Neue Regelung

Drittes Geschlecht: Bislang erst zwei Anträge in Hagen

Neben dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht gibt es noch ein drittes – das hat auch der Gesetzgeber nun geregelt.

Neben dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht gibt es noch ein drittes – das hat auch der Gesetzgeber nun geregelt.

Foto: Peter Steffen

Hagen.  Menschen, die sich nicht eindeutig einem Geschlecht zuordnen, können dies nun amtlich anerkennen lassen. In Hagen ist die Nachfrage noch gering.

Männlich, weiblich, divers – seit dem 1. Januar 2019 ist es offiziell: Menschen, deren Geschlecht bei der Geburt nicht eindeutig zuzuordnen ist oder deren weitere Geschlechtsentwicklung nicht zu einer Zuordnung zu einem der beiden bisherigen Geschlechter führt, haben von nun an die Möglichkeit, „divers“ als dritte Geschlechtsoption auszuwählen.

In Hagen ist die Stadtverwaltung zwar vorbereitet, in der konkreten Umsetzung hapert es aber noch an mancher Stelle und auch die „Nachfrage“ ist noch sehr überschaubar: „Unserem Standesamt liegen bisher zwei Anträge auf Änderung der Zuordnung des Geschlechts im Geburtseintrag vor“, sagt Stadtsprecher Michael Kaub.

Rechtliche Regelungen

Doch erst wenn weitere rechtliche Regelungen „von oben“ erfolgt seien („Wir warten auf weitere Empfehlungen und verbindliche Vorgaben aus Berlin“) und die Hersteller der entsprechenden Dienstprogramme Anpassungen vorgenommen hätten, könnten die Änderungen in den kommunalen Systemen eingepflegt werden.

Gleiches gilt für das Melderecht. Laut Kaub habe es im Meldewesen der Stadt Hagen bisher noch keine Änderungsanträge gegeben. Wie Verwaltungsmitarbeiter Menschen, die sich dem diversen Geschlecht zuordnen, ansprechen sollen, ist zwar noch nicht abschließend geklärt. Man setzt aber auf Pragmatismus. „Die Kolleginnen und Kollegen werden im Einzelfall nachfragen, wie es den Personen recht ist“, so Michael Kaub.

„m/w/d“ in Stellenausschreibungen

Auch an anderer Stelle ist die Gesetzesänderung sichtbar: So wird bei Stellenausschreibungen nun immer formuliert, dass man Bewerber „m/w/d“ suche – also männlich, weiblich oder divers. Das war zum Beispiel auch zu lesen in der Stellenausschreibung für den neuen Baudezernenten.

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