Bildung

Das Smartphone ist in Hagen längst Teil des Unterrichts

Karoline Merz und Kathrin Helling-Plahr (rechts) vor Schülern am AD.

Karoline Merz und Kathrin Helling-Plahr (rechts) vor Schülern am AD.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Am Albrecht-Dürer-Gymnasium in Hagen gehört das Smartphone längst zum Unterricht. Zu Zeiten von Katrin Helling-Plahr war das noch anders.

Als die Hagener Bundestagsabgeordnete Katrin Helling-Plahr (32) ihr Abitur am Albrecht-Dürer-Gymnasium baute, war eine Power-Point-Präsentation per Beamer noch das Nonplusultra medialer Technologie im Unterricht. Das war 2004.

Seitdem sind also erst 14 Jahre vergangen, doch diese waren vom Siegeszug der Smartphones geprägt. Dadurch hat sich die Welt tiefgreifend verändert. „Umso wichtiger ist es, dass die Schüler digitale Kompetenz erwerben und auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet werden“, sagt Helling-Plahr.

Datenschutz und Urheberrechte

Als Schirmherrin eines IT-Projekttages kehrte sie jetzt an ihre ehemalige Schule zurück. Dort erarbeitete Karoline Merz vom Digitalverband Bitcom gemeinsam mit Fünft- und Sechstklässlern, was Datenschutz, Kommunikation im Netz oder Urheberrecht für sie im Alltag bedeuten. „Mir geht es nicht nur um Kritik, ich will auch Vorteile und Chancen der digitalen Medien aufzeigen“, sagte die Workshop-Leiterin.

Die Schüler erfuhren, wie eine Suchmaschine funktioniert, welche Seiten im Internet vertrauenswürdig sind und welche Informationen von sich selbst man besser nicht in sozialen Netzwerken bekanntgibt. Die Sorge vieler Kinder, dass die Videoplattform youtube im Zuge eines gestärkten Urheberrechtes existenziell gefährdet ist, konnte Merz ihnen nehmen: „Das ist nicht der Fall.“

Herausforderung für die Schulen

Im Altern von zehn Jahren sind schon 94 Prozent aller Kinder online, 93 Prozent der 12- bis 19-Jährigen nutzen ihr Smartphone jeden Tag, hat eine im Auftrag der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg erstellte Studie ergeben. Das stellt Schulen vor die Herausforderung, Schülern das notwendige Wissen für den souveränen Umgang mit digitalen Technologien zu vermitteln.

„Ich habe ein Handy, aber eines ohne Internetzugang“, berichtete AD-Schülerin Sinje Jäger (11): „Und ich benötige auch nicht WhatsApp, um mich zu verabreden.“ Sina Lumpe (12) nutzt ihr Smartphone vornehmlich zum Musikhören und für Spiele: „Alle in der Klasse haben ein Handy“ bestätigt sie.

Hausaufgaben und Sport

Eine Tatsache, auf die das Kollegium reagieren muss. Meike Holtkamp, Deutsch- und Sportlehrerin, baut die Smartphone-Nutzung ganz bewusst in den Unterricht ein. Bei WhatsApp gibt es eine Hausaufgabengruppe, in der zwar alle Schüler Mitglied sind, aber nur zwei oder drei die Hausaufgaben posten dürfen. „Natürlich gebe ich die Aufgaben im Unterricht bekannt, aber der Eintrag bei Whats­App ist eine Absicherung für alle, die das nicht mitbekommen.“ Auch Unterrichtsausfall macht übers Smartphone die Runde, und per Video lassen sich Bewegungsabläufe und Techniken aus der Sportstunde analysieren. Bei den Fremdsprachen dient den Schülern das Handy als Wörterbuch.

Auch die Lehrer sind in verschiedenen Gruppen digital vernetzt, berichtet Meike Holtkamp: „Es geht nicht darum, das persönliche Gespräch zu ersetzen. Aber das Smartphone erleichtert vieles. Letztlich kommt es auf eine ausgewogene Nutzung an.“

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