Umzug

Das Stadtarchiv Hagen hat am Donnerstag letztmals geöffnet

Das Stadtarchiv zieht auf das WBH-Gelände.

Das Stadtarchiv zieht auf das WBH-Gelände.

Foto: Stubbe

Hagen.   Am Donnerstag hat das Stadtarchiv in der Wippermann-Passage zum letzten Mal geöffnet. Erst Mitte November ist es am neuen Standort zugänglich.

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Die Verantwortlichen sprechen von „intelligentem Sparen“. Weil Archivar Andreas Korthals und seine Kollegen eine Immobilie verlassen, mit deren Kapazitätsgrenzen sie bereits jetzt und künftig immer wieder konfrontiert werden. Und weil sie im Turm des Wirtschaftsbetriebs Hagen bald für wesentlich mehr Fläche weniger zahlen als bislang. Hinzu kommt: Das Geld, das die Stadt Hagen an Miete für das neue Archiv überweist, verbleibt im Konzern, bei einer Tochter.

Bevor aber das „intelligente Sparen“ konkrete Gestalt annimmt, steht ein komplexer Umzug bevor, wie ihn kein Normal-Bürger jemals erlebt. Hunderte Kisten mit Archiv-Material (Dokumente, Karten, Akten, Fotos) müssen gepackt, befördert, wieder ausgepackt und an der richtigen Stelle deponiert werden.

Nicht aus der Welt

Das Stadtarchiv wird deshalb geschlossen. Am morgigen Donnerstag hat die Einrichtung in der Wippermann-Passage an der Eilper Straße zum letzten Mal geöffnet. Erst Mitte November wird das Archiv an neuem Standort zugänglich sein.

„Wir sind in der Zwischenzeit ja nicht aus der Welt“, sagt Archivar Andreas Korthals, „per Mail oder telefonisch sind wir jederzeit erreichbar.“ Und auch der Zugriff auf jene Dinge, die an der Eilper Straße aufbewahrt werden, bleibt gewährleistet. Nur der Öffentlichkeit stehen sie in der Zwischenzeit nicht in gewohnter Form zur Verfügung.

Planspiele

Damit Archivar Korthals sich auch künftig in seiner Welt zurechtfindet, ist Vorarbeit notwendig. „Die Rollregale, die am alten Standort stehen, sind im Computer erfasst“, sagt Dietmar Freiesleben, Leiter des Fachdienstes Bildung, Vermittlung und Ausstellung, der den Umzug koordiniert, „wir können am PC mit der Maus im Grunde genommen den Inhalt der alten in die neuen Regale legen.“ Virtuelle Planspiele, damit beim Auspacken der Kisten kein Chaos entsteht.

Bis dahin aber dauert es noch ein paar Monate. Noch arbeiten die Handwerker auf den dreieinhalb Etagen im Turm auf dem Gelände des Wirtschaftsbetriebs. Ein neues Treppenhaus wird eingebaut. Zwischenwände werden eingezogen, Büros vorbereitet, Leitungen gezogen, neue Lampen installiert.

Gesamtinvest von 750 000 Euro

Rund 750 000 Euro beträgt das Gesamtinvest des Wirtschaftsbetriebs, der die Kosten im Laufe der Jahre über die Miete wieder hereinholt. Mit 45 000 Euro fördert der Landschaftsverband (LWL) die neuen Rollregale und den Einbau von Brandschutztüren. Darüber hinaus erhält das neue Archiv eine Kühlkammer, in der Negative bei den richtigen Temperaturen aufbewahrt werden können.

Den Vorteil kurzer Wege sieht auch der WBH. „Schließlich beschäftigen wir uns mit Infrastruktur, die älter als 100 Jahre alt ist“, sagt Vorstand Hans-Joachim Bihs mit Blick auf Leitungen und Straßen. Auf der anderen Seite könnten die Werkstätten bei Problemen helfen.

>>Hintergrund: Kommunale Pflichtaufgabe

  • Ein Archiv vorzuhalten, zählt zu den Pflichtaufgaben einer Stadt.
  • Das Archiv gilt als Gedächtnis der Stadt Hagen und wächst unaufhörlich.


    Zudem ist das Stadtarchiv eines der bedeutendsten Kommunalarchive in NRW.

  • Hier werden beispielsweise alle Zeitungen, die jemals in Hagen erschienen sind, aufbewahrt.


    15 000 Bände finden sich in der Präsenzbibliothek. Hinzu kommen rund 1,5 Millionen Fotos, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurückreichen und in Teilen digital erfasst sind.

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