Bildung

Erfolgsquote bei Sprachkursen macht Volkshochschule stolz

Die Zugewanderten, die erfolgreich am berufsbezogenen Sprachkurs teilgenommen haben (im Bild mit Lehrkräften) hoffen, ihre gewonnenen Fähigkeiten künftig auf dem ersten Arbeitsmarkt einbringen zu können. Foto:Michael Kleinrensing.

Die Zugewanderten, die erfolgreich am berufsbezogenen Sprachkurs teilgenommen haben (im Bild mit Lehrkräften) hoffen, ihre gewonnenen Fähigkeiten künftig auf dem ersten Arbeitsmarkt einbringen zu können. Foto:Michael Kleinrensing.

Hagen.   70 Prozent der Teilnehmer des ersten berufsbezogenen VHS-Sprachkurses für Migranten und Flüchtlinge haben die Prüfung bestanden.

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„Das Niveau ist nicht zu unterschätzen. Es geht in dem von uns angebotenen Kurs nicht um die Verständigung im Alltag, sondern darum, sich kompetent im Beruf auf Deutsch unterhalten zu können“, betont Anna Feder.

Die VHS-Studienleiterin im Bereich Integrationskurse spielt auf den seit Herbst erstmals in der Villa Post angebotenen „Sprachniveau B2-Kurs“ an, der sich an arbeitssuchende Migranten und Flüchtlinge richtet.

„Der Sprung vom Basis-Sprachkurs B1 auf B2 ist ein riesiger. Und die Teilnehmer, die diesen Sprung geschafft haben, können zurecht stolz auf sich sein“, sagt Anna Feder.

12 von 18 Teilnehmern

Und das sind sie auch, die 12 von 18 Teilnehmern, die die Prüfung im Anschluss des Sprachkurses bestanden haben. Die jungen Frauen und Männer wurden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ausgewählt, „ja, denn in besagten Fällen handelt es sich um Menschen mit echten Perspektiven“, unterstreicht Anna Feder.

Zum Hintergrund: Ende September startete der berufsbezogene, 400-stündige Deutschkurs. Fünf Tage pro Woche, jeweils fünf Stunden, fand der von Maike Winkler geleitete Unterricht statt.

„Im Bundesdurchschnitt liegt die Erfolgsquote solcher Kurse bei gerade mal 20 Prozent, bei unserem Kurs liegt die Erfolgsquote bei 70 Prozent“, sagt Bianca Sonnenberg.

Doch überrascht scheint die Leiterin der Hagener Volkshochschule über die Traumquote nicht zu sein, „Maike Winkler bietet seit Jahren VHS-Integrationskurse an. Sie bringt viel Verständnis für die Teilnehmer auf, achtet aber auch auf Disziplin.“

Lehrerin Maike Winkler schüttelt leicht verlegen den Kopf, „ach was, die Truppe war einfach klasse und hat konzentriert mitgearbeitet“.

Themen Gesundheit und Handwerk

Was Maike Winkler den Migranten und Flüchtlingen sprachlich auf recht hohem Niveau beigebracht hat?

Themenbereiche wie Gesundheit und Handwerk wurden erst alltagskompatibel, dann berufsbezogen beackert.

Konkret: Anfangs tauschten sich Schüler und Lehrer über gesunde Ernährung und gesundheitsfördernden Sport aus, später ging’s um Berufe im Gesundheitswesen, um Voraussetzungen, die Interessenten für zum Beispiel Berufe in der Pflege mitbringen sollten und um Beiwerk wie das Schreiben von Berichten.

Angebote auf Deutsch erstellen

Im Themenbereich Handwerk standen Gespräche über Baumärkte und Hobbyhandwerker an und es ging ums Erlernen der Fähigkeiten, Angebote auf Deutsch zu erstellen und Rechnungen zu schreiben.

Einer der Teilnehmer, der gestern seine Zertifikatsprüfung überreicht bekam, heißt Hajriz Hyseraj. Der 33-jährige gelernte Maschinenbauingenieur aus dem Kosovo lobt das gute Klima im Kurs, „und wir­ ­alle haben großes Interesse mitgebracht, die Sprache besser zu lernen“.

Auch der aus Syrien geflüchtete Muhammad Akran Alyoussef hat den B1-Kurs erfolgreich abgeschlossen. In seiner Heimat habe er Business-Management studiert, jetzt wolle er in Deutschland einen festen Arbeitsplatz finden. Im Sprachkurs habe er viele Erfahrungen gesammelt und hoffe, diese bald im Job nutzen zu können.

Weitere Kurse starten

Ein ebenfalls durch das BAMF organisierter und finanzierter Nachfolge-B2-Kurs läuft bereits, weitere Kurse werden am 11. Juni in Vorhalle sowie nach den Sommerferien in der Villa Post starten.

„Ein B2-Zertifikat kann in einem Bewerbungsverfahren auf jeden Fall nützlich, je nach Beruf sogar unabdingbar sein“, unterstreicht VHS-Leiterin Sonnenberg die Bedeutung des Papiers.

>>>HINTERGRUND

  • Vor zwei Jahren wurde das Angebot des Bundes an berufsbezogener Sprachförderung für Zugewanderte erweitert: die berufsbezogene Deutschsprachförderung (DeuFöV) wurde zu einem Regelinstrument. Das BAMF ist für Umsetzung und Finanzierung zuständig. Das DeuFö-Programm baut unmittelbar auf den Integrationskursen auf.

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