ThyssenKrupp

Der ewige Kampf um die wenigen Parkplätze

Inna Schmidt ist verzweifelt. An der Oststraße bekommt sie für ihren behinderten Bruder Viktor (35) und ihren behinderten Sohn Alex (9) keinen Parkplatz.

Foto: Volker Bremshey

Inna Schmidt ist verzweifelt. An der Oststraße bekommt sie für ihren behinderten Bruder Viktor (35) und ihren behinderten Sohn Alex (9) keinen Parkplatz. Foto: Volker Bremshey

Oege.   In Oege sind Parkplätze rar. Das führt dazu, dass die Einfahrten zu Grundstücken zugeparkt werden. Zum Ärger der Anwohner wie Inna Schmidt.

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Inna Schmidt ist verzweifelt. „Immer wieder parken Autofahrer die Zufahrt zu unseren Häusern an der Oststraße zu. Dann ist es meiner Mutter und mir nicht möglich, meinen Bruder Viktor in mein Auto zu setzen.“ Denn der 35-Jährige ist auf die Hilfe seiner Schwester angewiesen. Er ist schwerstbehindert und sitzt im Rollstuhl. Doch das ist nicht das einzige Schicksal, das Inna Schmidt schultern muss. Ihr Sohn Alex ist ebenfalls schwerstbehindert und ist deshalb auf die Hilfe seiner Mutter angewiesen.

Mutter und Tochter wohnen an der Oststraße 75 und 73 nebeneinander und unterstützen sich nach besten Kräften. Doch manchmal sind sie ratlos, wenn sie nicht vor ihren Häusern parken können. So in der vergangenen Woche. Da platzte sogar ihrem Nachbarn Stefan Welzel der Kragen, als wieder einmal ein Personenwagen rücksichtslos den Zugang zum Haus Nummer 75 zugeparkt hatte. „Kein Einzelfall“, wie Inna Schmidt gestern versicherte.

Nachbar ruft das Ordnungsamt

Welzel bat das Ordnungsamt der Stadt um Unterstützung. Doch der Mitarbeiter konnte nicht mehr tun, als ein Knöllchen hinter den Scheibenwischer zu klemmen. Denn aktuell wird die Einfahrt mit Stellplatz vor Haus Nummer 75 als Lagerplatz für Baumaterial genutzt. Denn ihre Mutter Irina Wiese baut gegenwärtig ihr Haus behindertengerecht um. Das hat die Parkplatzsituation noch weiter verschärft.

Inna Schmidt: „Der städtische Mitarbeiter hat mir geraten, mein Fahrzeug doch auf die andere Straßenseite zu stellen, um meinen Bruder in mein Auto einzuladen. Doch dort ist Halteverbot. Wenn ich dort mal geparkt habe, habe auch ich ein Knöllchen bekommen.“

Sechs Kilometer Umweg über Letmathe

Ursache für diese Misere ist die angespannte Parkplatzsituation vis-a-vis an der Oeger Straße rund um die ThyssenKrupp-Produktionsstätten. Deshalb hat der Konzern angesichts der bekannten Problematik auf der anderen Lenneseite an der Bergstraße einen geräumigen Parkplatz geschaffen.

Doch dieser wird von Mitarbeitern aus dem Großraum Hagen nicht oder nur bedingt genutzt. Denn vom Werkstor 1 an der Oeger Straße müssen die Arbeitnehmer eine Schleife von mehr als sechs Kilometern „über“ Letmathe fahren, um auf den Parkplatz am östlichen Ende des Betriebsgeländes zu gelangen. Und sechs Kilometer zurück. Und das macht tagtäglich niemand, zumal an der Bergstraße in Letmathe die Schranken häufig geschlossen sind.

Also werden die Oeger Straße bis zum Umspannwerk und die Oststraße zugeparkt.

Stadt sagt Unterstützung zu

Ein Mitarbeiter des Presseamtes der Stadt Hagen versicherte gestern, dass sich die Verwaltung kurzfristig der besonderen Situation der Familien Wiese / Schmidt annehmen werde. Und auch beim ThyssenKrupp-Konzern zeigte man volles Verständnis. „Wir werden noch einmal an unsere Mitarbeiter appellieren, die Parkregeln einzuhalten.“

1350 Arbeitnehmer an der Oeger Straße

Mehr als 900 Mitarbeiter von ThyssenKrupp und 450 Mitarbeiter der ThyssenKrupp Federn und Stabilisatoren GmbH rangeln um freie Parkplätze rund um die Produktionsstätten.

Aus diesem Grund hat ThyssenKrupp eingeführt, dass für die Spätschicht an der Oeger Straße die Schranken geöffnet und zu diesem Zeitpunkt freie Parkplätze freigegeben werden.

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