Heimische Wirtschaft

Enervie-Dividende fällt zwei Millionen Euro niedriger aus

Die Enervie-Zentrale auf Haßley.

Foto: Hans Blossey

Die Enervie-Zentrale auf Haßley. Foto: Hans Blossey

Hagen.   Damit bleiben für den größten Anteilseigener, die Stadt Hagen, lediglich noch 3,4 Millionen Euro übrig. Wodurch ein Haushaltsloch entsteht.

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Im Hagener Doppelhaushalt 2018/19 ist die Ausschüttung einer Enervie-Dividende in Höhe von vier Millionen Euro bereits eingepreist. Doch bis heute ist nicht gesichert, dass dieser Beträge tatsächlich fließt.

Zuletzt wurde den Ratsfraktionen eröffnet, dass die erhoffte Ausschüttung wohl zwei Millionen Euro geringer ausfällt. Damit bleiben für den größten Anteilseigener Stadt Hagen, der mit 42,7 Prozent an der Enervie AG beteiligt ist, von dem Acht-Millionen-Euro-Dividendekuchen lediglich noch 3,4 Millionen Euro übrig. Damit würde im 725-Millionen-Euro-Zahlenwerk von Kämmerer Christoph Gerbersmann bereits eine 600 000-Euro-Lücke klaffen, bevor die Arnsberger Bezirksregierung für den Doppeletat überhaupt ihre Genehmigung erteilt hat.

Entscheidung der Gremien steht aus

Vor diesem Hintergrund fordern SPD, Linke und BfHo/Piraten in einem Dringlichkeitsantrag für den nächsten Haupt- und Finanzausschuss Aufklärung darüber, wie der Kämmerer gedenkt, das entstehende Defizit auszugleichen. Zumal die erforderlichen Entscheidungen zur einkalkulierten Dividende-Ausschüttung bis heute nicht in den Enervie-Gremien gefallen sind, weil auch die Lüdenscheider Anteilseigner noch zaudern.

Verwunderung über SPD-Vorgehen

„Planung ist Planung“, rechtfertig Finanzdezernent Gerbersmann seine Etataufstellung, bei der es ein ganz normaler Vorgang sei, mit Beträgen zu kalkulieren, die nicht hundertprozentig bestätigt seien. Gerade bei der Ausschüttung städtischer Tochterunternehmen sei dies ein ganz normaler Vorgang, weil die endgültigen Beträge immer erst zwischen dem April und Juni des Folgejahres beschlossen würden. Allerdings seien sämtliche Zinsentwicklungs- und Gewerbesteuerprognosen weitaus unsicherer als die Dividende-Ausschüttung der Enervie. Zwar falle diese voraussichtlich ein wenig geringer aus als erhofft, das werde jedoch durch eine höhere Konzessionsabgabe, die ja umsatzabhängig sei, weitgehend aufgefangen. Zudem äußerte sich der Kämmerer erstaunt, dass ausgerechnet die SPD diesen Dringlichkeitsantrag vorantreibe: „Sie hat gerade erst ohne Gegenfinanzierungsvorschläge Forderungen für den Etat formuliert, die die Enervie-Dividende deutlich überschritten hätten.“

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