Wirtschaft

Erfrischende Neuerungen beim Jahrestreffen der SIHK

Knapp 1000 Besucher zählte diesmal das SIHK-Jahrestreffen in Hagen.

Foto: WP Michael Kleinrensing

Knapp 1000 Besucher zählte diesmal das SIHK-Jahrestreffen in Hagen. Foto: WP Michael Kleinrensing

Hagen.   Der Saal der SIHK wird renoviert. Daher fand das Jahrestreffen der heimischen Wirtschaft in der Stadthalle statt. Mit Friedrich Merz als Redner.

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Ulrich Alda sieht sich an diesem Abend als Opfer. Ganz scherzhaft natürlich: „Sehen Sie nicht, wie orientierungslos ich hier rum irre.“ Denn seit 14 Jahren sitzt er bei der Feier nach dem Jahrestreffen der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) immer am gleichen Platz: An der Tür zum großen Saal im SIHK-Hauptgebäude: „Da wollte immer keiner sitzen. Da habe ich mir den Platz gesichert, weil ich gemerkt habe: Hier an der Tür muss jeder vorbei.“

Doch in diesem Jahr ist es nicht wie immer. Das Jahrestreffen muss wegen der Renovierungsarbeiten in der SIHK-Zentrale umziehen. Kein Festakt im Theater mit anschließender Feier in der SIHK. Sondern beides an einem Ort in der Stadthalle.

Doch es ist nicht das Einzige, was diesmal anders ist: Auch die Choreographie ist leicht verändert. Keine Rede des Kammerpräsidenten am Anfang und kein Schlusswort des Hauptgeschäftsführers am Ende. Stattdessen stehen Präsident Ralf Stoffels und Hauptgeschäftsführer Ralf Geruschkat – beide seit einem Jahr im Amt – gemeinsam auf der Bühne, führen mehr einen Dialog auf der Bühne statt einer Rede.

Die Neuerung kommt an im Publikum. Erfrischend, locker – das ist später unisono das Urteil am Buffet. Das sagt auch der, der in diesem Jahr erstmals nicht mehr die Regie führt: Hans-Peter Rapp-Frick, lange Jahre Hauptgeschäftsführer und seit Anfang des Jahres im Ruhestand: „Ich fühle mich heute Abend befreit. Sonst habe ich ja doch immer geschaut, ob alles funktioniert.“

Was geblieben ist, ist – neben dem gesellschaftlichen Beisammensein auf dem „Klassentreffen der heimischen Wirtschaft“ – der eigentliche Höhepunkt: der prominente Gastredner. Friedrich Merz ist es diesmal, ehemaliger CDU-Fraktionschef und Angela-Merkel-Widersacher, heute Vorsitzender des Vereins „Transatlantikbrücke“ und frisch gebackener „Brexit“-Beauftragter der NRW-Landesregierung. Wer Sticheleien gegen Merkel erhofft hatte, der wird eher enttäuscht. Merz hält eine analytische Rede.

Nächstes Jahr wieder im Theater

Und trotzdem – oder gerade deswegen – kommt er gut an. „Exzellent“, urteilt etwa Wolfgang Röspel. Der ist allerdings auch CDU-Parteifreund. Und Ralf Quardt, Bezirksbürgermeister Mitte, outet sich gar: „Ich war schon immer Merz-Jünger.“ Bei den Parteiungebundenen ist das Urteil da schon differenziert: Sigmar Gabriel vor drei Jahren oder Christian Lindner vergangenes Jahr – das sei doch launiger, unterhaltsamer gewesen.

Der Ausflug in die Stadthalle wird für die SIHK wohl einmalig bleiben: Dementsprechend entspannt ist am Donnerstag auch Jürgen Pottenaum, Marketing-Chef des Theaters: „Nächstes Jahr findet ja alles wieder bei uns statt.“

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