Herbstfest

Ditib-Gemeinde will mit Gesprächen Vorurteile ausräumen

Herbstfest an der Moschee der Ditib-Gemeinde

Herbstfest an der Moschee der Ditib-Gemeinde

Foto: Frauke Höller

Nahmer.   Die Ditib-Gemeinde aus Hohenlimburg öffnet sich. So auch beim Herbstfest an der Moschee in der Unternahmer, um Vorurteile auszuräumen.

Bunt gefeiert wurde jetzt beim Herbstfest der Moschee Camii an der Kronenburgstraße. Bereits seit mehr als zehn Jahren veranstaltet die muslimische Gemeinde ein Fest für ihre eigenen Mitglieder, aber auch für andere Menschen, die Interesse haben, die Gemeinde kennen zu lernen und mit ihr zu feiern.

Doch genau darin besteht das Problem: die Moschee Camii und ihre Gemeindemitglieder erfahren oft Kritik gegenüber ihrer Religion und ihren Mitgliedern. „Dabei sind die Medien das Problem“, sagte Ercan Atay von der muslimischen Gemeinde, „durch Kritik am Dachverband Ditib werden wir alle in einen Topf geschmissen. Egal, wo auf der Welt etwas passiert. Eine Gemeinde oder ein Mitglied tut etwas Falsches und alle Ditib- Gemeinden sind pauschal schlecht.“

Genau diese Vorurteile und Voreingenommenheit möchten die Gemeindemitglieder beseitigen. Dafür bieten sie regelmäßig Führungen von geschultem Personal durch ihre Moschee an. Die Führungen richten sich an alle interessierten Menschen – egal, ob eine andere Gemeinde, ein Sportverein, eine Schule oder Privatpersonen.

„So können wir den Menschen ihre Fragen direkt beantworten. Wir erklären ihnen unsere Religion, und sie können sich ein Bild verschaffen. Und erfahrungsgemäß denken die Besucher nach der Führung anders über uns“, sagte Binali Aras. Denn der Wunsch nach einem gemeinsamen Zusammenleben ist groß: „Wir möchten miteinander leben. Wie das deutsche Sprichwort: es ist ein Geben und Nehmen. Aber dafür müssen die Menschen zu uns kommen. Sonst können wir ihre Köpfe nicht klarer machen. Und das wünschen wir uns, damit sie ihre Vorurteile abbauen können“, so Ercan Atay.

Einige Besucher, die nicht zur Gemeinde gehören, suchten das Fest auf. Deren Zahl war jedoch gering. „Und dabei ist es doch ein Fest für alle. Wir bieten ähnliche Sachen wie das Stadtfest an“, sagte Binali Aras. So gab es Musik, eine Clown-Show und eine Hüpfburg. An vielen Ständen wurden Spezialitäten wie Süßigkeiten, Teigwaren und Grillsachen aus der türkischen Küche angeboten.

Zur Bolzplatz-Eröffnung in Oege

Obwohl die muslimische Gemeinde ihr eigenes Fest feierte, ließ sie es sich nicht nehmen, die Bolzplatz-Eröffnung am Sonnenberg zu unterstützen. „Dort hatten wir einen Stand mit türkischer Küche“, sagte Ercan Atay, „Wenn die Menschen nicht zu uns kommen, müssen wir die Sachen zu den Leuten bringen. Und daraus erhoffen wir uns, dass wir bald gemeinsam feiern können.“

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