten. Dafür arbeiten alle Hand in Hand.“

Die Zahlen im Überblick

316 Kreisbewohner sind derzeit am Coronavirus erkrankt. Damit gibt es 1.305 bestätigte Fälle im EN-Kreis.

971 Menschen gelten als genesen.

57 Neuinfektionen sind innerhalb der letzten 24 Stunden dazugekommen.

74,66 beträgt der Wert der Sieben-Tage-Inzidenz (Vortag 67,26). Damit gilt der EN-Kreis weiter als Risikogebiet.

26 Patienten sind im Kreisgebiet mit Corona-Infektion in stationärer Behandlung. Einer von ihnen wird intensivmedizinisch betreut und beatmet.

4 Coronafälle gibt es aktuell in der Hansestadt.

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