Mehrgenerationen-Spielplatz

Die Kinder spielen, die Großeltern trainieren

Lara, Linda und Fabian haben ihre Wünsche für den Spielplatz zu Papier gebracht.

Lara, Linda und Fabian haben ihre Wünsche für den Spielplatz zu Papier gebracht.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen-Eppenhausen.   Das Stadtteilforum Eppenhausen möchte am Weizenkamp einen Mehrgenerationen-Spielplatz anlegen. Dann können die Erwachsenen auf Fitness-Geräten trainieren, während die Kinder im Sandkasten spielen.

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Der Spielplatz Weizenkamp bietet ein trostloses Bild, und das liegt nicht nur an der derzeit herrschenden nasskalten Witterung: Es gibt keine Spielgeräte, die einstige Hängebrücke samt Rutsche wurde abgebaut, nur noch die stützenden Holzpfosten ragen, wie Ruinenteile, aus dem Boden. „Nein, diesen Anblick kann man sich auch nicht schön reden“, sagt Katja Schmidt.

Gemeinsam mit fünf weiteren Mitgliedern des Stadtteilforums Eppenhausen hat sie die Patenschaft für den Spielplatz übernommen. Die engagierten Bürger haben ein ehrgeiziges Ziel, sie wollen das vernachlässigte Gelände zu einem Mehrgenerationen-Spielplatz ausbauen, zu einem Spielplatz, auf dem sich junge und alte Menschen wohlfühlen. „Davon würden alle Einwohner des Stadtteils profitieren, die Wohnqualität würde steigen“, ist Hinrich Riemann überzeugt.

Schnittstelle der Generationen

Die Idee hinter einem Mehrgenerationen-Spielplatz ist, dass Eltern oder Großeltern nicht auf der Bank sitzen bleiben, während die Enkel spielen, sondern ihre Fitness stärken, das Gleichgewicht schulen und die Muskeln trainieren. Diesem Zweck dienen leicht handhabbare, robuste und vom TÜV abgenommene Trainingsgeräte, auf denen Senioren Beweglichkeit und Koordination verbessern können.

Grundsätzlich versteht sich der direkt neben der Grundschule Boloh gelegene Spielplatz jedoch als Ort der Begegnung, als Treffpunkt für die Bewohner von Eppenhausen: „Das war schon immer so“, berichtet Katja Schmidt. „Die kleinen Kinder spielen im Sand, die größeren fahren Fahrrad oder spielen Fußball, die Erwachsenen unterhalten sich.“ Der Spielplatz, auf dem auch für Jugendliche ein eigener Bereich zum „Abhängen“ geschaffen werden soll, wäre somit eine Art Schnittstelle der Generationen.

Noch fehlt das Einverständnis von Politik und Verwaltung

18.000 Euro soll das ambitionierte Projekt kosten, 13.000 hat das Stadtteilforum bereits an Spenden gesammelt. „Den Rest schaffen wir auch noch“, so Riemann selbstbewusst. Doch so quirlig wie die Bürger ist man im Rathaus nicht, noch fehlt das Einverständnis von Politik und Verwaltung für die Weiterentwicklung des Spielplatzes. Zwar machen die zuständigen Fachbereiche – heilfroh darüber, dass der klammen Stadt keine Kosten entstehen, sondern das Stadtteilforum alles selbst bezahlen will – keine grundsätzlichen Bedenken geltend, doch zunächst soll abgewartet werden, ob und wann eine Kindertagesstätte in die Grundschule Boloh integriert wird. Eine solche Kita benötigte ein eigenes Außengelände, der Spielplatz Weizenkamp müsste möglicherweise verlagert werden. „Deshalb macht es jetzt noch keinen Sinn, Geräte aufzustellen“, so ein Stadtsprecher.

Wie auch immer - es tut sich was im Boloh. Dem Stadtteilforum ist es nicht nur gelungen, die vor Monaten drohende Schließung der Grundschule abzuwehren, sondern das Zusammenleben in Eppenhausen attraktiver zu gestalten. „Die Schule und ihr Außenbereich sind immens wichtig für den Stadtteil“, so Monika Sinn.

Der Mehrgenerationen-Spielplatz soll das Umfeld noch weiter aufwerten.

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