Corona

Coronafälle erreichen in Hagen wieder Rekordhoch

Ein Polizeibeamter kontrolliert in einer Fußgängerzone, ob die Passanten sich an die Corona-Regeln halten (Symbolfoto). In Hagen können sich maximal fünf Personen in der Öffentlichkeit treffen.

Ein Polizeibeamter kontrolliert in einer Fußgängerzone, ob die Passanten sich an die Corona-Regeln halten (Symbolfoto). In Hagen können sich maximal fünf Personen in der Öffentlichkeit treffen.

Foto: FUNKE Foto Services

Hagen.  Die Stadt vermeldet den elften Todesfall, der Inzidenzwert steigt auf 77,4. Die Behörden dokumentieren seit März 1600 Corona-Verstöße.

Es sind traurige Neuigkeiten am Mittwoch: Die Corona-Pandemie hat ein elftes Todesopfer in Hagen gefordert. Der Patient war 64 Jahre alt, hatte keine Vorerkrankungen. Auch der Inzidenzwert stieg am Mittwoch wieder – auf 77,4. Außerdem: 41 Neuinfektionen sind laut der Stadt Hagen innerhalb eines Tages dazugekommen. Mit 195 Infizierten hat die Corona-Welle­ in Hagen nun wieder einen Höhepunkt erreicht. Zum Vergleich: Während der ersten Welle­ bewegte sich die Zahl immer unter der 100er-Grenze.

Für die städtischen Mitarbeiter bedeutet die Pandemie eine hohe Arbeitsbelastung – zur Unterstützung bei der Kontaktpersonen-Nachverfolgung sind bereits Soldaten der Bundeswehr im Haus Busch eingezogen, weil die Infektionsketten immer unübersichtlicher werden (wir berichteten). Das Ordnungsamt arbeitet derweil bei Kontrollen im Stadtgebiet Hand in Hand mit der Hagener Polizei und in einigen Fällen mit Unterstützung der Bundespolizei. 1600 Verstöße gegen die Corona-Schutz-Verordnung hat die Stadt seit März dokumentiert.

Meiste Fälle während des Lockdowns

Dabei ist die Spanne bei den Bußgeldern riesig, reicht von 50 Euro beim Maskenverweigerer über 5000 Euro für das Angebot eines Übernachtungsangebots zu touristischen Zwecken ohne Konzept bis hin zu 10.000 Euro bei der Durchführung eines Wettbewerbs im Berufssport. Immerhin: „Die ersten Tage mit den verschärften Regeln sind ohne große Auffälligkeiten verlaufen“, so Stadtsprecherin Clara Treude. Das Bewusstsein für die Regeln sei mittlerweile größer als noch zu Beginn der Corona-Pandemie. Die Meldungen zu Verstößen nehmen ab.

Auch die Polizei rückte immer wieder zu Einsätzen aus. Insgesamt 500 Fälle sind dokumentiert. Davon entfallen zehn auf den Oktober, drei gab es im September, im August zuletzt zwölf. „Am höchsten waren die Einsatzsatzahlen im März (109) und April (320) im Zusammenhang mit dem Lockdown“, blickt Polizei-Sprecher Tino Schäfer zurück. „Viele­ Fälle, in denen sich Anrufer bei der Leitstelle melden, werden an das Ordnungsamt abgegeben, weil die städtischen Behörden in erster Linie zuständig sind“, so Schäfer, der die gute Zusammenarbeit hervorheben möchte. Dennoch könne auch die Polizei vor Ort Vergehen ahnden. „In den meisten Fällen geht es dabei um Ansammlungen oder Maskenverstöße.“

Diskussionen über Maskenpflicht

Maskenverstöße beschäftigen auch die Bundespolizei in Bus und Bahn. „Ermahnungen, Platzverweise und die Übermittlungen von Daten an das Gesundheitsamt haben wir in den vergangenen zwei Monaten in einer hohen zweistelligen Anzahl durchgeführt“, sagt Sprecher Volker Stall zu Maskenverweigerern. Insgesamt 75 Fälle wurden bei der Stadt gemeldet. „Der Verstoß wird mit einem Bußgeld von 150 Euro geahndet“, sagt Sprecherin Clara Treude. Allein durch Maskenverweigerer im ÖPNV käme dadurch ein Betrag von 11.250 Euro zusammen, der in die städtische Kasse fließt – nur in den letzten zwei Monaten.

„Die Bundespolizei unterstützt die Behörden und ermahnt täglich Reisende in Zügen oder auf Bahnhöfen“, erklärt Stall. Die Beamten könnten auf Maskenverweigerer mit gebührenpflichtigen Platzverweisen und einer Übermittlung der Daten an das Gesundheitsamt reagieren. „Eine Zunahme von tätlichen Angriffen auf Bundespolizisten ist derzeit nur marginal festzustellen.“ Ungeachtet dessen bestehe bei Maskenverweigerern aber „ein großes Diskussionsbedürfnis über Sinn und Zweck der Maskenpflicht“.

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