Ein Jahr nach Kyrill

Eine Million Euro für Hagen aus Solidaritätsfond der EU

Foto: WP

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Hagen. Vor einem Jahr fällte Orkan Kyrill 50 000 Festmeter Holz im Hagener Stadtwald und verursachte einen Schaden von knapp acht Millionen Euro. Jetzt fließen eine Million Euro aus dem EU-Solidaritätsfonds.

„Natürlich können wir mit diesem Geld den riesigen Schaden nicht kompensieren”, erklärt Forstamtsleiter Horst Heicappell, der von der Bezirksregierung in Arnsberg über die Zahlungen informiert wurde, „aber diese Summe ist besser als nichts. Wir sind gut weggekommen.”

Arnsberg verteilt 95 Millonen Euro in NRW

Rund 160 Millionen Euro überweist Brüssel nach Deutschland, 95 Millionen Euro gehen nach Nordrhein-Westfalen. Zuständig für die Verteilung in ganz NRW ist der Regierungspräsident des Bezirks, dessen Waldflächen am härtesten von dem Orkan, der in der Nacht vom 18. auf den 19. Januar 2007 über Südwestfalen hinwegfegte, getroffen wurden.

„Der maßgebende Faktor für die Finanzmittel ist die gefallene Holzmenge in den Kreisen und kreisfreien Städten”, erklärt Horst Heicappell. „Das mag im Einzelfall zu Ungerechtigkeiten führen, aber irgendein objektives Kriterium musste der Regierungspräsident ja anlegen.”

Gelder nur für öffentliche Hand

Die EU hat vorgegeben, dass die Mittel ausschließlich dafür verwendet werden dürfen, die öffentliche Hand bei der Bewältigung der Kyrill-Folgen zu unterstützen. „Wir benötigen das Geld unter anderem für die Instandsetzung der Straße von Oege nach Veserde und für den Wegebau im Stadtwald,” erklärt Horst Heicappell. „Auch wegen des Brandschutzes ist es wichtig, die durch die schweren Lastwagen in Mitleidenschaft gezogenen Hauptabfuhrwege wieder herzurichten.”

Ein Jahr bleibt den Kommunen und Kreisen Zeit, um die EU-Gelder auszugeben. „Das kann bei Vorhaben, die europaweit ausgeschrieben werden müssen, zu einem erheblichen Zeitdruck führen”, sagt Horst Heicappell, „aber es ist auch möglich, bereits getätigte Ausgaben anzurechnen.” Deshalb will der Leiter des Forstamts in Zusammenarbeit mit anderen Fachbereichen eine Liste der Kosten erstellen, die Kyrill in Hagen verursacht hat. „Dabei haben wir unter anderem die Einsätze von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk im Auge.”

Reisigmaterial stört bei Neuanpflanzungen

Daneben sollen Kosten abgedeckt werden, die anfallen, um betroffene Waldflächen aufzuräumen und wieder bepflanzbar zu machen. „Zum Teil ist das Reisigmaterial noch so dicht aufgeschüttet, dass Neuanpflanzungen noch nicht möglich sind”, erklärt Horst Heicappell.

Mehr als 90 Prozent der Flächen im Hagener Stadtwald sind vom Sturmholz befreit. „Wir arbeiten derzeit nur noch auf kleineren Parzellen”, so Heicappell.

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