Der erste integrative Garten in Hagen

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Wehringhausen. „Pling, Pling“ tönt es schon wieder aus dem Smartphone. Neue Nachrichten trudeln ein, Mails warten darauf, gelesen zu werden. Unser halbes Leben wird heute von Handys, Tablets und Computern in Anspruch genommen. „Viele Menschen fühlen sich dadurch sehr belastet“, weiß Waldpädagogin Silke Krüger. „Dem sollte man etwas entgegensetzen.“ Anfang April gründete sie daher mit einigen Freunden und Unterstützern am Goldberg den ersten integrativen Garten der Volmestadt. Am vergangenen Samstag wurde dieser feierlich eröffnet. Das „BIWAG“-Projekt (Bildung, Wald und Garten) soll demnächst sowohl Kinder als auch Erwachsene ansprechen. „Wir wollen die Menschen eine Zeit lang aus ihren muffigen Büros rausholen und ihnen die Natur wieder etwas näher bringen“, so Krügers Devise.

Schrebergarten am Goldberghang

Wie bei vielem stand am Anfang eine Idee. Im Falle des „BIWAG“ die von Jens Benscheid und Silke Krüger. Benscheid, seit jeher Gartenliebhaber, war von Anfang an für das Projekt Feuer und Flamme. „Das Vorhaben, so etwas wie einen integrativen Garten zu eröffnen, war eigentlich schon seit Jahren da“, sagt Jens Benscheid. Ein Zufall gab schließlich den entscheidenden Anstoß: Benscheid, der als Fitnesstrainer arbeitet, kam in einem Gespräch mit einem Kunden auf dessen brach liegenden Schrebergarten am Golgberghang. Ob er diesen wohl für ein soziales Projekt zur Verfügung stellen würde? Natürlich. Danach ging alles recht schnell.

Im Schrebergarten begannen die ersten Arbeiten zur Beseitigung des gröbsten Unkrautes, während man im Cafe Mundial des Allerwelt-Hauses den „BIWAG e.V.“ gründete.

„Das Ganze hat sich dann auch relativ schnell verbreitet“, erinnert sich Elmar Rotter, Mitarbeiter im Allerwelt-Haus. Auch Veronika Hoesch ließ sich schnell von der Idee begeistern: „Vor allem für Schüler ist der integrative Garten eine tolle Sache“, findet die Lehrerin im Ruhestand. „In den Schulen wird immer nur graue Theorie beigebracht. Im Garten und in der Natur kann man das Ganze dann mal in die Praxis umsetzen und dabei auch noch einiges mehr lernen.“

Projekt mit Förderklasse umgesetzt

Die ersten Klassen, die sich für das BIWAG-Projekt interessieren, ließen daher ebenfalls nicht lange auf sich warten. „Im Frühjahr und Sommer haben wir hier gemeinsam mit der internationalen Förderklasse der Kaufmannsschule I gearbeitet“, berichtet Silke Krüger. „Die waren alle mit viel Leidenschaft bei der Sache.“ Was der Verein jedoch in Zukunft benötige, seien professionelle Gartengeräte. „Wer in seinem Schuppen irgendwelche Gerätschaften hat, die er nicht mehr braucht, kann diese gerne an uns spenden“, sagt Mit-Begründer Jens Benscheid.

In den nächsten Monaten wird der „BIWAG“ jedoch erst mal in einen Winterschlaf übergehen. „Gartenarbeit bei Kälte und Frost ist eben doch eher schlecht“, sagt Waldpädagogin Silke Krüger. Im Frühling werde man jedoch richtig durchstarten. Wenn es wieder grünt und blüht in Hagens erstem sozialen Garten.

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