„Die Weltspitze ist sehr eng beieinander“

Hohenlimburg.   Die Kanu-Europameisterschaft der Junioren und U23 Kanuten in Hohenlimburg steht vor der Tür. Vom 16. bis 20 August messen sich die besten Jungathleten Europas auf der heimischen Wildwasserstrecke. Holger Gerdes ist der erfolgreichste Kanut des Kanuclub Hohenlimburg (KCH). Wir haben mit ihm über die anstehenden Wettkämpfen gesprochen.

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Die Kanu-Europameisterschaft der Junioren und U23 Kanuten in Hohenlimburg steht vor der Tür. Vom 16. bis 20 August messen sich die besten Jungathleten Europas auf der heimischen Wildwasserstrecke. Holger Gerdes ist der erfolgreichste Kanut des Kanuclub Hohenlimburg (KCH). Wir haben mit ihm über die anstehenden Wettkämpfen gesprochen.

Guten Tag Herr Gerdes, Sie sind Geschäftsführer des ausrichtenden KC Hohenlimburg. Worin bestehen Ihre Aufgaben während der Europameisterschaften?

Holger Gerdes: Ich bin hauptsächlich für die Finanzen zuständig. Das heißt zum Beispiel, dass ich dafür Sorge trage, dass die Bierstände jederzeit genug Bargeld vor Ort haben. Außerdem kümmere ich mich um den gesamten Ablauf der EM und habe eine Art Springerfunktion. Wenn ich irgendwo gebraucht werde, bin ich zur Stelle. Meistens wird man mich aber wohl im Bierwagen finden.

Gibt es im Zuge der EM auch Events, die um die Wettkämpfe herum geplant sind?

Da gibt es einige. Am Mittwoch haben wir die Eröffnungsfeier im Lennepark, bei der alle Nationen mit ihrer Fahne einlaufen werden. Am Donnerstag gibt es dann Auftritte von verschiedenen Künstlern, und am Abend wird es ein Open-Air Kino geben. Da zeigen wir auf unserer Videoleinwand einen Film. Am Freitag wird es ein Konzert der Band ,Siggi und die Haihappen’ geben. Diese Band ist bereits bei den deutschen Kanumeisterschaften im vergangenen Jahr aufgetreten und hat eine tolle Show abgeliefert. Am Samstag wird es im Ratssaal einen Empfang für die Offiziellen geben, die Bierwagen auf der Kanustrecke sind allerdings auch geöffnet, und generell finden von Freitag bis Sonntag die Siegerehrungen statt. Am Sonntag gibt es dann natürlich auch noch die große Abschiedsfeier, bei der unter anderem die europäische Fahne an den Ausrichter der nächsten Europameisterschaften übergeben wird.

Kommen wir nun zu den Wettkämpfen in zwei Wochen. Wer sind für Sie die Favoriten?

Deutschland Polen, Tschechien und Frankreich gehören immer zu den Medaillenkandidaten. Schaut man auf die deutsche Mannschaft, ist Stefan Henk aus Hamm eine Medaillenhoffnung. Er ist bei der WM vor zwei Wochen in Bratislava Zehnter geworden und wir hoffen, dass er sich bei der EM noch weiter nach vorne arbeiten kann. Im Mannschaftswettbewerb hoffen wir natürlich auf ein ähnlich gutes Ergebnis, wie bei der WM. Da hat Deutschland in jeder Mannschaftsdisziplin eine Medaille geholt.

Welchen Effekt erhofft man sich in Hohenlimburg von der Ausrichtung der EM?

Wir versuchen dadurch, das Interesse an unserem Sport zu wecken. Wie nahezu alle Vereine in der Umgebung haben wir das Problem, dass uns der Nachwuchs fehlt. Deshalb hoffen wir, dass wir besonders Jugendliche begeistern können. Hierzu haben wir während der gesamten EM einen Infostand aufgebaut und werden auch kurz nach der EM noch einen Schnupperkursus anbieten. Dadurch erhoffen wir uns, dass der eine oder andere den Weg zum Kanusport findet.

Was macht die Strecke in Hohenlimburg denn so besonders, dass sie für die Europameisterschaften ausgewählt wurde?

Wir haben die Strecke 2015 komplett saniert. Dadurch haben wir die Möglichkeit, die Strecke durch Obstacles (Hindernisse) anzupassen, obwohl es eine Wildwasserstrecke ist. Natürlich ist deshalb das Naturfeeling auch noch größer. Zudem liegt die Strecke direkt in der Innenstadt von Hohenlimburg, wodurch wir von der Infrastruktur profitieren.

Richten wir uns an die potenziellen Zuschauer. Warum sollte man sich die Kanu-EM in Hohenlimburg nicht entgehen lassen?

Dort kann man Spitzensport auf Weltniveau sehen. Es sind mehr als 30 Nationen vertreten, und es wird sehr interessante Wettkämpfe geben, die Weltspitze ist sehr eng beieinander. Außerdem haben wir ein ausgiebiges Rahmenprogramm und der Kanusport ist einfach sehr familiär und naturverbunden.

Sie waren zusammen mit J.P. Eckert die Letzten, die Hohenlimburg und Deutschland auf internationaler Bühne vertreten haben. Kann man so etwas in Zukunft auch wieder von einem Kanuten aus Hohenlimburg erwarten?

Die Hoffnung besteht natürlich. Doch dazu müssen wir erst einmal wieder Nachwuchs generieren. Dabei wird uns die Europameisterschaft hoffentlich helfen. Falls es dann jemanden gibt, der den Sport etwas ernster nimmt, sehe ich gute Chancen. Es ist aber so, dass viele Jugendliche aufgrund der hohen Belastung in der Schule, die ja oft weit bis in den Nachmittagsbereich geht, nicht mehr bereit oder in der Lage sind, das dafür nötige Trainingspensum zu geben. Wir haben hier in Hohenlimburg auf jeden Fall sehr gute Voraussetzungen.

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