Reportertausch-Projekt 2018

Der kurze Weg aus dem Hagener Trubel in die Ruhe des Waldes

Auf dem Weg hinauf zum Bismarckturm bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Hagener Innenstadt. Foto:Laura Sandgathe

Auf dem Weg hinauf zum Bismarckturm bietet sich ein fantastischer Ausblick auf die Hagener Innenstadt. Foto:Laura Sandgathe

Hagen.   In nur wenigen Minuten erreicht man aus der Hagener Innenstadt die Ruhe des Waldes. Tauschreporterin Laura Sandgathe hat es ausprobiert.

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Es heißt, es seien zehn Minuten von der Hagener Innenstadt ins Grüne. Das stimmt nicht. Es sind weniger.

Von der Fußgängerzone bis zum Eingang des Stadtgartens sind es nur 400 Meter. Ich schaue auf die Uhr: Etwa fünf Minuten brauche ich zu Fuß für die Strecke. Von der Hagener Touristeninfo aus gerechnet, wo ich mir Tipps und eine Karte für meinen Ausflug ins Grüne abhole, mögen es zehn Minuten sein. In jedem Fall: Hagen, so lerne ich schnell, muss man nicht verlassen, um den Trubel der Stadt und den Alltag hinter sich zu lassen.

Der Stadtgarten - ein Ort zum Verweilen

Die erste Station auf meiner Erkundungstour der grünen Seite Hagens ist der Stadtgarten. Am Stadtgartenteich, schießen an diesem sonnigen Tag im Mai Wasserfontänen in die Höhe. Eine Entenmutter schwimmt mit ihren Küken umher, ein Paar liegt auf der Wiese in der Sonne. Ein Ort zum Verweilen, doch mein Ziel ist ein anderes: der Bismarckturm, einer der Türme entlang des Drei-Türme-Wegs.

Es geht bei leichter Steigung den Goldberg hinauf, vorbei an Schrebergärten, deren Besitzer einen beneidenswerten Ausblick über die Stadt haben dürften. Rhododendren blühen, es duftet nach Flieder. Schon nach wenigen Schritten höre ich nicht mehr den Lärm der Großstadt, sondern das Zwitschern der Vögel und das Rascheln der Blätter. Das mag übertrieben klingen, ist aber wirklich so. Hier kann man ohne Weiteres vergessen, dass man sich in einer Großstadt befindet. Vor allem, wenn man in den Wald eintaucht.

Toller Blick auf Hagen

Hagen ist die waldreichste Stadt Nordrhein-Westfalens, 42 Prozent der Fläche im Stadtgebiet sind Wald. Auf meinem Weg zum Bismarckturm durchquere ich nicht nur immer wieder Waldstücke, ich sehe auch bei jedem Blick über die Stadt, wie sie von Wald umschlossen ist. Die Karte brauche ich eigentlich gar nicht, der Weg ist sehr gut ausgeschildert.

Dann liegt er vor mir, der Bismarckturm. Er wurde zum Gedenken an Reichskanzler Otto von Bismarck zu Beginn des 20. Jahrhunderts errichtet und am 2. Juli 1901 eingeweiht. Gemeinsam mit dem Kaiser-Friedrich-Turm und dem Eugen-Richter-Turm bildet er das Trio des Drei-Türme-Weges. Als ich gegen Mittag ankomme, ist der Turm geschlossen. Besteigen kann man ihn nur an bestimmten Tagen, das nächste Mal wieder am 20. Mai. So klettere ich nur bis auf den Sockel. Von hier ist der Blick auch schon schön.

Das Gelände rund um den Turm ist menschenleer. Auch auf meinem Weg hinauf zum Turm bin ich kaum jemandem begegnet. Aber ich bin sicher, dass das nur an der Tageszeit liegt - die Hagener wären ja verrückt, würden sie diese Idylle so nah an der City nicht besuchten.

Lehrreiche Erlebnisstationen

Auf dem Rückweg biege ich einmal anders ab als auf dem Hinweg und komme an einer Erlebnisstation vorbei. Der Drei-Türme-Weg ist als Themenrundwanderweg konzipiert, immer wieder gibt es Infos zur Industrie in Hagen. Ich stehe vor einem Fallhammer, den das Freilichtmuseum Hagen für den Weg ausgeliehen hat. Schmiede haben ihn früher genutzt, um Stücke mit vorgefertigten Formen zu gestalten. Die Erlebnisstationen finde ich super - so hatte ich nicht nur eine schöne Wanderung, sondern habe auch noch etwas gelernt.

Der Weg bis zum Bismarckturm ist optimal für alle, die ohne großen Aufwand oder langen Anfahrtsweg raus aus der Stadt wollen - und zwar nicht nur in einen Park, sondern richtig ins Grüne, in den Wald. Die Wanderung ist auch für jemanden machbar, der nicht jeden Tag trainiert, das kann ich jetzt aus eigener Erfahrung sagen. Mein Fazit: Naherholung im Grünen ist in Hagen wirklich nur einen Katzensprung entfernt.

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