Hengsteybad

Das Hengsteybad wieder zum See hin öffnen

Postkarte vom Hengstey-See Strandbad, circa 1932. Reproduktion einer alten Aufnahme vom Hengsteysee. Foto wurde eingereicht von Peter Arnold aus Herdecke.

Postkarte vom Hengstey-See Strandbad, circa 1932. Reproduktion einer alten Aufnahme vom Hengsteysee. Foto wurde eingereicht von Peter Arnold aus Herdecke.

Foto: unbekannt

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Hengstey. Wünsche, Vorschläge und Konzepte ranken sich seit Jahrzehnten rund um den Hengsteysee. Doch wenn es darum geht, Kreatives konsequent umzusetzen, werden Bombenideen bislang meist schnell zu Rohrkrepierern. „Damit muss jetzt endlich mal Schluss sein“, will Jörg Meier (SPD), stellvertretender Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses und gleichzeitig Chef der neu ins Leben gerufenen SPD-Arbeitsgruppe „Naherholungsgebiet Hengsteysee“, noch einmal einen Versuch wagen, einen roten Faden zu entwickeln.

„Es gibt so viele Vorstöße rund um den See und das Böhfeld, die in den Schubladen schlummern: mal Gewerbenutzung, mal Autohof, mal Fischer-Tangente, mal Dino-Park. Wir wollen für die nächsten 20, 30 Jahre – also die Zeitspanne einer Generation – eine Vision entwickeln, die dann endlich einmal stringent verfolgt wird.“

Platz für Expansion

Meier setzt dabei auf die kons­truktive Begleitung durch den Rat und die personelle Unterstützung des Oberbürgermeisters: „Wir brauchen einen Projektverantwortlichen, der die gewerblichen und touristischen Ziele rund um den Hengsteysee bündelt, die Gesprächsfäden zwischen der Stadt, dem Regionalverband Ruhr, dem Ruhrverband, der Cargobeamer AG und den Nachbarkommunen knüpft und letztlich als Kümmerer die landschaftsplanerischen Schritte vorantreibt.“

Für den Hagener Architekten gibt es keine Alternative zu der Idee, das Böhfeld für Gewerbe zu nutzen: „Mit der Erhöhung von Grund- und Gewerbesteuern haben wir uns von der Perspektive verabschiedet, externe Betrieb nach Hagen zu locken. Aber wir müssen zumindest für die ansässigen Firmen, die vorzugsweise wegen der dort beschäftigten Fachkräfte hier bleiben, Expansionsmöglichkeiten anbieten. Dafür hat Kommunalpolitik in einer industriell geprägten Stadt die Verantwortung.“

Skepsis wegen Personalengpässen

Daher blickt Meier derzeit auch skeptisch auf die Personalengpässe in der Bau- und Planungsverwaltung. „Als Denkwerkstatt liegt das Grothe-Dezernat aktuell völlig am Boden“, kritisiert der SPD-Politiker, dass hier in der Dehm-Ära durch ungesteuerten Personalabbau viel zerschlagen worden sei.

Der Wechsel von Ressortchef Georg Thomys nach Lüdenscheid sowie der Vorstoß aus der Fachverwaltung, die Arbeiten an der Neuaufstellung des Flächennützungsplanes aufgrund von Personalmangel einstellen zu wollen, seien hier durchaus als Hilferufe zu verstehen.

Jörg Meier schlägt vor, die vorhandenen Kristallisationspunkte rund um den Hengsteysee als Ansatzpunkte für Weiterentwicklungen zu nutzen. So könne das Hengstey-Freibad wieder zum See geöffnet und damit die Fuß- und Radwege gezielt an der rückseitigen Gastronomie des Familienbades vorbeigeführt werden. Auch müsse die DLRG nicht abgeschottet hinter Hecken und Zäunen residieren.

Spagat zwischen Freizeit und Natur

Rund um Haus Baukey habe man am Harkortsee bereits vorgemacht, welch besonderes Flair sich rund um einen kleinen Yachthafen entwickeln lasse. „Der Biker-Treff, der industriekulturelle Aspekt rund um das Köpchenkraftwerk, die Gastronomie am Wehr oder auch das Seeschlösschen bieten hier reichlich Ansatzpunkte.“ Auch eine Integration des Cargobeamers in ein Freizeitkonzept wäre für Meier kein Tabu, ebenso die Anbindung des Naturschutzgebietes Uhlenbruch: „Wir sind hier nun einmal eine Industrie-Region, in der Freizeit, Gewerbe und Verkehrswege direkt ineinander greifen.“

Für den Architekten handelt es sich um seit Jahrzehnten gewachsene Strukturen, deren Verzahnung sich bestens von der Aussichtsterrasse der Hohensyburg betrachten lasse. „Hagen muss jetzt nun endlich zusammen mit dem RVR die Chance ergreifen, aus viel Stückwerk ein harmonisches, koordiniertes Ganzes zu formen, das einen ausbalancierten Spagat zwischen Freizeit und Natur auf der einen Seite sowie Gewerbe und Verkehrswegen auf der anderen Seite schafft.“

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