Weightwatcher

Die 600-Kilo-Vorweihnachts-Diät bei den Weightwatchers in Hagen

Stefanie Hoppe referiert während einem Weightwatcher-Treffen über gesunde Weihnachtsgerichte.

Stefanie Hoppe referiert während einem Weightwatcher-Treffen über gesunde Weihnachtsgerichte.

Foto: Mike Fiebig

Hagen.  Es gibt etliche Gruppen in Hagen, die gemeinsam versuchen, Gewicht zu verlieren. Das Geschäft mit der jeweiligen besten Diät ist ein Dauerblüher. Das ist in der Weightwatcher-Filiale an der Körnerstraße nicht anders. Und doch ist die Abnehm-Gruppe etwas besonderes.

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Nähern wir uns der Sache mal mit einem Klischee: In der Körnerstraße 45a in Hagen treffen sich nur Frustrierte. Hmm, so richtig frustriert ist hier jetzt niemand. Gut, nächstes Klischee: In der Körnerstraße 45a heulen sich undisziplinierte Menschen über ihre überzähligen Pfunde aus. Nein, passt auch nicht. Sie haben alle einen Plan. Und ein Ziel. Ein Klischee wackelt aber nicht: Der Zauber mit den Punkten ist Frauensache.

Es gibt etliche Gruppen in Hagen, die gemeinsam versuchen, Gewicht zu verlieren. Das Geschäft mit der jeweiligen besten Diät ist ein Dauerblüher. Das ist in der Weightwatcher-Filiale an der Körnerstraße nicht anders, und aus diesem Grund und aus Gründen der Werbung eigentlich nicht berichtenswert. Wenn, ja wenn 280 Hagener in den vergangenen sechs Wochen nicht mehr 600 Kilo abgespeckt hätten und diese nun in Form von Lebensmitteln an den Warenkorb der Caritas spenden würden.

Laura ist 24 und so ziemlich das, was man unter einer hübschen und sportlichen jungen Frau versteht. Kein Kilo zu viel und keins zu wenig. Sie könnte zufrieden mit sich sein. Die Vorgeschichte der Studentin ist nicht etwa die einer heißhungrigen Stress-Esserin, die nachts Großangriffe auf ihren Kühlschrank fährt. Nein, Laura hat sich das Rauchen abgewöhnt. Die Rechnung dafür zahlte sie in Kilogramm. 15 an der Zahl. Und zwar obendrauf.

„Ich brauche ein System und ich brauche eine Gruppe, die mich diszipliniert“, sagt die junge Frau. In sieben Wochen sind bislang viereinhalb Kilo wieder gepurzelt. Weitere zehn sollen es noch werden.

Die Zeit ist denkbar anstrengend dafür. Die Schoko-Nikoläuse haben das Regiment im Supermarkt übernommen, und an den Arbeitsplätzen dieser Stadt tappen Mitarbeiter an den hier und da platzierten süßen Nettigkeiten täglich in die Zucker-Falle. Das Delta zwischen Hosenknopf und dem Loch, in das er gehört, wird bis zum Jahreswechsel immer größer.

Hochkonjunktur für die Weightwatchers an der Körnerstraße

Hochkonjunktur für die Weightwatchers an der Körnerstraße und ein großer Vorteil für den Warenkorb der Caritas. Denn: Die „Gewichtsgucker“ spenden jedes abgenommene Kilo während der Vorweihnachtszeit in Form von Lebensmitteln an die Ausgabestation für bedürftige Menschen. „Das war im Frühjahr schon eine tolle Aktion und dass wir jetzt noch mal davon profitieren dürfen, macht mich sehr glücklich“, freut sich Tatjana Flatt, Fachbereichsleiterin Soziale Dienste bei der Caritas. Im Frühjahr spendeten die erschlankten Teilnehmer über 700 Kilo. Auch diesmal wird mindestens die 600-Kilo-Marke geknackt.

Weightwatcher-Leben ist Frauensache - Kein Mann dabei 

Wie sie das hinkriegen? Sie übertragen ihre Speisen in ein Punkte-System. In der Weightwatcher-Filiale an der Körnerstraße wird man beim Punkte-Begriff allerdings etwas kribbelig. „Wir nennen das Pro-Points“, sagt Stefanie Hoppe, die hier auch nicht Trainerin heißt, sondern Coach. Die Systematik hat sich mittlerweile auch unter Nicht-Teilnehmern herumgesprochen. Wer sein Tageslimit überschreitet, nimmt auf Dauer nicht ab. So einfach ist das.

Am Morgen unseres Besuches bekommt eine besonders eifrige Teilnehmerin gerade ihre 24. Büroklammer verliehen. Zugegeben, ein nicht gerade attraktiver Preis pro abgenommenes Kilo oder ein gewissenhaft geführtes Diät-Tagebuch. Aber auf den Symbolwert kommt es an. Wer die Klammer hat, hat einen Plan. Das motiviert.

Männer regulieren viel über Bewegung und Sport

Nur einen Mann sucht man hier vergebens. „Unsere männlichen Teilnehmer können wir an einer Hand abzählen“, sagt Trainerin Dagmar Peschke, die vor ihrem Weightwatcher-Leben übrigens Einzelhandelskauffrau war. Männer würden viel über Bewegung und Sport regulieren. Der Umsatz sei ein ganz anderer.

Umsatz hin oder her – zum Jahreswechsel gibt es für viele Leckermäuler wieder ein schmerzhaftes Rendezvous mit dem ehrlichsten aller Haushaltsgeräte – der Körperwaage. Dann denken auch die Männer über ihre Punkte nach.

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