Kultur

Dieses Musical soll mit seiner Energie ganz Hagen beleuchten

„In den Heights von New York“ ist die erste Premiere der neuen Spielzeit.

„In den Heights von New York“ ist die erste Premiere der neuen Spielzeit.

Hagen.   Mit dem Musical „In den Heights von New York“ präsentiert das Hagener Theater am Samstag die erste Premiere der noch jungen neuen Spielzeit.

Unverzagt trotz der finanzpolitischen Diskussionen der Vergangenheit feiert das Hagener Theater am kommenden Samstag gleich eine doppelte Erstaufführung: Mit dem Musical „In den Heights von New York“ präsentiert das Haus nicht nur die erste Premiere der noch jungen neuen Spielzeit, sondern zeigt diesen Broadway-Erfolg von Lin-Manuel Miranda zugleich als erstes deutsches Theater überhaupt. „Bislang haben sich lediglich zwei Laienensembles in Wien und Mainz an das Stück herangewagt“, sagt Regisseur Sascha Wienhausen.

Wahnsinnsenergie

Das hat unter anderem damit zu tun, dass die „Heights“, in denen sich die heißen Rhythmen Lateinamerikas, Hip-Hop und R´n´b´ mischen, in der Regel nicht von der Stammbesetzung eines deutschen Theaterhauses aufgeführt werden können. Den Darstellern wird nicht nur Tanz- und Spielfreude abverlangt, sondern geradezu athletisches Vermögen: „Ich hoffe, dass wir mit der Wahnsinnsenergie, die da von der Bühne kommt, ganz Hagen beleuchten können“, sagt Dramaturgin Corinna Jarosch.

Ja, das Stück brauche jugendliche Energie und Kraft, fügt Wienhausen hinzu, der als Professor für Pop-Gesang an der Hochschule Osnabrück unterrichtet und die Akteure aus dem benachbarten Studiengang Musical praktischerweise gleich mitgebracht hat. Einige von ihnen kennt das Hagener Publikum bereits aus der „Avenue Q“ oder den „Blues Brothers“.

Und wie die „Avenue Q“ sind auch die „Heights“ in New York angesiedelt. Gemeint sind die nördlich von Manhattan gelegenen Washington Heights, ein Viertel, das einstmals zahlreiche Juden anzog, nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch zunehmend von Migranten aus Lateinamerika geprägt wurde. Und um deren Kinder geht es in den „Heights“, um die zweite Generation der Einwanderer, die zwei Dinge mit nach New York gebracht haben: den Glauben an eine bessere Zukunft und ihre Musik.

Mehr als ein Lebensstil

Während der Optimismus im trostlosen, elenden Alltag der „Heights“ bald verloren geht, werden Merengue und Salsa, Rumba und Samba zu Identität stiftenden Erkennungszeichen in einer Stadt, in der die Menschen nicht mehr einem einzigen Lebensstil nacheifern, sondern jede Kultur ihre Eigenheiten zu bewahren trachtet. Erfolgsautor Miranda wusste genau, worüber er da geschrieben und komponiert hatte (die Uraufführung war 2008 am Broadway), schließlich war er selbst in den „Heights“ groß geworden. Einen besonderen Charakter schuf er im Andenken an seine Zieh-Großmutter mit der Rolle der Abuela Claudia. In Hagen verkörpert die Grande Dame des Hauses, Marilyn Bennett, diese Figur, die zum wahren Herzen des Stadtteils wird.

Im Grunde geht es in den „Heights“ um Heimat, eine Kategorie also, die man gemeinhin nicht mit einem heruntergekommenen Bezirk in New York in Verbindung bringen würde. Im Hintergrund der Hagener Bühne lässt Ulrike Reinhard, zuständig für Bühne und Kostüme, eine Skyline aufscheinen, einen fernen Sehnsuchtsort, zu dem eine Brücke hinüberführt. Und doch steht am Ende für manche der vom sozialen Aufstieg in einer besseren Gegend träumenden Protagnisten die nüchterne Erkenntnis, dass sie bereits zu Hause sind: in den Heights von New York.

>>Hintergrund: Die Termine

  • Die Premiere findet am Samstag, 16. September, um 19.30 Uhr im Großen Haus statt. Weitere Termine: 27. September, 1. Oktober (18 Uhr), 13. Oktober, 5. November (18 Uhr), 16. und 25. November, 9. und 29. Dezember, 20. Januar, 25. Februar (Gastspiel in Coesfeld);14. März (jeweils 19.30 Uhr, soweit nicht anders angegeben).
  • Karten an der Theaterkasse, 207-3218, unter www.theaterhagen.de und an allen Bürgerämtern, 207- 5777.
  • „In den Heights von New York“ ist Teil des Projektes „Jeder Schüler ins Theater Hagen“ des Theaterfördervereins.

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