Ausgezeichnet

Sanitätshaus Riepe für Familienfreundlichkeit ausgezeichnet

Astrid Riepe-Stockmann und ihr Sohn Lars-Gunnar Stockmann  wollen das Sanitätshaus Riepe noch weiter familienfreundlich ausbauen. Auch, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Foto:Michael Kleinrensing

Astrid Riepe-Stockmann und ihr Sohn Lars-Gunnar Stockmann wollen das Sanitätshaus Riepe noch weiter familienfreundlich ausbauen. Auch, um im Wettbewerb um Fachkräfte zu bestehen. Foto:Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Hagener Traditionsbetrieb „Sanitätshaus Riepe“ ist von der Agentur Mark für seine Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden.

Regina Huppertz (54) muss ihre demenzkranke Mutter pflegen. Dass sie dennoch einer Vollzeitbeschäftigung nachgehen kann, hat sie einer ebenso großzügigen wie zeitgemäßen Regelung ihres Arbeitgebers zu verdanken.

Regina Huppertz arbeitet in der Abteilung Rehatechnik des Sanitätshauses Riepe, und wenn immer möglich, darf sie ihre Aufgaben zu Hause am PC erledigen: „So kann ich den Beruf mit der Pflege meiner Mutter verbinden“, sagt sie: „Ohne Homeoffice könnte ich nicht ganztags arbeiten.“

110 Mitarbeiter

Für seine Bemühungen, den 110 Mitarbeitern die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben zu erleichtern, wurde der Firma von der Agentur Mark jetzt das Prädikat „Familienfreundliches Unternehmen“ verliehen.


Andreas Lux, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer, lobte die moderne Personalpolitik des Hagener Unternehmens: „Die Mittelständler sind diejenigen, die sich um ihre Beschäftigten kümmern und damit einen wichtigen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit der Region leisten.“

Die Verantwortung und Fürsorge für die Belange der Mitarbeiter wurden bei Riepe schon immer groß geschrieben, bereits die Firmengründer Heinz und Lisa Riepe stellten ihren Mitarbeitern in den 50er-Jahren zinsgünstige Kredite oder ein Fahrzeug zur Verfügung.

Unzufriedene Mitarbeiter bringen auch keine Leistung

Diese Hinwendung zum Personal ist bis heute einer der Schlüssel des Unternehmenserfolgs geblieben: „Wir möchten, dass unsere Mitarbeiter sich wohlfühlen“, nennt Lars-Gunnar Stockmann, der das Sanitätshaus gemeinsam mit seiner Mutter Astrid Riepe-Stockmann führt, die Devise: „Unzufriedene Mitarbeiter bringen auch keine Leistung.“

Wie im Fall von Regina Huppertz kreist die familienfreundliche Ausrichtung des Unternehmens derzeit vor allem um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

So wurde im Orthopädie- und Rehazentrum an der Hagener Straße ein Eltern-Arbeitszimmer mit Spielzeug und ausziehbarer Couch eingerichtet. Ist das Kind erkrankt, kann die Mutter (oder der Vater) es ins Büro mitbringen. „Für unsere Mitarbeiter ist maximale Flexibilität wichtig“, sagt Lars-Gunnar Stockmann.

Arbeiten von zu Hause aus

Vor allem aber befeuern flexible Arbeitszeitmodelle und Homeoffice-Lösungen die Identifikation der Angestellten mit dem Unternehmen, denn Riepe liegt daran, seine Beschäftigten so lange wie möglich in der Firma zu halten.

Daher wurde den Mitarbeiterinnen, die im Home­care-Bereich tätig sind und Patienten in deren Wohnung betreuen, ein Tablet zur Verfügung gestellt, so dass sie ihre Dokumentationen von unterwegs oder von zu Hause aus erstellen können und nicht nach jedem Patientenbesuch in die Firma zurückkehren müssen.

Die Arbeitszeit wird erst gar nicht erfasst. „Was das angeht, vertrauen wir dem Personal“, so Stockmann.

Klarer Standortvorteil

Unterstützungsangebote für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie hält die Agentur Mark angesichts des demografischen Wandels und einer sich verändernden Arbeitskultur für einen klaren Standortvorteil.

Denn im Wettbewerb um guten Nachwuchs müssten die Unternehmen dem Wandel der Geschlechterrollen Rechnung tragen. Immer mehr gut ausgebildete junge Frauen planen ihre Karrieren und setzen mit Blick auf die Familie auf die entsprechenden betrieblichen Rahmenbedingungen. Dazu können neben flexiblen Arbeitszeiten und Homeoffice auch Leistungen wie Kinderferienbetreuung oder psychosoziale Beratungsangebote gehören.

Bei Riepe hat man die Zeichen der Zeit jedenfalls erkannt. „Wir sind von einem Arbeitgeber- zu einem Arbeitnehmer-Arbeitsmarkt geworden“, sagt Stockmann. Heißt: Im Wettbewerb um guten Nachwuchs müssen die Unternehmen den Bedürfnissen der Arbeitnehmer Rechnung tragen.

Nicht in alten Strukturen verharren

Sein familienfreundliches Personalmanagement will Riepe daher fortsetzen, ja ausbauen. „Wir wollen weiter wachsen und können dabei nicht in alten Strukturen verharren“, sagt Stockmann. „Wir profitieren ja auch von dieser Entwicklung“, sagt Birgit Ganskow, die seit 23 Jahren bei Riepe beschäftigt ist und von einer nahezu familiären Atmosphäre an ihrem Arbeitsplatz berichtet: „Die menschliche Seite spielt bei uns eine wichtige Rolle.“

So sieht es auch Regina Huppertz, der das Unternehmen zu Hause einen PC-Arbeitsplatz eingerichtet hat, damit sie sich um ihre Mutter kümmern kann.

Ihr Arbeitstag endet dann zwar häufig nicht am Nachmittag, sondern erst am späten Abend. „Aber ich kann meine Aufgaben in Ruhe erledigen und sofort eingreifen ,wenn meine Mutter Hilfe benötigt.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben