Volkssternwarte

Digitale Messgeräte für die Wettererfassung in Hagen

Zahlreiche Blitze zuckten am Donnerstagabend über den Hagener Himmel. Die Wetterstation dokumentiert diese Naturschauspiele.

Zahlreiche Blitze zuckten am Donnerstagabend über den Hagener Himmel. Die Wetterstation dokumentiert diese Naturschauspiele.

Foto: Detlef Hegebarth

Hagen.  Die Hagener Sparkassenstiftung unterstützt die Anschaffung digitaler Geräte zur Erfassung des Wetters in der Stadt mit 7500 Euro.

Der Verein der Hagener Sternwarte leistet seit vielen Jahrzehnten nicht nur einen wissenschaftlichen Beitrag zur Erforschung des Himmels und seiner Gestirne. Auch um die Beobachtung und Dokumentation des Wetters in Hagen macht sich der nur 33 Mitglieder zählende Verein verdient. Ein Team ehrenamtlicher Wetterenthusiasten um Bastian Rissling misst täglich Temperatur, Niederschlag, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. „Seit 1956 gibt es ununterbrochene Messungen“, so Rissling: „Es handelt sich um die längste noch existierende Messreihe in Hagen.“

Die Sparkassenstiftung honorierte dieses gerade in Zeiten des Klimawandels so wichtige Engagement am Freitag mit einer Spende in Höhe von 7500 Euro. Von dem Geld hat Rissling mehrere digitale Messgeräte angeschafft, die die semiprofessionellen und analogen Sensoren ablösen. Die mit dem Austausch einhergehende Digitalisierung erhöht die Datenqualität und vereinfacht die Arbeit der Vereinsmitglieder. „Wir erheben hier täglich 75.000 Messwerte“, unterstreicht Rissling die Ernsthaftigkeit, mit der die Wetterdaten erfasst werden: „Und dabei setzen wir hohe Standards.“

Live-Daten für die Feuerwehr

Eine Station des Deutschen Wetterdienstes gibt es in Hagen nicht. Umso wichtiger sind die Ergebnisse der Volkssternwarte. Bei Einsätzen wird die Feuerwehr mit Live-Daten versorgt, aber auch Versicherungen, Behörden und Privatleute können sich verlässliche Auskünfte einholen. Auch in das Klimaanpassungskonzept der Stadt Hagen fließen die Daten der Hobbymeteorologen ein.

Rissling, der auch für unsere Zeitung als Wetterexperte tätig ist, hat einmal erzählt, das Studium der Geowissenschaften, obwohl es ihn vielleicht zu seinem Traumberuf geführt hätte, schweren Herzens nicht angetreten zu haben, weil die Aussichten, als Meteorologe einen Job zu finden, nicht gerade rosig seien. Stattdessen arbeitet er in der IT-Branche.

In Hagen erfasst sein Team Tag für Tag 20 Messgrößen, darunter Temperatur, Windrichtung und Windgeschwindigkeit und Sonneneinstrahlung. Zu den neuen Geräten gehört ein Ceilometer, mit dem man die Wolkenhöhe messen kann und den Rissling aus Altbeständen der Bundeswehr günstig erwerben konnte: „Solch ein Gerät stellt sich sicherlich niemand in den Garten.“

Station im Volkspark

Wolfgang Röspel, Vorsitzender des Stiftungskuratoriums der Sparkasse, wurde hellhörig, als Rissling berichtete, der Verein würde gern eine weitere Wetterstation im Volkspark aufstellen, um so die Entwicklung des Stadtklimas dokumentieren zu können. Nur so könne der in einer Großstadt auftretende Wärme-Inseleffekt erfasst werden.

Angesichts des Klimawandels wären solche Daten natürlich sehr wertvoll. „Statt nur schöne Worte zu machen, müsse tatsächlich effektiv etwas getan werden“, versprach Röspel, ehemals CDU-Fraktionschef im Hagener Rat, sich für das Projekt stark zu machen.

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