Soziales

Die Kindertafel Hagen-Hohenlimburg gibt es seit zehn Jahren

Ein Tisch beim Mittagessen im Ev. Kindergarten Lindenbergstraße in Hohenlimburg.

Ein Tisch beim Mittagessen im Ev. Kindergarten Lindenbergstraße in Hohenlimburg.

Foto: Marcel Krombusch

Hohenlimburg.   Hohenlimburger Eltern können Zuschüsse aus den Vereinsmitteln beantragen, um das Mittagessen ihrer Kinder im Kindergarten finanzieren zu können.

Auf dem Speiseplan stehen Kartoffeln und Spinat. Neugierig gucken die Kinder des evangelischen Kindergartens an der Lindenbergstraße auf die gefüllten Schalen, hungrig und bereit für das Mittagessen. Vier der 46 Kinder im Kindergarten essen mittags vor Ort – ausgewogen, gesund und zubereitet von einem Catering-Service. Kosten für die Eltern: 60 Euro pro Monat.

„Man merkt schnell, wer bei 60 Euro Luft holen muss“, sagt Sabine Junge-Röding, Leiterin des Kindergartens. Seit nunmehr zehn Jahren kann sie eine finanzielle Hilfe anbieten, um Eltern mit geringerem Einkommen zu unterstützen.

Seit 2009 Kindertafel Hohenlimburg

Denn seit Mai 2009 gibt es die Kindertafel Hohenlimburg. Die Idee entstand auf Initiative von Kirchen, Sozialverbänden und Service-Clubs. Grundfrage: Was können wir tun, damit jedes Kind in Hohenlimburg mittags satt werden kann?

Nachfrage bis heute

Yvonne Vogtland hat den Verein damals mit ins Leben gerufen. „Bei der Gründung wollten wir eine Übergangslösung sein – aber der Bedarf ist bis heute da.“

Jeweils zum Halbjahr können Eltern Zuschüsse aus den Vereinsmitteln beantragen, um das Mittagessen ihrer Kinder im Kindergarten finanzieren zu können.

Mehr als 1700 Anträge konnte der Verein seit seiner Gründung bewilligen. „Darunter sind viele, die nach einem halben Jahr erneut angefragt haben“, sagt Yvonne Vogtland. So handelt es sich unterm Strich um weniger geförderte Kinder, als die Zahl der Anträge suggeriert.

Keine Ablehnung

Aber: „Bislang mussten wir keinen Antrag zurückweisen. Wer Hilfe benötigt, der hat sie auch bekommen.“

Möglich wurde dies auch dank einer hohen Spendenbereitschaft. Sei es die ältere Dame, die jeden Monat 10 Euro an die Kindertafel überweist, oder der Großbetrieb, dessen Mitarbeiter gemeinsam sammeln. „Wir haben aktuell mehr Spenden akquiriert, als wir ausgeben können“, sagt Yvonne Vogtland.

Geringe Hürden

Derweil ist die Hürde für Eltern, einen Antrag auf Zuschuss von der Kindertafel zu bekommen, relativ gering. Nach Gesprächen mit Lehrpersonal und Erzieherinnen können sie den formlosen Antrag stellen.

Bleibt die Frage, wann die einstige „Übergangslösung“ Kindertafel nicht mehr gebraucht wird. Zumindest staatliche Stellen können die Kindertafel zurzeit kaum ersetzen, meint Kindergarten-Leiterin Sabine Junge-Röding. „Denn staatliche Förderung gibt es nicht formlos.“

So seien es oft gerade die Anträge, die eine Hürde für die Eltern darstellen. „Die vielen Formulare sind etwa aus steuerlicher Sicht verständlich. Aber in der Praxis schrecken sie ab.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben