Kunstquartier

„Eintritt frei“ lockt Schüler in Hagener Museen

Karl-Josef Steden macht sich nicht nur für das Emil-Schumacher-Museum stark, sondern für das gesamte Kunstquartier. 

Foto: Yvonne Hinz

Karl-Josef Steden macht sich nicht nur für das Emil-Schumacher-Museum stark, sondern für das gesamte Kunstquartier.  Foto: Yvonne Hinz

Hagen-Mitte.  Der Förderverein Emil-Schumacher-Museum hat seit Eröffnung des Hagener Kunstquartiers 10 000 Schülern den Eintritt spendiert.

Junge Leute ins Museum zu ziehen ist das oberste Ziel des Fördervereins Emil-Schumacher-Museum. Der Verein wurde 2004 – also fünf Jahre vor der Eröffnung des Schumacher-Museums – gegründet. Seit 2009 haben rund 10 000 Schüler vom „Schulklassenticket“ profitiert. Heißt: Der Verein trägt den Eintritt für Schüler, die im Klassenverbund ins Kunstquartier kommen.

Kultur schätzen lernen

„Unser Verein übernimmt die 1,50 Euro pro Kind oder Jugendlichen. Im Jahr ermöglichen wir etwa 1500 Schülern den kostenlosen Museumsbesuch, unterstützen die Jugend also jährlich mit 2250 Euro“, rechnet Karl-Josef Steden, Vorsitzender des Vereins, vor. Er und seine Mitstreiter bewerten den Zuschuss als gut angelegtes Geld in die Zukunft, „denn wer bereits in jungen Jahren an Kunst herangeführt wird, weiß oftmals auch als Erwachsener, Kultur zu schätzen".

Obwohl es sich um den Förderverein des Emil-Schumacher-Museums handelt, ermöglicht der Verein auch den kostenlosen Besuch des Osthaus-Museums. Da das Kombiticket sowieso den Besuch beider Museen für 1,50 Euro pro Schüler im Klassenverbund beinhaltet, „und um das Kunstquartier an sich zu stärken“, sagt Steden. Der Begriff Kunstquartier müsse als Marke in der Öffentlichkeit mehr wahrgenommen werden.

Für Veranstaltungen öffnen

Apropos Marke und Marketing: Hier sieht Steden noch viele weiße Flecken, die es zu beackern gilt. So plädiert er für mehr Veranstaltungen mit freiem Eintritt. „Freier Eintritt ist ein Köder, durch den man neue Besucher anlockt.“

Auch weniger kulturaffine Menschen würden sich ohne finanzielle Hürde mal auf den Weg ins Museum machen. Grundsätzlich sollte der Eintritt zu Vernissagen frei sein, fordert Steden.

Das Osthaus-Museum hingegen verkauft im Vorfeld einer Ausstellung, zu deren Vernissage mit großem Besucheransturm gerechnet wird (zum Beispiel zur Hundertwasser-Ausstellung), eine begrenzte Anzahl an Tickets.

Attraktive Stätte

Überhaupt sollte sich das Kunstquartier stärker als attraktive Stätte für diverse Veranstaltungen öffnen, „vor allem abends und abseits bürokratischer Hürden“, appelliert Steden.
Auch zu Musikveranstaltungen, Lesungen oder Vorträgen sollte der Eintritt frei sein, um mehr Besucher und somit mehr Multiplikatoren zu gewinnen, die dann im Nachhinein das Kunstquartier bewerben.

Und was ist mit der „Kunstpause“, die es vor einiger Zeit mal gab? Zur Erinnerung: Das Kunstquartier bot Interessierten einen Museums-Kurzbesuch in der Mittagszeit für einen Euro an. „Eine gute Sache, die wieder zum Leben erweckt werden sollte“, resümiert Steden.

Den Weg des Osthaus-Museums, auch moderne Ausstellungen wie „Lebenslinien“ von Friedensreich Hundertwasser und unkonventionelle wie „Participate“ aufzulegen, sieht Steden als intelligenten Schachzug, um andere und jüngere Zielgruppen ins Museum zu locken.

Projektförderung

„Unser Förderverein hat allein 8000 Euro ausgegeben, um 5300 Schülern aus 360 Schulen aus Hagen und Umgebung den kostenfreien Besuch in die Hundertwasser-Ausstellung zu ermöglichen“, so Steden stolz, „außerdem unterstützen wir Projekte wie ,Jeder ist ein Künstler’ im Jungen Museum im Souterrain des Osthaus-Museums. Und wir veranstalten alle zwei Jahre ein Kinderfest mit freiem Museumseintritt für alle.“

>> BESUCHERZAHLEN

Im Jahr 2015 suchten insgesamt 81 075 Besucher das Kunstquartier auf. Die Hundertwasser-Ausstellung im Osthaus-Museum war ein voller Erfolg; sie allein zog 65 187 Gäste an.

ImJahr 2016 kamen insgesamt 21 794 Besucher ins Kunstquartier. Zur Ausstellung „Fotorealismus“ im Osthaus-Museum kamen 7384. Zur Filmpremiere „Das FolkwangProjekt – Karl Ernst Osthaus“ kamen bei freiem Eintritt 352 Gäste.

Im Jahr 2017 kamen bislang 7 794 Gäste ins Kunstquartier. Die Ausstellung „Participate“ im Osthaus-Museum haben bisher 4235 Interessierte gesehen.

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