Wellness-Oase

Ein Selbstversuch in der neuen Salzgrotte in Hagen

Die junge Existenzgründerin Christina Gieseler (links) erläutert  Redakteurin Yvonne Hinz das farbtherapeutische Konzept im „Salinarium“.

Die junge Existenzgründerin Christina Gieseler (links) erläutert Redakteurin Yvonne Hinz das farbtherapeutische Konzept im „Salinarium“.

Foto: Michael Kleinrensing

Fley.   Die erste Salzgrotte in Hagen hat vor Kurzem eröffnet. Ein Selbstversuch in der neuen Wellness-Oase in Fley, wo Entspannung groß geschrieben wird.

„Die große Salzgrotte ist gerade belegt, aber Sie können sich ja schon mal das kleine ,Salinarium’ anschauen“, sagt Christina Gieseler. Anschauen? Ich möchte die neue Entspannungs-Oase, die vor drei Wochen eröffnet hat, selbst testen.

Strandfeeling im weißen Salz

Christina Gieseler nickt, lächelt vielsagend und öffnet mir die Tür zum „Salinarium“. Ich trage Baumwollschlappen, sinke leicht im Boden ein. Strandfeeling, obwohl kein Sand den Boden bedeckt, sondern weißes Salz.

Ich lege mich in ein wohlig temperiertes Wasserbett, Christina Gieseler deckt mich zu, verlässt den mit Halitsalz-Ziegeln und Totes-Meer-Salzsteinen verkleideten Raum.

Leise Entspannungsmusik vermischt sich mit dem Plätschern des Gradierwerkes, der leicht vernebelte Sternenhimmel an der Decke wechselt sanft seine Farben.

Ich spüre, wie die angenehme Wärme meine Muskulatur lockert und die Sole-Luft meinen Atem­wegen gut tut. Tatsächlich – eine Pause vom Alltag, ein Auftanken zwischen Terminen und Stress.

Gradierwerk mit Birkenzweigen

Nach 20 Minuten Entspannung erklärt mir Gesundheitstrainerin Christina Gieseler, die die Wellness-Einrichtung „Salinum“ – eine Kombination aus Salzgrotte und Gesundheitsstudio – in der Sauerlandstraße 1 in Fley eröffnet hat, die Bedeutung des Sole-Intensivklimas (zehn Prozent Salzgehalt in der Luft) in der kleineren von zwei Grotten: „In dem Gradierwerk mit Birkenzweigen zirkuliert das Solewasser. Dabei werden feine Salzpartikel in die Luft abgegeben. Die ­Mineralien werden über die Haut aufgenommen. Ein Effekt, den man vom Meer her kennt.“

Stimmt, ich schmecke das Meer auf den Lippen.

Entspannung im Wasserbett

Zwei auf 32 Grad erwärmte ­Wasserbetten stehen für 20- bzw. 50-minütige Entspannungssitzungen bereit. „Das ,Salinarium’ wurde auch schon von Familien mit Kindern, die, während die Eltern relaxten, im Salz-Sand spielten, reserviert“, sagt Christina Gieseler.

Die 33-Jährige, die das zwei Jahre leerstehende Gebäude – eine ehemalige Malerschule – in acht Wochen komplett renoviert und eingerichtet hat, bietet in der geräumigeren, 40 Quadratmeter großen Salzgrotte mit 6,5 Prozent Salzgehalt auch Entspannungs- und Bewegungskurse wie Yoga und Pilates an.

Große Grotte auch als Gruppenraum nutzbar

Die große Salzgrotte kann von bis zu zehn Personen als Gruppenraum, der mit Gymnastikmatten ausgelegt wird, genutzt werden.

Christina Gieseler weist mir den Weg, „momentan findet hier kein Kurs statt, jetzt geht’s schlichtweg ums Entspannen“.

Im schummerigen, im Rosé-Lachs-Ton gehaltenen Raum stehen zehn Relaxliegen. Gemeinsam mit zwei Frauen, die von der neuen Wellness-Oase gehört haben und sie – genau wie ich – mal ausprobieren möchten, lege ich mich hin, strecke mich aus.

Anfangs erzählen wir noch ein wenig, dann werden wir still. „Die sanfte Verneblung verklärt ein wenig die Sinne“, hat Christina Gieseler gesagt, bevor wir die Salzgrotte betreten haben.

Nach zehn Minuten (ich könnte noch mindestens eine Stunde hier vor mich hin dösen, doch ich muss arbeiten) schüttele ich mich ein wenig und verlasse leise den Raum. Ich möchte die beiden anderen, die unter ihren Decken abgetaucht zu sein scheinen, nicht stören.

Ein bisschen wie Sauna, ohne zu schwitzen

Christina Gieseler schaut mich erwartungsvoll an. „Und?“ „Ein bisschen wie Sauna, nur ohne Schwitzen“, versuche ich die Entspannung in Worte zu fassen.

Die junge Existenzgründerin lächelt: „Eine Kundin hat gesagt, sie würde nach dem Besuch der Salzgrotte ein Stückchen Urlaub mit nach Hause nehmen, eine andere meinte, sie fühle sich hier wie in einem kleinen Badekurort.“

Ich schlüpfe aus den Baumwollschlappen, trete in meine Schuhe. Der Alltag hat mich – allerdings ein wenig entspannter als vorher – zurück.

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