Streit um Stellplätze

Eltern starten Petition für freies Parken an Hagener Schulen

Die gebührenpflichtigen Parkdecks der Gesamtschule Helfe werden von den Lehrern nicht angenommen

Die gebührenpflichtigen Parkdecks der Gesamtschule Helfe werden von den Lehrern nicht angenommen

Foto: privat

Hagen.   Der Streit um die Bewirtschaftung der Lehrerparkplätze ruht auch in den Osterferien nicht. Eltern haben eine Petition für freies Parken gestartet.

Es sind zwar Ferien, aber von österlichem Frieden kann im Streit um die Lehrerparkplätze an den Hagener Schulen keine Rede sein. Im Gegenteil: Mit einer Online-Petition will die Elternpflegschaft der Gesamtschule Helfe erreichen, dass die Gebührenpflicht wieder abgeschafft und freies Parken an allen Hagener Schulen ermöglicht wird. Es gehe bei der Petition keineswegs um die Lehrer, wie vielleicht viele meinen könnten, betont Natascha Veneziano, die Vorsitzende der Schulpflegschaft: „Uns geht es um die Auswirkungen auf ehrenamtliche Helfer, Anwohner und Schüler.“

Schranke regelt Zufahrt

Seit zwei Monaten regeln Schranken die Zufahrt zu den zwei Parkdecks von Hagens größter Schule (120 Lehrer), das früher bis auf den letzten Stellplatz belegt war. Seitdem die Pädagogen 25 Euro pro Monat zahlen müssen, parken sie ihre Wagen lieber auf einem Parkplatz unterhalb der benachbarten Kindertagesstätte, der eigentlich für Anwohner gedacht ist. Auf den Parkdecks herrscht, von einer Handvoll Autos abgesehen, gähnende Leere. Jetzt seien die Anlieger wütend, berichtet Frau Veneziano meint: „Eine Mutter wurde auf dem Weg zur Arbeit im Schülercafé von einem Anwohner angepöbelt: Sie solle gefälligst einen Parkplatz an der Schule anmieten, die Anwohner hätten es mit Parkplätzen schon schwer genug.“

Daraufhin habe die Mutter ihre ehrenamtliche Tätigkeit aufgegeben: „Wie befürchtet, haben wir nicht einmal zwei Monate nach Einführung der Schranke mit einem Rückgang der helfenden Eltern zu kämpfen“, verweist die Pflegschaftsvorsitzende auf weitere Eltern, die entnervt aufgegeben hätten. Konsequenz: Das Schülercafé bleibe jetzt montags geschlossen.

Keine Rückmeldung der Stadt

Bislang engagierten sich 60 Väter und Mütter ehrenamtlich in Arbeitsgemeinschaften, im Café oder bei Spieleabenden. Die Stadt bietet ihnen jedoch nur fünf freie Parkplätze mit jeweils drei Parkausweisen an. Auf den Vorschlag der Schulpflegschaft, die Zahl der freien Plätze auf 20 zu erhöhen, habe es nicht einmal eine Rückmeldung der Stadt gegeben, beklagt Natascha Veneziano: „Aus diesem Grund habe ich die Petition ins Leben gerufen.“ Im Übrigen sei die jetzt entstandene Situation auch für die Anwohner zu Recht ein großes Ärgernis.

Die Stadtverwaltung verwies auf Anfrage unserer Zeitung auf den nach wie vor gültigen Ratsbeschluss, wonach für das Parken an allen städtischen Schulen Gebühren zu erheben seien. Daran habe sich nichts geändert. die Parkplätze seien gegen ein Entgelt von 25 Euro an Lehrer und weitere Nutzer zu vermieten.

Besonders skurril ist die Situation auf Emst, wo sich die örtliche Grundschule und das Weiterbildungskolleg Rahel Varnhagen einen Parkplatz teilen. Er wird von keinem einzigen Lehrer genutzt, die Pädagogen parken stattdessen in den benachbarten Wohnstraßen. der Unmut der Anlieger ist hier besonders groß.

>>Hintergrund: Hohe Einnahme für die Stadt

  • Die Online-Petition für freies Parken der Schulpflegschaft ist auf der Homepage openpetition.de zu finden. Stichwort: hagener-schulen.
  • 2017 hat die Stadt durch die Vermietung von Schulparkplätzen 65 000 Euro eingenommen. An vielen Schulen läuft die Vermietung reibungslos.

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