Kunstquartier

Dunkle Kugeln und fragile Zellwesen

Birgitta Weimer und ihre Spiegel-Installation „Bardo“: Ab dem 5. Oktober (18.30 Uhr) zeigt die Künstlerin in ihrer Ausstellung „Daseinsformen“ etliche Skulpturen und Installationen im Osthaus-Museum.

Foto: Michael Kleinrensing

Birgitta Weimer und ihre Spiegel-Installation „Bardo“: Ab dem 5. Oktober (18.30 Uhr) zeigt die Künstlerin in ihrer Ausstellung „Daseinsformen“ etliche Skulpturen und Installationen im Osthaus-Museum. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen-Mitte.   Die Kölner Künstlerin Birgitta Weimer stellt im Osthaus-Museum in Hagen Installationen und Skulpturen aus.

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„Black Bodies“ nehmen ab heute einen Teil des Osthaus-Museums in Beschlag. Diese schwarzen Körper, besser gesagt dunkle Kugeln aus Kunststoff, bilden die jüngste Werkgruppe, die die Künstlerin Birgitta Weimer eigens für ihre Ausstellung konzipiert hat. „Daseinsformen“ wird am Donnerstag, 5. Oktober, im Kunstquartier eröffnet.

Zweifelsohne Highlight der Ausstellung ist die Installation „Bardo“ im hellen Oberlichtsaal des Osthaus-Museums.

Aus einer hohen Spiegelwand ragt eine schwarze Kugelstruktur in den Raum hinein und schiebt sich „dreist“ vor das Spiegelbild des Betrachters. Die Rückseite des Spiegels sowie der dortige Boden sind rein Schwarz.

Der Betrachter geht fasziniert um die Installation herum, die Kugeln scheinen durch den Spiegel hindurch zu schweben.

Leben und Tod, Helligkeit und Dunkelheit

„Der Begriff ,Bardo’ stammt aus dem tibetanischen Totenbuch. Es geht darum, dass Menschen im Moment des Todes ihr Leben Revue passieren sehen. Meine Arbeit behandelt ebenfalls Leben und Tod, Helligkeit und Dunkelheit“, erklärt Birgitta Weimer.

Die in Gemünden am Main geborene Frau, die einige Jahre in den USA verbracht hat und heute in Köln lebt, widmet sich häufig dem Thema Veränderung(en). Und sie greift den stetigen Wandel in ihren Arbeiten und Materialien auf. „Im Skulpturenbereich sind Kunstharze die Bronze der Jetztzeit“, philosophiert sie.

Kontakt gehalten

Wie sich die Künstlerin, die in Köln ein Atelier betreibt und mit einigen Galerien am Rhein zusammen arbeitet, und Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus-Museums, kennengelernt haben?

Vor gut drei Jahren, im Vorfeld der Eröffnung der Rathaus-Galerie.

Weimer hatte an einem Wettbewerb teilgenommen; es ging um eine Installation für das Erdgeschoss der Einkaufspassage. Belgin saß damals in der Jury, Weimers Arbeit „Stella Nova“ („Neuer Stern“) wurde ausgewählt, und sie durfte ihr überdimensioniertes „Ei“ in der Mall

platzieren.

Den Kontakt haben Künstlerin und Museumsleiter nicht abbrechen lassen; nun stellt sie in den Jugendstilräumen des Osthaus-Museums einige ihrer Arbeiten aus.

„Brunnen mit fünf Jünglingen“

Zum Beispiel in der Brunnenhalle: Über der bekannten Skulptur aus Carrara-Marmor – dem „Brunnen mit fünf Jünglingen“ von Paul Kußmann nach George Minne – schwebt ein wolkenähnliches Gebilde aus schwarzen Kugeln, das die Jünglinge überschattet. Die Installation trägt den vielsagenden Titel „Omen“, also Vorzeichen, Vorhersage.

„Messier-Objekte“, die einen verdunkelten Raum in eine Sternenlandschaft verwandeln, zeigt Birgitta Weimer im „Hagener Fenster“ im Altbau.

Zellwesen auf Kupferstäben

„Ich arbeite immer in Werkgruppen“, unterstreicht sie und deutet auf ihre dreiteilige Serie „Daseinsformen“: Schwarze Schwammgummi-Kugeln ranken wie Zellwesen auf Kupferstäben. Die drei Arbeiten wirken fragil, fast schutzlos. Und werden daher durch Glas umhüllt und geschützt.

Auch im Christian-Rohlfs-Saal hat sich Weimer dem Material Gummi gewidmet. Die Künstlerin hat das „Material der Neuzeit“ bearbeitet und geschliffen, so dass es einen samtigen Ausdruck bekommt.

>>>TERMINE

  • Die Ausstellung „Daseinsformen“ von Brigitta Weimer wird am 5. Oktober um 18.30 Uhr im Kunstquartier eröffnet.
  • Auf der Vernissage spricht Tayfun Belgin, Direktor des Osthaus-Museums, einführende Worte. Interessierte sind eingeladen; der Eintritt ist frei.
  • Die Werkschau läuft bis zum 3. Dezember.
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