Amokdrohung

Droh-Mails an Schulen in Hagen: Polizei schnappt Verfasserin

Am Hildegardis-Gymnasium kontrollieren Lehrer und Hausmeister den Haupteingang.

Am Hildegardis-Gymnasium kontrollieren Lehrer und Hausmeister den Haupteingang.

Foto: Michael Kleinrensing / WP Michael Kleinrensing

Hagen.  Droh-Mails an insgesamt elf Schulen haben in Hagen für Verunsicherung gesorgt. Jetzt meldet die Polizei einen Erfolg bei den Ermittlungen.

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Der Polizei in Hagen ist es am Dienstag gelungen, die Verfasserin der Drohschreibens, die in den letzten Tagen bei verschiedenen Hagener Schulen eingingen, zu ermitteln. Hinweise hatten auf eine 25-jährige Frau aus Hagen gedeutet.

Ermittler durchsuchten im Verlauf des Vormittags ihre Wohnung und stellten das Handy sicher. Die Tatverdächtige, die psychische Probleme hat und unter Betreuung steht, räumte die Tat ein. Die genauen Hintergründe werden jetzt von der Kriminalpolizei ermittelt. Nach bisherigem Kenntnisstand wird von insgesamt elf Schulen ausgegangen, die die Frau direkt anschrieb. Die Beamten haben gegen die 25-Jährige ein Strafverfahren eingeleitet und sie in ärztliche Obhut gegeben. „Eine Gefahr für die von dem Schreiben betroffenen Schulen besteht nicht“, so die Polizei.

Die Droh-E-Mails haben inzwischen weitere Schulen in Hagen erreicht. Weil am Dienstagmorgen noch völlig unklar war, wer die Mail verfasst hat, hatten viele Eltern ihre Kinder frühzeitig vom Unterricht abgeholt bzw. erst gar nicht zur Schule geschickt.

Im Polizeipräsidium Hagen waren zahlreiche Beamte der Kripo in die Ermittlungen eingebunden. Die Polizei versucht, die IP-Adresse des Absenders zu ermitteln und dem Täter so auf die Schliche zu kommen. Außerdem erhoffen sich die Ermittler Hinweise aus der Bevölkerung, da der anonyme Schreiber möglicherweise mit jemandem über sein Tun gesprochen hat.

Besonnene Reaktionen

Die Zahl der betroffenen Schulen liegt nach Angaben der Polizei derzeit bei mindestens elf. Die Schulleitungen reagierten durchweg besonnen auf das Schreiben, informierten die Eltern und die Polizei. Dennoch blieb ein Unsicherheitsgefühl. Den Eltern war es deshalb, auch in Absprache mit der Bezirksregierung Arnsberg, überlassen, ob ihre Kinder am Unterricht teilnehmen.

An der Realschule Hohenlimburg zum Beispiel blieb am Dienstag die Hälfte der Schulbänke leer. „Wir nehmen die Lage natürlich ernst, deshalb dürfen die Eltern ihre Kinder entschuldigen. Dennoch reagieren wir insgesamt gelassen“, so Schulleiterin Dorothee Derksen.

Kontrollen am Eingang

Die Polizei schickte am Dienstagmorgen Streifenwagen zu allen Schulen, von denen bekannt war, dass sie eine Droh-E-Mail erhalten hatten. So sollte Schülern, Eltern und Lehrern signalisiert werden, dass man ein Auge auf ihre Sicherheit habe. Auch im weiteren Verlaufe des Vormittages wurden die Schulen immer wieder angefahren. Zudem erörterten Kripobeamte mit den Schulleitern vor Ort die Lage.

Am Hildegardis-Gymnasium ließ Schulleiter Michael König alle Außentore schließen, nur durch den Haupteingang konnte man ins Gebäude hinein- oder herausgelangen. Zudem überwachten Lehrkräfte bzw. der Hausmeister, wer die Schule betrat. „Es ist eine Ausnahmesituation“, so König. In den unteren Klassen mit den jüngeren Schülern sei die emotionale Beteiligung am größten gewesen.

Die Bezirksregierung bestätigte, dass es das „gute Recht“ der Erziehungsberechtigten sei, ihren Nachwuchs angesichts einer solchen Lage zu Hause zu behalten. Die Behörde stand den Schulen bei der Formulierung von Elternbriefen und anderen Fragen zur Seite.

Am Fichte-Gymnasium, wo man aufgrund der Vorfälle vom März 2017 hinsichtlich möglicher Amokbedrohungen besonders sensibilisiert ist, hatte Schulleiter Arne Hennemann die Eltern bereits am Montagabend über das Drohschreiben informiert. Zehn Prozent der Schüler blieben seinen Schätzungen zufolge am Dienstag zu Hause: „Ansonsten hatten wir einen sehr ruhigen, normalen Schultag.“

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