Personalwechsel

Ein Bochumer soll Hagens neuer Baudezernent werden

Henning Keune (55) soll zum 1. Mai als Technischer Beigeordneter die Nachfolge von Baudezernent Thomas Grothe antreten und Chef von etwa 750 städtischen Bediensteten werden.  Foto:Keune

Henning Keune (55) soll zum 1. Mai als Technischer Beigeordneter die Nachfolge von Baudezernent Thomas Grothe antreten und Chef von etwa 750 städtischen Bediensteten werden.  Foto:Keune

Hagen.   Der Job des künftigen Technischen Beigeordneten im Hagener Rathaus ist vergeben: Eine Findungskommission hat sich für Henning Keune entschieden.

Eine Vorentscheidung für die Wahl des neuen Technischen Beigeordneten, der zum 1. Mai die Nachfolge von Baudezernent Thomas Grothe antritt, ist gefallen: Eine Findungskommission, in der Vertreter aller Ratsfraktionen hinter verschlossenen Türen zusammensitzen, hat sich nach Informationen der WP-Stadtredaktion am Dienstagabend darauf verständigt, Henning Keune (SPD) für den Spitzenjob (Besoldung: gut 100.000 Euro) in der Hagener Stadtverwaltung dem Rat zur Wahl vorzuschlagen.

Der Diplom-Ingenieur ist derzeit noch als Leiter des Amtes für Stadtentwicklung in Villingen-Schwenningen im Schwarzwald (ca. 84.000 Einwohner) tätig. „Ich möchte in dieser Phase des Verfahrens lediglich bestätigen, dass ich mich für diese Aufgaben beworben habe“, zeigte sich der 55-Jährige im Gespräch mit der WESTFALENPOST am Mittwoch noch reserviert.

20 Bewerber für Aufgabe

Die Nominierung des 55-Jährigen ist das Ergebnis eines mehrmonatigen Findungsprozesses, der extern durch das Zentrum für Management- und Personalberatung federführend durch Edmund Mastiaux begleitet wurde. Der Kommission präsentierte das Bonner Unternehmen letztlich das Ergebnis des Auswahlverfahrens, in dem sowohl die Resultate der Stellenausschreibung, aber auch potenzielle Kandidaten aus persönlichen Ansprachen – insgesamt 20 Köpfe – abgeprüft wurden.

Neben dem gebürtigen Bochumer Keune sollten sich am Dienstag nach WP-Recherchen noch zwei weitere Männer persönlich in Hagen vorstellen. Doch ein Bewerber, der zuletzt sein Geld als Technischer Beigeordneter und Bürgermeister in einer thüringischen Kleinstadt (45.000 Einwohner) verdiente, dessen Vertrag aber aufgrund eines gestörten Vertrauensverhältnisses mit dem örtlichen Oberbürgermeister nicht mehr verlängert worden war, hatte kurzfristig aus persönlichen Gründen noch abgewunken.

Dritter im Bunde war der Bauamtsleiter einer südniedersächsischen Kommune (29.000 Einwohner) am Rande des Harzes. Der gebürtige Bremer, der dort auch sein Studium absolvierte und sich in der CDU engagierte, hatte sich zuletzt ebenfalls vergeblich für das Amt des Baubürgermeisters in Freiburg beworben. Bei seiner von einem etwas sperrigen Powerpoint-Vortrag begleiteten Vorstellung vor der Findungskommission konnte der eher spröde, weniger eloquent auftretende Norddeutsche zwar fachlich, aber weniger als Typ überzeugen, so die nahezu einhellige Meinung in der Politik.

Studierter Raumplaner

Henning Keune wirkte im Zusammenspiel mit den Mandatsträgern etwas nahbarer und kommunikativer. Bereits als 17-Jähriger trat der Mann aus dem Ruhrgebiet, Sohn einer sozialdemokratischen Familie und friedensbewegter Ostermarschierer, bei den Jungsozialisten ein, machte seinen Weg in die Vorstandsebene und engagierte sich in der Bochumer SPD. Zudem absolvierte er seinen Zivildienst bei der Arbeiterwohlfahrt und brachte sich an Bochumer Ruhruniversität im AStA ein, bevor er an der TU-Dortmund als Raumplaner seine Hochschulausbildung abschloss.

Seine berufliche Laufbahn startete in Chemnitz, wo der Judoka (2. Dan) sich nach der Wende beim Stadtumbau in führender Position engagierte und auch politisch bei der Gründung eines eigenen SPD-Stadtverbandes einbrachte. 2011 zog es den Vater einer noch schulpflichtigen Tochter als Amtsleiter für Stadtentwicklung nach Weinheim (Rhein-Neckar-Region), bevor er letztlich nach Villingen-Schwenningen wechselte.

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