Mietspiegel

Durchschnittliche Nettomiete in Hagen bei 5 Euro pro qm

Blick vom Goldberg auf Hagen.

Foto: Michael Kleinrensing

Blick vom Goldberg auf Hagen. Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Der neue Mietspiegel für Hagen liegt vor. Es gibt viel günstigen Wohnraum, andererseits herrscht keine Wohnungsknappheit in der Stadt.

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Der neue Hagener Mietspiegel ist erschienen. Und er sagt einiges aus über die Attraktivität Hagens als Wohnort, aber auch den Strukturwandel, den die Stadt durchläuft bzw. durchlaufen muss. „Es gibt viel alten Wohnungsbestand, der modernen Anforderungen nicht mehr entspricht“, sagt Dirk Weißgerber, Geschäftsführer des Gutachterausschusses für Grundstückswerte, der den Mietspiegel erstellt hat.

Andererseits herrscht in Hagen keine Wohnungsknappheit wie in Berlin, München oder Köln, wo die Mietpreise geradezu explodieren. Im Gegenteil: „In Hagen scheint derjenige Wohnungstyp, der von einem Interessenten gesucht wird, auch vorhanden zu sein“, berichtet Thekla Dietrich, Vorsitzende des Gutachterausschusses. Die durchschnittliche Nettomiete beläuft sich in Hagen auf 5,15 Euro pro Quadratmeter, für die am häufigsten nachgefragten Standardwohnungen (drei Zimmer, mittlere Wohnlage, kein Balkon, normale Ausstattung) beträgt sie gar nur 4,90 Euro.

Größe der Wohnung am wichtigsten

Dabei ist den Erhebungen des Gutachterausschusses zufolge nicht einmal der Mietpreis der ausschlaggebende Faktor für den Wohnungssuchenden in Hagen. Wichtiger sind den Mietern Kriterien wie die Größe der Wohnung, das Vorhandensein eines Balkons bzw. einer Terrasse und eine gute Wohnlage (in dieser Reihenfolge). Die Ausstattung der Wohnung, die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr oder ein Internetanschluss spielen eine nachgeordnete Rolle.

Veralteter Bestand

Gegenüber den Angaben im Mietspiegel 2015 sind die Nettomieten in Hagen um drei bis sechs Prozent gestiegen. 65 Prozent des Wohnungsbestandes wurden in den Jahren 1949 bis 1977 gebaut. Auch wenn die Ausstattung dieser Gebäude ganz unterschiedlich ist, so stützt diese Zahl die These von Experten wie Matthias Lüdecke, Geschäftsführer des Wohnungsvereins Hagen, der seit Jahren den Neubau hochwertigeren Wohnraums in der Stadt propagiert.

Schließlich hatte auch eine von der Stadt und der Hagener Wohnungsgenossenschaft (HGW) in Auftrag gegebene Studie der Universität Wuppertal ergeben, dass 7000 Wohnungen in Hagen leer stehen – nicht zuletzt, weil sie veraltet sind.

Es wird wieder mehr gebaut

Immerhin: Nachdem in der ersten Dekade dieses Jahrhunderts kaum neue Häuser errichtet wurden, wird seit 2010 in Hagen wieder verstärkt gebaut. Allerdings bringen Neubauten auch höhere Mieten mit sich, diese liegen in Hagen durchschnittlich bei neun Euro pro Quadratmeter.

Ein-Raum-Appartements machen in Hagen nur noch 2,2 Prozent des Wohnungsbestandes aus. „Die Nachfrage ist nicht mehr groß“, sagt Thekla Dietrich. Die Zeiten haben sich eben geändert, auch Singles benötigen heutzutage mehr Platz in der Wohnung. Alles in allem verläuft die Mietpreisentwicklung im Rahmen, von Wohnungsmangel ist in Hagen trotz der starken Zuwanderung wenig zu spüren.

Rückwirkend gültig

Im Mietspiegel sind Nettomieten von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, Garagen- und Stellplatzmieten sowie durchschnittliche Betriebs- und Heizkosten veröffentlicht. Die Mieten wurden auf der Grundlage einer Erhebung vom Januar dieses Jahres ermittelt.

Der Mietspiegel ist rückwirkend ab 1. November gültig und kann für die nächsten zwei Jahre als Orientierungshilfe verwendet werden. Er dient nicht nur als Orientierungshilfe auf dem Mietmarkt, sondern spielt auch eine Rolle bei Auseinandersetzungen zwischen Mieter und Vermieter und besitzt vor Gericht eine sogenannte „Vermutungswirkung“. Zudem dient er der Stadt als Bemessungsgrundlage für die Kosten der Unterkunft von Sozialhilfeempfängern.

102 500 Wohnungen in Hagen

In Hagen gibt es 102 500 Wohnungen. Einfamilienhäuser, vom Besitzer genutzter Wohnraum oder öffentlich geförderter Wohnungsbau fließen jedoch nicht in den Mietspiegel ein. Die Stadt ist in vier Wohnlagen unterteilt: einfache, mittlere, gute und sehr gute Wohnlagen.

Unter www.gutachterausschuss.hagen.de sind die Wohnlagen ebenso einsehbar und gebührenfrei als Download erhältlich wie alle anderen Daten rund um den neuen Mietspiegel. Er kann ab Januar auch als Broschüre in den Bürgerämtern der Stadt gegen eine Gebühr von zehn Euro erworben werden.

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